Botschafter zweier Kulturen
Der PAD zeichnet die russische Deutschlehrerin Victoria Dolgova aus Wolgograd und das Theodor-Fliedner-Gymnasium in Düsseldorf als Gastschule für die beispielhafte Zusammenarbeit im Weiterbildungsprogramm als "Projekt des Monats Februar 2012" aus.
Sie kommen aus der ganzen Welt und kehren als Botschafterinnen und Botschafter der deutschen Sprache und Kultur zurück: Das Weiterbildungsjahr in Deutschland bietet deutschsprachigen Ortslehrkräften an Auslandsschulen und ihren deutschen Gastschulen die Chance zum intensiven Austausch.
Als erfahrene Deutschlehrerin nutzte Victoria Dolgova aus Wolgograd 2011 die Chance, zwölf Monate lang am Theodor-Fliedner-Gymnasium in Düsseldorf den Unterrichtsalltag kennenzulernen und sich weiterzubilden. "Dass die Schüler im Unterricht sehr viel mehr sprechen können als in Russland, ist für das Deutschlernen sehr gut", stellt sie rückblickend fest. Zurück in Wolgograd, wo sie an der Schule No. 93 Deutsch unterrichtet und die Fachabteilung der Deutschlehrkräfte leitet, will Victoria Dolgova die in Deutschland gesammelten Erfahrungen und Materialien nutzen, um dem Unterricht wichtige Impulse zu geben.
Das Theodor-Fliedner-Gymnasium ermöglichte Victoria Dolgova die Hospitation in allen Unterrichtsfächern, integrierte sie ins Kollegium und freute sich, mit ihr eine hochmotivierte und erfahrene Lehrkraft gewonnen zu haben, die im Unterricht "Deutsch als Fremdsprache" Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte förderte und auf die Oberstufe vorbereitete. Beide Seiten gewannen ein differenzierteres Bild vom Schulalltag im jeweils anderen Land. "Nach dem Austausch kann ich für unser Kollegium sagen, dass unser Bild von Russland und dem russischen Bildungssystem durch Frau Dolgova sehr viel differenzierter geworden ist", stellt der Düsseldorfer Betreuungslehrer Rolf Schneider fest. Victoria Dolgova überraschte es, wie multikulturell Deutschland geworden ist, und nutzte das Jahr, um schülerzentrierte Unterrichtsmethoden kennenzulernen und zu erproben.
Jedes Jahr unterrichten und hospitieren bis zu 30 Lehrerinnen und Lehrer, die als Ortslehrkräfte an Auslandsschulen deutschsprachigen Unterricht erteilen, an Schulen in Deutschland. Das Weiterbildungsprogramm gibt einen Einblick in die pädagogischen Gegebenheiten des deutschen Bildungswesens und ermöglicht den Gästen, ihre fachlichen wie sprachlichen Qualifikationen zu erweitern. Außerdem können sie ihr Deutschlandbild aktualisieren. Elf Länder in Deutschland haben sich 2011 am Programm beteiligt. Sie vermitteln die Lehrkräfte an geeignete Schulen, die zum Profil der Gäste passen. Vor Ort erhalten sie Unterstützung durch Betreuungslehrkräfte.



