EU-Kommissarin Vassiliou trifft Kultusminister in Berlin
Die Kultusministerkonferenz drängt auf Änderungen an EU-Plänen beim künftigen Bildungsförderprogramm. Ländergemeinschaft lobt deutliche Steigerung des Fördervolumens.
Bei dem von der EU geplanten Bildungsförderprogramm für den Zeitraum 2014 – 2020 dringen die Länder auf den Erhalt erfolgreicher Förderstrukturen. "Wir dürfen bewährte und funktionierende Verfahren nicht ohne Not umstellen", unterstrich der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann, in einem Gespräch der Ministerrunde mit EU-Kommissarin Androulla Vassiliou am 9. Dezember 2011 in Berlin. Die verschiedenen Zielgruppen der bestehenden Bildungsprogramme müssten sich in den europäischen Strukturen weiterhin eindeutig verorten und dazu auf die bekannten Ansprechpartner zurückgreifen können. Die zielgruppenspezifische Programmarchitektur sei besonders geeignet, um möglichst effizient und bedarfsorientiert fördern zu können. Der neue Programmansatz stellt eine völlig neue Ausrichtung dar, gefährdet die bewährte Arbeit der Nationalen Agenturen in Deutschland und schafft neue bürokratische Strukturen. Der Bund und die Länder halten daher an unabhängigen und eigenständigen Nationalen Agenturen für die europäischen Programme fest.
Einhellig begrüßte die Kultusministerkonferenz die Absicht der Europäischen Kommission, die EU-Programme für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport über das Jahr 2013 hinaus fortzusetzen und das Fördervolumen deutlich zu steigern.
Das am 23. November 2011 von der Kommission vorgeschlagene EU-Programm "Erasmus für alle" soll für den Zeitraum 2014-2020 mit einem Gesamtbudget von 19 Mrd. Euro ausgestattet werden. Mit den vorgesehenen Stipendien können bis zu fünf Millionen Menschen – fast doppelt so viele wie bisher – einen Teil ihres Bildungswegs im Ausland absolvieren, darunter fast drei Millionen Menschen in der Hochschul- und Berufsbildung. Als Gesamtprogramm würde "Erasmus für alle" die bestehenden Programme ersetzen: das Programm für lebenslanges Lernen (ERASMUS, LEONARDO DA VINCE, COMENIUS und GRUNDTVIG), Jugend in Aktion und fünf weitere internationale Kooperationsprogramme.
Lesen Sie die Presseerklärung der Kultusministerkonferenz
Mehr Informationen zum geplanten Europäischen Bildungsprogramm "Erasmus for all"



