Europäisches Sprachensiegel 2009 verliehen
Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer und Oliver Paasch, Kultusminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, zeichnen Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs aus.
2009 jährt sich die Durchführung des Wettbewerbs um das Europäische Sprachensiegel in Deutschland zum zehnten Mal. Der Wettbewerb wird alternierend von der Nationalen Agentur für EU-Programme im PAD und von der Nationalen Agentur Bildung für Europa, der Nationalen Agentur beim BiBB durchgeführt. Ins Leben gerufen wurde das Europäische Sprachensiegel, das europaweit jährlich vergeben wird, von der Europäischen Kommission bereits 1997.
Ausgezeichnet werden herausragende und innovative Projekte und Initiativen im Bereich des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas - Kreativität und Innovation beim Fremdsprachenlernen und -lehren“. Die Auswahl der zu prämierenden Projekte oblag einer länder- und staatenübergreifenden Expertenjury unter dem Vorsitz von Professor Hartmut Ebke (Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Tübingen). Die Preisträger 2009 kommen aus den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.
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Die feierliche Preisverleihung fand am 23. September 2009 im Rahmen einer Fachtagung zum Thema des Wettbewerbs in Bonn statt. Schulministerin Sommer überreichte den stolzen Preisträgern ihre Urkunden sowie einen Geldpreis in Höhe von EURO 500 pro Projekt. Darüber hinaus sind die Preisträger berechtigt, das Logo des Europäischen Sprachensiegels 2009 zu führen. Die Fachtagung fand in Kooperation mit der
Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens statt, deren Wettbewerb ebenfalls unter dem Motto Mehrsprachigkeit abgehalten wurde. Die beiden Preisträger aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft zeichnete Oliver Paasch, Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, aus.
Eindrücke von der Preisverleihung
Während einer Feierstunde am 23. September 2009 in Bonn erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger aus Deutschland und aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ihre Urkunden. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer und Oliver Paasch, Kultusminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, gratulierten den Preisträgern des diesjährigen Wettbewerbs um das Europäische Sprachensiegel. Sehen Sie Fotos von der Preisverleihung in unserer
Galerie.
Die Preisträger des Europäischen Sprachensiegels 2009
Projektträger und Projekttitel
Roman(T)ische Sprachreise
Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind, Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern), Projektverantwortliche: Kerstin Aschmutat.
VISEUS – Virtuell vernetzte Sprachwerkstätten an europäischen Schulen
Institut für Erziehungswissenschaft / Schulpädagogik der Universität Osnabrück (Niedersachsen), Projektverantwortliche: Prof. Dr. Ingrid Kunze und Dipl.-Päd. Susanne Müller-Using
Fast and Fun – Norwegisch einmal anders
Städtisches Engelbert-von-Berg-Gymnasium, Wipperfürth (Nordrhein-Westfalen), Projektverantwortlicher: Ludger Storp
Spielend lernen – Grenzen überwinden
Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal, PONTES-Agentur, Ostritz (Sachsen), Projektverantwortliche: Dr. Regina Gellrich
Roman(T)ische Sprachreise
Bei diesem Wettbewerbsbeitrag handelt es sich um ein kleines und zeitlich begrenztes Projekt für primär überdurchschnittlich sprachbegabte und lernbereite Schülerinnen und Schüler, denen auf der Grundlage von zwei bereits erlernten Fremdsprachen ein maßgeschneidertes Angebot zur Entwicklung einer rezeptiven Mehrsprachigkeit in weiteren romanischen Sprachen gemacht wird. Es fördert divergentes Denken und analytische Fähigkeiten beim Sprachvergleich und weckt aufgrund der Ähnlichkeiten innerhalb der romanischen und europäischen Sprachen zugleich Lust auf weiteres Sprachenlernen. Besonders angesprochen werden Knobel-, Tüftler- und Entdeckergeist. Die Erkenntnis, dass verwandte Sprachen durch entsprechende Strategien leichter gelernt werden können, motiviert zusätzlich für das Erlernen weiterer Sprachen.
Die Jury stellt fest: Mit geringen Mitteln wurde ein überzeugendes Angebot für eine spezielle Zielgruppe entwickelt, das den diesjährigen nationalen Schwerpunkt sehr gut erfüllt. Arbeitsmaterialien, Spiele, Puzzles und Quizzes sind sorgfältig gestaltet und didaktisch sinnvoll aufbereitet. Die Übertragbarkeit auf weitere, auch slawische Sprachen ist gegeben. Daher wird das Europäische Sprachensiegel zuerkannt.
VISEUS - Virtuell vernetzte Sprachwerkstätten an europäischen Schulen
Das Gesamtziel dieses Projekts ist es, mit einem praxiserprobten, modularen Fortbildungskurs zum Thema Spracherwerb, Mehrsprachigkeit und kreatives Lernen innovative Impulse für die Gestaltung des Sprachunterrichts in europäischen Schulen zu setzen. Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern soll es ermöglicht werden, Sprachenvielfalt zu erfahren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen festzustellen und den Sinn des Sprachenlernens besser nachzuvollziehen, damit die Motivation, weitere Fremdsprachen zu lernen, erhöht wird. Dazu wurden in Kooperation mit mehreren europäischen Partnern als Grundlage ein gemeinsames sprachdidaktisches Konzept entwickelt, das schülerorientiert ist und individuelle Lernzugänge berücksichtigt. Zur Umsetzung werden u.a. die Arbeit an einem Online-Wörterbuch und in einer virtuellen Sprachwerkstatt „Vis@Vis“ genutzt. Neben der Vernetzung und dem Wissensaustausch von Wissenschaftlern und Lehrern auf europäischer Ebene werden eine Reihe von Materialien entwickelt, wie z.B. ein europäisches Kinderlexikon in acht Sprachen und ein von Kindern erarbeiteter Textband in den Herkunftssprachen.
Kooperationspartner:
- Käthe-Kollwitz-Schule, Osnabrück
- Heiligenwegschule, Osnabrück
- Pädagogisches Institut für die deutsche Sprachgruppe, Bozen (IT)
- Mittelschule, Partchins (IT)
- Westungarische Universität, Györ (HU)
- Rado Tibor Grundschule und Zentrum für Heilpädagogik, Györ (HU)
- NYME Öveges Kalman Gyakorlo Altalanos Skola, Györ (HU)
- Hogeschool Edith Stein / Onderwijs Centrum Twente, Hengelo (NL)
- Europaschool, Hengelo (NL)
- Radboud Universität, Expertisecentrum Nederlands, Nijmwegen (NL)
- Universität Graz, Graz (AT)
- Praxisvolksschule, Graz (AT)
- Hauptschule St. Leonhard, Graz (AT)
- Vaasan Yliopisto / Universität Vaasa, Vaasa (FI)
- Marttilan Koulu, Seinajoki (FI)
Die Jury stellt fest: Das Projekt überzeugt mit seiner Professionalität und mit seiner europäischen Vernetzung. Es leistet einen wertvollen Beitrag zum Sprachenlernen. Die Erprobung, Evaluierung und Weiterentwicklung erfolgen prozessbegleitend. Es erfüllt alle Kriterien für die Preisvergabe voll umfänglich, auch die nationale Schwerpunktsetzung. Daher wird das Europäische Sprachensiegel zuerkannt.
Fast and Fun - Norwegisch einmal anders
Dieser Anfängerkurs „Norwegisch“ konzentriert sich bewusst auf das Verstehen mündlicher und schriftlicher Texte. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler, indem sie Vorwissen aus anderen, ihnen bekannten Sprachen bei der Methode des „intelligent guessing“ bewusst anwenden. Diese Methode ist eine Herausforderung, Spiel und zugleich Wettbewerb. Die Schülerinnen und Schüler konzentrieren sich auf das, was sie verstehen, und nicht auf unbekannte Vokabeln und Satzstrukturen, und dies bei authentischen Materialien (Zeitung, Video, Internet). Die Methode erfordert die Bereitschaft und Übung darin, Verständnislücken sinnvoll zu füllen. Die Belohnung ist ein sofortiges positives Feedback dadurch, dass man von der ersten Stunde an das Gefühl hat, Äußerungen in der neuen Sprache zu verstehen. Schnelle Fortschritte verschaffen eine erhöhte Motivation.
Die Jury stellt fest: Das Projekt entspricht in vorbildlicher Weise genau dem diesjährigen nationalen Schwerpunkt, indem es einen motivierenden Erwerb einer weiteren Sprache konsequent auf der Grundlage vorhandener (Fremd)Sprachenkenntnisse anbietet. Die Lerner haben zudem die Möglichkeit zur Selbstevaluation. Das Projekt ist über den bisherigen Umfang hinaus ausbaufähig und kann auch auf andere Sprachen übertragen werden. Daher wird das Europäische Sprachensiegel zuerkannt.
Spielend lernen – Grenzen überwinden
Die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa bietet als historisch gewachsener deutsch-polnisch-sorbisch-tschechischer Viersprachenraum einen besonderen "Lernort" zum Erwerb sprachlicher und interkultureller Kompetenzen. Damit werden gleichzeitig Brücken zwischen den Menschen der Nachbarländer gebaut und ihre Identifikation mit der gemeinsamen Euroregion gefördert.
Ziel des Projektes "Spielend lernen – Grenzen überwinden" war die Entwicklung und Erprobung neuartiger Angebote zur Unterstützung von PädagogInnen bei der Heranführung von Kindern an die jeweiligen Nachbarsprachen:
Gemeinsam mit Fachleuten aus allen Sprachräumen wurde das viersprachige Lernspiel „Schatzsuche“ über die Euroregion und ihre Sprachen entwickelt, das
seither sowohl im Nachbarsprachunterricht als auch im Freizeitbereich erfolgreich eingesetzt wird.
Fachtagungen, Preisausschreiben und ein euroregionales Lernfest unter dem Motto "Lust, unsere Nachbarn zu verstehen" sind Beispiele, wie Fachleute und Eltern sensibilisiert wurden, mehrsprachiges Aufwachsen zur Normalität in der Grenzregion werden zu lassen.
Projektwebsite
Kooperationspartner:
- DOMOWINA – Bund Lausitzer Sorben e.V., Bautzen
- Sächsische Bildungsagentur, BautzenSächsisches Bildungsinstitut, Radebeul
- Krajský úřad Libereckého kraje, Liberec (CZ)
Die Jury stellt fest: Die hohe Qualität des gemeinsam erstellten, professionellen Lernmaterials, die abgestimmten Maßnahmen zur Qualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen sowie die intensive Öffentlichkeitsarbeit führen zu einem ganzheitlichen Projektansatz zur Förderung der Mehrsprachigkeit im grenznahen Raum. Er kann problemlos auf andere Grenzregionen und Partnersprachen übertragen werden. Daher wird das Europäische Sprachensiegel zuerkannt.









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