Aktuelles
Wettbewerb zum Fremdsprachenlernen mit Online-Medien
Beim aktuellen Wettbewerb zum Europäischen Sprachensiegel wird der kreative Einsatz digitaler...
Winterausgabe von "PAD aktuell" erschienen
Schülerinnen mit Spürsinn und Preisträger des Europäischen Sprachensiegels 2011 stellt der PAD in...
Europäische Sprachensiegel 2011 in Wien verliehen
Innovative Methoden des Sprachenlernens in Europa sind Thema des jährlichen Wettbewerbs. Präsident...
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Das Europäische Sprachensiegel 2011 wurde vom PAD ausgetragen. Ansprechpartnerin ist Cora Oepen.
Europäisches Sprachensiegel 2011
"Sprachenlernen in der Gemeinschaft – Ressourcen nutzen und Kompetenzen ausbauen"
Das Europäische Sprachensiegel wird auf Initiative der Europäischen Kommission europaweit vergeben. Neun Projekte aus Deutschland erhalten das Europäische Sprachensiegel 2011 für innovative Methoden und Konzepte, mit denen sie sich für das Erlernen von Fremdsprachen und für die Verbesserung von Sprachkenntnissen einsetzen.
Die Preisverleihung fand im Rahmen einer trinationalen Konferenz in Wien unter dem Motto "Mit Sprache/n an Beruf und Gesellschaft aktiv teilnehmen" statt. Veranstalter sind die Nationalen Agenturen für das EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen in Österreich, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Deutschland.
In Deutschland wird der Wettbewerb wechselweise von den drei Nationalen Agenturen durchgeführt. 2011 fand er unter der Regie des PAD als Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich statt.
Erfahren Sie hier mehr über die Preisträger des Europäischen Sprachensiegels 2011:
- Europa bewegt sich – Europe in Motion
- GUT im Tandem
- How to Become a Chef in Europe
- Deutsch-Französischer virtueller Online-Markt – Anwendungsbezogenes Sprachenlernen durch Gründung virtueller Firmen und Abwicklung der Geschäftsprozesse
- Mulingula (multilinguale Leseaktivitäten)
- Internationale Schreibpartnerschaften
- Theatergruppe Babylon: Nasrin oder Die Kunst zu träumen von Herbert Asmodi
- Little Bookworm Reading Club. Leseförderung für mehrsprachige Grundschulkinder
- Young Europeans Love Languages
Europa bewegt sich – Europe in motion

- Auftakt: Besuch in dem Land, in dem die Olympischen Spiele ihren Ursprung haben
Preisträger: Grundschule Burgdamm (Bremen)
Das Projekt "Europa bewegt sich - Europe in Motion" folgt einem Konzept zur Frühbegegnung mit Fremdsprachen. Es ist eingebunden in ein europäisches Bildungs- und Erziehungsprofil der Grundschule Burgdamm. Im Rahmen des EU-Programms COMENIUS findet eine Zusammenarbeit mit Schulen in Finnland, der Türkei, Polen, Frankreich, Lettland, Rumänien und Griechenland statt.
Alle Klassen der Schule haben eine Patenklasse in einem der Partnerländer. Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Aspekte von "Bewegung" kennen - sei es Fortbewegung, Bewegung im Sinne künstlerisch-spielerischen Ausdrucks, aber auch Bewegung im Sinne der Migration ("Lebensbewegungen“ durch Wohnort- bzw. Landeswechsel) und auch Bewegung auf der mentalen Ebene, die das Denken und Einstellungen einschließt.
Im Verlauf des Projekts lernen die Kinder spezifische nationale Bewegungsarten, deren Hintergründe und Entstehung kennen. Darüber hinaus erwerben die Kinder Fremdsprachenkenntnisse in den Partnersprachen. Gleichzeitig haben alle die Möglichkeit, Schulsysteme anderer Länder kennenzulernen, verschiedene Kulturen wahrzunehmen und sich mit der eigenen Kultur und deren Vermittlung auseinanderzusetzen. Sie entdecken die Sprachenvielfalt Europas und wachsen in eine europäische Identität hinein.
Mehr Informationen zu
Europe in motion
GUT* im Tandem

- Polnisch lernen im Tandem bringt neues Wissen und neue Freunde
*gemeinsamer Unterrichtstag
Preisträger: Dietrich-Heise-Schule, Freie Evangelische Grundschule Görlitz (Sachsen)
Die Tandemarbeit der Partnerschulen in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec nutzt die Ressourcen der Grenzregion, die räumliche Nähe der Schulen und einer deutsch-polnischen Lerngemeinschaft von Schülerinnen und Schülern, deren Eltern sowie Lehrpersonen. Diese Gemeinschaft fördert ein aktives und interkulturelles Fremdsprachenlernen.
Die Kinder aller Klassen der Grundschule treffen sich im Durchschnitt alle drei Wochen abwechselnd in Zgorzelec und Görlitz mit ihren Partnern aus Zgorzelec und arbeiten im Tandem an den festgelegten Themen in sprachlich unterstützenden Räumen. Die Aufgaben sind so gestaltet, dass sie nur mithilfe des Sprachexperten, also des jeweiligen Tandempartners, zu lösen sind. Die Schülerinnen und Schüler bringen dem Tandempartner ihre Muttersprache bei und lernen gleichzeitig die Fremdsprache des Partners. Durch die Zusammenarbeit erfahren die Lernpartnerpaare authentische Sprache, kulturelle Diversität und werden angeregt, interkulturelle Sichtweisen zu entwickeln, um vermeidbare Verständnisbarrieren abzubauen.
How to Become a Chef in Europe

- Mit unbekannten Zutaten aus einem anderen Land etwas Leckeres zaubern
Preisträger: Albrecht-Dürer-Schule, Berufskolleg der Landeshauptstadt Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)
Englischunterricht für Köche-Auszubildende in der Berufsschule konzentriert sich in der Regel auf Vokabelpauken und das Übersetzen von Speisekarten und Rezepten. Das an der Albrecht-Dürer-Schule gegründete eTwinning-Projekt "How to Become a Chef in Europe" wollte die Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen, und zwar mit ihrem Interesse für das Kochen und für die Nutzung neuer Medien.
140 angehende Köche und Köchinnen aus Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Schweden und der Tschechischen Republik nutzten die für das Projekt eingerichtete Website, um zahlreiche interaktive Aufgaben im multinationalen Austausch zu bearbeiten. Dabei wurde Englisch als Lingua franca eingesetzt. Da bei dem Projekt die Lebenswelt der Berufschüler/-innen im Mittelpunkt stand, wurde das Projekt mit wachsender Motivation von allen umgesetzt.
So tauschten sich die Jugendlichen über die nationalen Ausbildungssysteme zum/zur Koch/Köchin aus und stellten sich selbst, ihre Ausbildungsbetriebe und ihren Arbeitsalltag in PowerPoint-Präsentationen und Videos vor, beleuchteten die Höhen und Tiefen ihrer Ausbildung, diskutierten Zukunftspläne und Karriereträume und kommunizierten live in Online-Konferenzen.
Einer der kreativen Höhepunkte war sicherlich das "Cooking Carrousel". Jedes Land schickte an einen der Partner eine typische landesspezifische Zutat. Diese Lebensmittel waren in den Empfängerländern teilweise unbekannt oder so unüblich, dass die jungen Köchinnen und Köche zunächst Zubereitungsarten und Verwendung recherchieren mussten. Anschließend kreierten sie in Zusammenarbeit mit Fachlehrkräften neue paneuropäische Gerichte. Diese wurden abschließend in den Schulküchen zubereitet und die Rezepte auf Englisch verfasst. Diese Aufgabenstellung hatte besonders für die Oberstufenschüler eine hohe Prüfungsrelevanz, denn in der praktischen Abschlussprüfung zum Koch/zur Köchin muss genau wie in dem Projekt aus gegebenen Zutaten ein Gericht bzw. Menü entworfen und auch zubereitet werden.
Durch "How to Become a Chef in Europe" wurde zunehmend selbstverständlich und mit wachsendem Selbstvertrauen in der Fremdsprache kommuniziert. Nebenbei wurden auch die Kompetenzen beim Einsatz des Computers ausgebaut. Zudem stellte sich beim Austausch mit den Partnern schnell heraus, dass die Leidenschaft für gutes Essen und dessen Zubereitung über Ländergrenzen hinweg verbindet. Der Einblick in die Arbeitswelt der Köche in verschiedenen europäischen Ländern war äußerst wertvoll, denn in diesem Berufsfeld zieht es erfahrungsgemäß zahlreiche Schülerinnen und Schüler nach der Ausbildung ins Ausland.
Deutsch-Französischer virtueller Online-Markt – Anwendungsbezogenes Sprachenlernen durch Gründung virtueller Firmen und Abwicklung der Geschäftsprozesse

- Hartmut Mattes vom Kultusministerium in Baden-Württemberg gratuliert den Preisträgern
Preisträger: Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Standort Esslingen (Baden-Württemberg)
Primäre Zielgruppe des Projektes sind die Lehrer/-innen und deren Schüler/-innen aus beruflichen Schulen, die über das Netzwerk der Akademie der Beruflichen Bildung (Akademien Straßburg, Lyon und Dijon, die Region Elsass und das Land Baden-Württemberg) eine Kooperation aufbauen. In Frankreich wird das Projekt meistens mit Klassen in beruflichen Vollzeitschulen durchgeführt, in Baden-Württemberg handelt es sich sowohl um Klassen an beruflichen Vollzeit- wie auch Teilzeitschulen.
Da gerade in beruflichen Schulen der nachhaltige Aufbau einer Kooperation mit Partnerschulen im Ausland oft schwierig ist, wird in diesem Projekt der "Austausch" eng mit Unterrichtsinhalten gekoppelt und deshalb auch im Rahmen des Unterrichts durchgeführt. Unabdingbar für das Gelingen des Projektes ist eine gute fachliche Vorbereitung der an der Entwicklung der Geschäftsprozesse beteiligten Personen: Vor dem Projektstart werden daher die Lehrkräfte im Tandem mit ihren Kooperationspartnern in zweitägigen Seminaren fortgebildet.
In einem handlungsorientierten und fächerübergreifenden Unterricht wird je nach Sprach- und Fachniveau eine Firma gegründet, deren Präsentation auf der eigens gegründeten Internet-Tauschplattform stattfindet. Sowohl die Formalitäten zur Firmengründung als auch die rechtlichen Grundlagen sind Inhalte des betriebswirtschaftlichen Unterrichts, der durch den Kunstunterricht (Entwurf eines Firmenlogos), den IT-Unterricht (Gestaltung eines Produktkatalogs mit Bildbearbeitungssoftware) und den Unterricht im Fach Geschäftsprozesse (Erlernen theoretischer Grundlagen und Anwendung durch Abbildung einer virtuellen Geschäftswelt unter Einbindung einer integrierten Unternehmenssoftware) unterstützt wird.
Die Kontaktaufnahme via Internet entspricht der Lebenswirklichkeit der Schüler/-innen ebenso wie den heutigen Bedingungen der Arbeitswelt. Die erstellten Geschäftspapiere werden nach vorheriger Absprache von der jeweiligen Schule in der eigenen Sprache erstellt und dann an der Partnerschule im Sprachunterricht übertragen. Durch die ständigen Kontakte mit jeweiligen Muttersprachlern aus den Partnerschulen erweitert sich die berufsbezogene Sprachkompetenz der Schüler/innen und der Lehrer/innen authentisch.
In der abgeschlossenen Pilotphase wurde das Projekt mit einem Schultandem durchgeführt. Nun werden weitere Schulen nach entsprechenden Fortbildungen zum Aufbau von Kooperationen im Rahmen der Akademie der Beruflichen Bildung (ABB) einbezogen, sodass ein virtueller Online-Markt entsteht.
Mulingula (multilinguale Leseaktivitäten)

- Gemütliche Vorlesestunde in der Muttersprache
Preisträger: Kontaktstelle für Interkulturelles Lernen und Menschenrechtserziehung in der Grundschule, Münster (Nordrhein-Westfalen)
Migrantenkinder schneiden besonders bei den Leseleistungen sehr schlecht ab. Aus der Leseforschung weiß man, wie wichtig gute Lesevorbilder in der Familie für eine erfolgreiche Lesesozialisation sind. Es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil der Kinder nur unzureichende vorschulische Erfahrungen mit Schriftkultur gesammelt hat; hierfür scheinen u.a. die materiellen Umstände und die Migrationsbedingungen ursächlich zu sein.
Hier setzt das Mulingula -Projekt an: Leseinteressen, Lesemotivation und literarisches Wissen sollen über den Zugang zu muttersprachlichen Büchern aufgebaut werden. Das Vorleseprojekt richtet sich an Schulen mit Kindern aus zugewanderten Familien, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. In sprachhomogen zusammengefassten Gruppen wird den Kindern der Jahrgänge 1 bis 6 einmal wöchentlich von Muttersprachlern vorgelesen. Zurzeit laufen Gruppen in den Sprachen Russisch, Romanes, Polnisch, und Arabisch. Diese Stunden sind in den regulären Stundenplan der Kinder integriert. Das Erzählen über das Gelesene, szenisches Spielen zu den Vorlesetexten sowie das Ausleihen von Büchern in der Muttersprache sind begleitende Aktivitäten.
Das Ziel des Projektes ist der Aufbau einer lebendigen Lesekultur, die der Sprachenvielfalt der jeweiligen Schule entspricht. Lustvolle und genießende Erfahrungen mit Literatur in der primären Denk- und Fühlsprache sollen Lesemotivation – auch für die Zweitsprache Deutsch - aufbauen und Kindern mit Migrationshintergrund einen Zugang zur Bildungssprache verschaffen. Das soziale Prestige der Muttersprachen findet zudem eine Aufwertung. Die vorlesenden Muttersprachler/-innen, selbst mit Migrationsgeschichte und einem pädagogischen Hintergrund, werden als professionelle Vorlesepädagoginnen in den Schulalltag integriert.
Neben den Vorlesestunden in den sprachhomogenen Gruppen sieht Mulingula auch zweisprachige Leseworkshops (Deutsch und eine Fremdsprache) in den Klassen vor. Hier begegnen deutschsprachige Schüler in einem didaktisierten Rahmen den Fremdsprachen, die von ihren Mitschülern gesprochen werden. Schließlich verfolgt das Mulingula-Projekt das Ziel, eine allgemeine, sprachunabhängige Textsprachenkompetenz bei allen Kindern aufzubauen.
Mulingula wurde an der Melanchthonschule in Münster 2008 erstmalig erprobt und wird nun seit 2011 in zwei weiteren Grundschulen und in einer Hauptschule der Stadt durchgeführt. Eine Ausdehnung des Projekts auf weitere Schulen ist in Kürze geplant.
Internationale Schreibpartnerschaften

- Ulrike Bohle und Ana Iglesias von der Stiftung Universität Hildesheim stellen in Wien die Parameter der Internationalen Schreibpartnerschaften vor
Preisträger: Stiftung Universität Hildesheim, Lese- und Schreibzentrum, Institut für Interkulturelle Kommunikation (Niedersachsen)
Zu den Zielen der internationalen Schreibpartnerschaften (ISP) gehört die Förderung mutter- und fremdsprachlicher Schreibkompetenzen, didaktischer Fähigkeiten sowie interkulturellen Lernens. Als Erweiterung herkömmlicher Sprachtandems setzen sich die ISP aus zwei Studierenden mit unterschiedlichem sprachlichem und kulturellem Hintergrund zusammen, die durch eine/n Studierende/n aus dem Lehramtsstudiengang Deutsch und Englisch unterstützt werden.
Im Semesterverlauf verfassen die Schreibpartner/-innen sowohl studien- als auch berufsbezogene Texte und bearbeiten dazugehörige Reflexionsaufgaben im Portfolio-Format. Während der regelmäßig stattfindenden Treffen der Triaden geben sich die beiden Sprachlerner/-innen wechselseitig eine Rückmeldung auf die entstandenen Texte. Die/ Der Lehramtsstudent/-in begleitet die Schreibprozesse durch Schreibberatung sowie Informationen zu Textsorten und Schreibstrategien und sammelt somit wertvolle Erfahrungen im Bereich der Schreibdidaktik.
Um die unterschiedlichen kulturellen, Sprach- und Schreibkompetenzen der Studierenden in ein sinnvolles und lernförderliches Ergänzungsverhältnis zu bringen, werden die ISP durch ein umfangreiches Begleitprogramm unterstützt. Dies reicht von der Vermittlung der Partnerschaften über die Einführung in die Portfolioarbeit, bis hin zu einem vielfältigen Beratungs- und Qualifizierungsangebot zur Förderung des sprachlichen und interkulturellen Lernens sowie des Erwerbs von Schreibfähigkeiten im allgemeinen.
In der Erprobungsphase von Oktober 2010 bis März 2011 wurde das Angebot von 24 Studierenden wahrgenommen. Die Rückmeldungen der Studierenden haben gezeigt, dass sie die ISP als eine sinnvolle und sehr intensive Art des Fremdsprachlernens begrüßen. Die Erweiterung der gängigen Sprachtandems zu Triaden, in denen eine Person als Mentor fungiert stellt ein innovatives Element des Projekts dar, das bei den beteiligten Studierenden auf positive Resonanz gestoßen ist. Daher sollen die Schreibpartnerschaften künftig jedes Semester angeboten werden.
Theatergruppe Babylon: Nasrin oder Die Kunst zu träumen von Herbert Asmodi

- Applaus für die international zusammengesetzte Theatergruppe Babylon
Preisträger: Universität Regensburg, Zentrum für Sprache und Kommunikation, Lehrgebiet DaF (Bayern)
Die internationale Theatergruppe Babylon des Lehrgebiets Deutsch als Fremdsprache der Universität Regensburg bietet nichtmuttersprachigen Studierenden und Bediensteten von Universität und Hochschule die Möglichkeit, ihr Deutsch im Rahmen eines Theaterprojekts umfassend zu verbessern.
Ziele sind nicht nur die Verbesserung der Sprachkenntnisse und ihrer Anwendung mit einem besonderen Schwerpunkt auf gesprochenem Deutsch und Phonetik, sondern auch ein Training der Präsentationsfähigkeiten und des Auftretens und Agierens in einer Fremdsprache. Daneben ist eine Theatergruppe mit Mitgliedern aus über 15 Nationen immer auch ein Labor für interkulturelle Kommunikation und ein Training im Erkennen und Lösen von interkulturellen Konflikten.
Im vergangenen Wintersemester 2010/11 und im Sommersemester 2011 wurde das diesjährige Projekt "Nasrin oder Die Kunst zu träumen" (Autor: Herbert Asmodi) erarbeitet, geprobt und dann in fünf Aufführungen präsentiert. Babylon startet jedes Jahr mit einem neuen Ensemble, um in zwei Semestern ein literarisches Werk aus dem deutschsprachigen Raum zu erschließen und auf die Bühne zu bringen.
Neben der schauspielerischen und sprachlichen Erarbeitung und Umsetzung des Textes und somit einem umfassenden Lernen der fremden Sprache Deutsch werden auch die Teamfähigkeit und Kooperationsfähigkeit der Gruppe gefördert - und Deutsch wird hier als "lingua franca" der Theatergruppe von einer zu erlernenden Sprache zu einer selbstverständlich gebrauchten Sprache.
Zielgruppe sind ausländische Studierende (und Bedienstete) der Regensburger Hochschulen (regulär wie im Rahmen von Austauschprogrammen), aber auch deutsche Studierende (Zusatzausbildung Deutsch als Fremdsprache), die sich als Praktikanten auf eine Tätigkeit als DaF-Lehrerinnen vorbereiten können.
Ziele sind das umfassende und angstfreie Erlernen der Fremdsprache Deutsch, die Integration der Studierenden in die Hochschule, die Aufführungen und die Zertifizierung der Leistungen der Studierenden durch Leistungsnachweise.
Mehr Informationen zum Projekt im Internet unter
www.theaterbabylon.de
Little Bookworm Reading Club. Leseförderung für mehrsprachige Grundschulkinder

- Englischsprachige Bücher öffnen Türen
Preisträger: Bergische Universität Wuppertal (BUW), Didaktik des Englischen (Nordrhein-Westfalen)
Der Leseklub "Little Bookworm Reading Club" bietet eine gezielte Leseförderung, die auf die Bedürfnisse mehrsprachiger Grundschulkinder abgestimmt ist. Ziel ist es, ihr Leseinteresse und ihre Lesekompetenz in der Schulfremdsprache Englisch sowie ihr Selbstkonzept als Sprachenlerner zu fördern. Die Zielgruppe umfasst Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache, die mit Englisch bereits die zweite Fremdsprache lernen. Der Leseklub knüpft an Ergebnisse der IGLU Studie 2006 an, in der ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und niedriger Leseleistung festgestellt wurde. Um hier gegenzusteuern ist es wichtig, dass diese Kinder sich schon früh als erfolgreiche Lerner erfahren können. Sie sollen das Vertrauen entwickeln, dass sie sich über englische Kinderliteratur eigenständig neue Lebenswelten erschließen können.
Im April 2011 wurde der Leseklub in einer vierten Klasse an der Walther Hartmann Schule in Remscheid eingerichtet, an dem Kinder mit sechs verschiedenen Herkunftssprachen teilnehmen. Die Kinder erhalten jede Woche ein zusätzliches Lernangebot. Sie lesen authentische englische Texte, die Studierende des Lehramts der BUW ausgewählt und didaktisiert haben. Die Studierenden tauschen sich zusätzlich mit Kommilitonen, die sich im Auslandsschulpraktikum in Großbritannien befinden, über innovative Leselehrverfahren und geeignete Kinderbücher aus. Sie untersuchen, wie die Mehrsprachigkeit der Lerner nutzbar gemacht werden kann und wie sich die neuen Übungen auf die Lesemotivation und die Lesefähigkeit in der Fremdsprache Englisch auswirken.
Mit dem Leseklub wird die Zusammenarbeit zwischen der Universität und den Grundschulen im Umkreis fortgesetzt, die 2009 mit dem ersten Vorlesewettbewerb Englisch für Grundschulkinder und drei Fortbildungen für Lehrkräfte begonnen wurde. Weitere Grundschulen im Umkreis werden sich in Kürze dem Projekt anschließen.
Young Europeans Love Languages

- Sprache lässt sich überall lernen
Preisträger: Volkshochschule im Landkreis Cham e.V. (Bayern)
Als Leitsatz für das Projekt steht ein Zitat des französischen Schriftstellers André Malraux: "Die beste Erziehung ist die, die man nicht merkt". Das Lernen von Sprachen soll Spaß machen, attraktiv und innovativ sein - besonders gut gelingt das in Gemeinschaft mit anderen. Auch bei Aktivitäten außerhalb des Klassenzimmers, wie gemeinsam Sport treiben oder Kochen, kann man Sprachen lernen. Dabei werden zusätzlich zahlreiche andere gesellschaftliche Bereiche involviert (z.B. Kultur, Tourismus, etc.), der soziale Zusammenhalt in der Gemeinschaft wird gefördert und das Lernen über die formale Bildung hinaus wird interessensbezogen in das Lebensumfeld der Lernenden integriert.
Das auf drei Jahre angelegte Netzwerk-Projekt wird seit Januar 2009 im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen gefördert und umfasst elf Partnerorganisationen aus zehn europäischen Ländern. Jeder Projektpartner verfügt zudem über ein eigenes Netzwerk von nationalen Institutionen.
Hauptziel ist es, die Motivation von jungen Menschen zum Sprachenlernen zu erhöhen, indem eine Vielzahl von attraktiven und interessanten Lernmethoden und Lernumgebungen außerhalb des formalen Unterrichts in einem virtuellen Dokumentations-Center zusammengetragen werden. Diese bewährten Verfahren zeigen innovative und originelle Maßnahmen und Herangehensweisen, wie junge Menschen im nicht-formalen Umfeld, zumeist gemeinsam mit anderen, Sprachen lernen können. Das Projekt richtet sich vorwiegend an Dozenten/Lehrer und Verantwortliche aus dem Bildungsbereich der Erwachsenenbildung.
Die Vielzahl der bewährten Verfahren für unterschiedliche Sprachen ist eine Sammlung der besten erprobten Beispiele, die auch von den Partnerorganisationen/Netzwerken in den verschiedenen Ländern aktiv benutzt werden. Sie sind auf einer Internetplattform unter
www.yell-project.eu zusammengefasst und nach verschiedenen Filterkriterien auswählbar. Neben der Auswahl dieser bewährten Verfahren erarbeitet das Projekt auch ein Handbuch, das nützliche Informationen zum theoretischen Hintergrund sowie zur praktischen Umsetzung gibt. Es behandelt insbesondere die Themen "Motivation von Lernenden", "Evaluation von non-formalem Lernen" und informiert, wie die Projektergebnisse und -produkte weiter verbreitet werden können.


