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Erfahrungen
"Europa ist kleiner und greifbarer geworden". Im Interview berichtet die Kreuzberger Lehrerin Friederike Terhechte-Mermeroglu von der COMENIUS-Partnerschaft "European Classroom". Lesen Sie mehr über ihre Erfahrungen.
European Classroom
Projekt des Monats
April 2011
Die Berliner Hunsrück-Grundschule erhält für ihre Mitwirkung an der multilateralen COMENIUS-Schulpartnerschaft "European Classroom" mit fünf Partnerschulen in Europa die Auszeichnung als Projekt des Monats April. Die Lehrer/-innen tauschen sich über die besten Methoden aus, Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu fördern. Die Kinder schicken ihre Schulmaskottchen in einem Paket mit selbst geschriebenen Geschichten, Gedichten und Liedern zu den Partnern. So lernen alle voneinander und Europa wird überschaubarer.
So funktioniert Lernen in der globalisierten Welt
"So vieles ist ähnlich und anderes ist überraschend anders", fasst Friederike Terhechte-Mermeroglu ihre Erfahrungen mit der ersten internationalen Partnerschaft ihrer Schule in Berlin-Kreuzberg zusammen. Mit den Lehrkräften aus vier Partnerschulen in Frankreich, Norwegen, Zypern und Tschechien und einem finnischen Kindergarten trifft sie sich seit 2009, um die Schulentwicklung durch europäische Zusammenarbeit voranzubringen. Überzeugt hat sie vor allem die offene, zuversichtliche Haltung, die ihre skandinavischen Kolleginnen allen Schülern entgegen bringen. Wie das überall geforderte Prinzip der Inklusion im europäischen Schulalltag verwirklicht wird, beschäftigt alle beteiligten Partner.
Europa ist kleiner und greifbarer geworden
Die Kinder sind neugierig auf die verschiedenen Sprachen und gehen mit viel Spaß an die Entdeckung der fünf Partnerländer. Wenn das nächste Maskottchen mit der Post kommt, packen sie das Paket mit den beiliegenden Geschichten, Gedichten und Steckbriefen der Kinder aus und beginnen das neue Land und die Partnerschüler kennenzulernen. Dabei hilft ihnen die Methode der "Lernszenarien", die die Kreuzberger Grundschule einsetzt, damit alle Kinder ihre Interessen und Fähigkeiten bei der Erforschung des Projektthemas einbringen. Nach einigen Wochen veranstalten die Schüler ein Abschiedsfest, packen ihre Produkte und Nachrichten für die nächste Schule mit ins Paket, und das Maskottchen reist wieder ab.
Dorfschule trifft Stadtschule
Auch Begegnungen der Kinder gehören zum Programm. Nicht alle Partnerländer können sich beteiligen, zum Beispiel weil sie strengere Jugendschutzauflagen haben. Für die Großstadtkinder aus Kreuzberg war das Treffen mit den Kindern aus dem tschechischen Dorf Stara Cervena Voda ein Höhepunkt. Jeweils eine Woche lebten die Schülerinnen und Schüler in den Familien der Partner. "Wir hatten alle Angst, dass die Lebensumstände zu verschieden sind, um sich zu verstehen", erinnert sich die Lehrerin. Um so mehr begeisterte alle Beteiligten am Ende, wie neugierig und offen sich alle begegneten.
Der PAD hat mit der verantwortlichen Lehrerin an der Hunsrück-Grundschule gesprochen. Lesen Sie mehr im Interview mit Friederike Terhechte-Mermeroglu.
Schritt für Schritt
- November 2008:
Kontaktseminar in Durham, Großbritannien. - Oktober 2009:
Start des COMENIUS-Projekts mit einem Studienbesuch in Vaasa (Finnland). Vier Lehrerinnen aus Deutschland treffen ihre Kolleginnen und Kollegen aus fünf Ländern. - Zwischen den Studienbesuchen befassen sich die Kinder an den sechs Einrichtungen mit ihrem Gastmaskottchen und seiner Geschichte. Sie ergänzen die Materialien und fügen eigene Dokumente hinzu.
- Januar 2010:
Studienbesuch in Stara Cervena Voda (Tschechische Republik). - 19. bis 24. April 2010:
Deutsch-Tschechische Begegnung in Berlin mit 15 Kindern und drei Lehrer/-innen aus Stara Cervena Voda. - Mai 2010:
Studienbesuch in Nicosia (Zypern). Zwei Lehrerinnen und der Schulleiter aus Berlin treffen Kolleginnen und Kollegen aus fünf Partnerschulen. - 21. bis 25. Juni 2010:
25 Schüler/-innen aus Berlin und drei Lehrerinnen fahren zur 2. deutsch-tschechischen Begegnung in die Tschechische Republik. - September 2010:
Studienbesuch in Berlin - 15 Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerländern treffen das Kollegium der Hunsrück-Grundschule. - März 2011:
Studienbesuch in Norwegen. - Juni 2011:
Abschlusstreffen in Frankreich.
Projektdaten
- Schulen / Jahrgang:
Fünf Grundschulen in Berlin (Deutschland), Fonteney le Comete (Frankreich), Vinstra (Norwegen), Stara Cervena Voda (Tschechische Republik), Nicosia (Zypern) und ein finnischer Kindergarten in Vaasa (koordinierende Einrichtung).
- Ansprechpartnerin:
Friederike Terhechte-Mermeroglu, Hunsrück-Grundschule Berlin
- Projektsprache:
Englisch
- Themen und Aktivitäten:
Jede Schule schickt ein Maskottchen mit einem Paket auf die Reise, das Geschichten, Steckbriefe der Kinder und weitere Dokumente aus dem Herkunftsland enthält. Die Pakete werden ausgepackt, zum Thema im Unterricht und dann mit Ergänzungen weitergeschickt. Aktivitäten sind z.B. Lesen, Schreiben, Singen, Tanzen. So lernen die Kinder ihre eigene Kultur und die der Partnerländer kennen. Die Hunsrück-Grundschule schickt zum Beispiel ihr Maskottchen "Wilder Willi" mit der Geschichte von der Steinsuppe zu den Partnern.
Geschichte von der Steinsuppe mit didaktischen Anregungen [PDF, 26 KB]
- Förderprogramm:
Multilaterale COMENIUS-Schulpartnerschaft 2009 bis 2011 im EU-Programm für lebenslanges Lernen.


















