COMENIUS-Assistenzzeiten
- Erfahrungen im Ausland
- Erfahrungen in Deutschland
Deutschlerner/-in des Monats
Die Deutsche Welle kürt den/die "Deutschlerner/-in des Monats", zum Beispiel Maddalena aus Italien und Eleni aus Griechenland. Sie lernten Deutschland als COMENIUS-Assistenzkraft kennen. Mehr
Erfahrungen mit COMENIUS-Assistenzzeiten
COMENIUS-Assistenzkräfte aus Deutschland im Ausland
Die hier zusammengestellten Erfahrungen wurden Abschlussberichten ehemaliger COMENIUS-Assistenzkräfte entnommen. Sie sind daher sehr persönlich gefärbt und geben die Eindrücke einer Person, an einer bestimmten Einrichtung in einem bestimmten Ort wieder. Bitte beachten Sie, dass jede Assistenzzeit individuell geprägt ist und auch Sie selbst durch Ihre Persönlichkeit Einfluss auf die Gestaltung der Assistenzzeit nehmen können.
Erfahrungen von COMENIUS-Assistenzkräften
Motivation
Warum ihr euch als COMENIUS-Assistenzkraft bewerben solltet...
"Ich habe mich dazu entschlossen mich als Comenius-Assistentin zu bewerben, weil ich die Idee des lebenslangen Lernens sehr gut finde. Nachdem ich mein 1. Staatsexamen […] abgeschlossen hatte, wollte ich vor dem Vorbereitungsdienst noch etwas anderes machen, das mich aber in Bezug auf meinen zukünftigen Beruf als Grund-und Hauptschullehrerin weiterbringt. Vor meinem Aufenthalt in England habe ich nicht wirklich mit dem Gedanken gespielt, einmal ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten. Nach meiner Assistenzzeit ist dies nun anders. Ich werde ab dem Wintersemester den Masterstudiengang 'Deutsch als Fremdsprache' belegen. […]. Mein Aufenthalt in UK hat dazu beigetragen, dass sich mein Interesse an Sprachen noch verstärkt hat. Ich habe während meiner Zeit eine Menge gelernt, und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung." Carolin, England
"Ich habe die Unterrichtserfahrung im Ausland gesucht, um herauszufinden, ob mir die Arbeit als Lehrerin Spaß macht und ob ich mich dafür eigne. […]
Die Assistenzzeit hat meine didaktischen und sprachlichen Kompetenzen erweitert und mich besser auf das Referendariat vorbereitet, da es mir die anfängliche Nervosität, vor einer Klasse zu stehen, genommen hat.
Und nicht zuletzt gelten Auslandserfahrungen bei einer Bewerbung ja auch immer als Pluspunkt im Lebenslauf.
Ich werde die Assistenzzeit allen weiterempfehlen, die Lehrer werden wollen oder die gerne einmal im Ausland unterrichten möchten. Mir hat die Planung und Durchführung sehr gut gefallen und ich habe mich durch den PAD gut betreut gefühlt." Ines, Italien
"Ich habe durch meine Zeit als COMENIUS-Assistentin die Chance erhalten, erste Erfahrungen als Lehrerin zu sammeln, ohne dabei ein so hohes Maß an Verantwortung beigemessen zu bekommen, wie das vielleicht im Referendariat oder in meiner späteren Tätigkeit als fertig ausgebildete Grundschullehrerin der Fall sein wird. […] Auch in Bezug auf mein Privatleben fühlt es sich an, als habe ich mich in den letzten Monaten ein ganz großes Stück weiterentwickelt. Sich selber in einem fremden Land zurechtzufinden, in dem man niemanden kennt und sich quasi eine ganz neue Existenz aufbauen muss, ist ein Erlebnis, das zunächst eine gehörige Portion an Mut und Offenheit fordert. Als ich jedoch den ersten Schock überstanden und mich ein wenig eingelebt hatte, stellte sich ein gutes Gefühl der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ein, das ich nun nach meiner Rückkehr in die Heimat stark vermisse. Ich fühle mich nun stärker, da ich weiß, dass ich mich auf eine vollkommen neue und fremde Umgebung oder Situation nach einiger Zeit problemlos einstellen kann - eine Erkenntnis, die mir sicher in meinem Leben noch des Öfteren von Nutzen sein wird." Leona, Schottland
"Ich kann nur sagen, dass so eine Assistenzzeit die absolut beste Möglichkeit ist als junge/r bzw. angehende/r LehrerIn Unterrichtserfahrungen zu sammeln, sich auszuprobieren, ein Land und dessen Schulsystem gut kennen zu lernen und viele tolle Bekanntschaften und vielleicht auch Freundschaften zu knüpfen: also MACHT EUCH AUF DIE STRÜMPFE!" Miriam, Schweden
Praktische Lehrerfahrungen
Was bringt die Assistenzzeit für den späteren Lehrberuf?
"Meiner Meinung nach war meine Assistenzzeit eine absolute Bereicherung für meine zukünftige Tätigkeit als Lehrerin. Ich durfte ein neues Schulsystem kennenlernen und die Vor- und Nachteile dieses Systems feststellen. Außerdem habe ich durch die Arbeit mit vielen verschiedenen Lehrern und den verschiedenen Fächern neue Unterrichtsmethoden und Lerntechniken kennen gelernt, die ich entweder in meiner Tätigkeit als Lehrerin anwenden oder vermeiden möchte.
Es ist, meiner Meinung nach, sehr hilfreich gesehen zu haben, wie die Zusammenarbeit im Kollegium funktionieren kann, Versammlungen oder Besprechungen organisiert werden und der Schulalltag gestaltet wird. Diese Ideen kann ich in einem späteren Kollegium mit einbringen. Außerdem möchte auch ich als Lehrerin das COMENIUS-Programm weiter unterstützen und den Unterricht ebenfalls durch einen Assistenten bereichern. Ich denke die Arbeit als Assistent eignet sich sehr gut als Vorbereitung auf die Lehramtsanwärterzeit. Das Assistieren bietet die Möglichkeit die Reaktion des Lehrers und der Schüler beobachten zu können und dadurch Probleme und Gelungenes einfacher zu erkennen." Jennifer, Norwegen
"Ich war mitunter sehr enttäuscht, da ich wenig in den allgemeinen Ablauf eingebunden wurde. Ich hatte das Gefühl, dass die Möglichkeiten meiner Mitarbeit häufig unterschätzt oder sogar nicht wahrgenommen wurden. […] Es war daher sehr schwierig, überhaupt Fuß zu fassen und eigene Aufgaben zu bekommen. Die Initiative musste immer von mir ausgehen und da man es als 'Fremde' schon schwer hat, sich an eine neue Sprache und eine fremde Kultur zu gewöhnen, ist das auf Dauer einfach sehr kraftaufreibend. […] Auf der anderen Seite erhielt ich beim Unterrichten viele Freiheiten und konnte wirklich all meine Ideen umsetzen, eben, da ich wenig bis gar keine Begleitung/ Hilfestellung erhielt. Dies empfand ich wiederum positiv. Im Allgemeinen wäre jedoch eine Balance zwischen beiden Extremen besser gewesen. Ich hätte mir insgesamt mehr Hilfestellung gewünscht." Michaela, Norwegen
"Wie schon in meiner Bewerbung als Assistenzkraft erläutert, sind die Möglichkeiten während des Referendariats anderweitig Erfahrungen zu sammeln begrenzt. Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Ich konnte Kraft tanken für den Vorbereitungsdienst und vielfältige Erfahrungen sammeln. Insbesondere die Erfahrungen, die über den Unterricht hinaus gehen, waren die wertvollsten für mich. Es sieht jetzt so aus, dass ich hier in Deutschland an einer Zusatzausbildung 'CLIL' (Bilinguales Unterrichten) teilnehmen kann. Ende dieses Monats muss ich eine Eingangsprüfung ablegen, da ich keine Fremdsprache studiert habe. Wenn diese gut funktioniert, folgen weitere Prüfungen und Kurse und nach dem Referendariat habe ich dann die Zusatzqualifikation erhalten Biologie auf Englisch zu unterrichten." Monika, Finnland
"Eigentlich hat die Assistenzzeit meine Erwartungen übertroffen, da ich wirklich auf sehr nette und offene Kollegen getroffen bin, mit denen die Arbeit sehr viel Freude bereitet hat. Vor Ankunft war ich ein bisschen besorgt, da Deutsch nicht als Fach angeboten wurde und die Schule eigentlich auf einen englischsprachigen Assistenten gehofft hatte. Doch durch die Flexibilität und das Interesse beider Seiten war die Assistenzzeit durchweg positiv." Giannina, Italien
Interkulturelle Erfahrungen
Durch eine COMENIUS-Assistenzzeit lernt ihr hautnah die Kultur eines anderen Landes kennen...
"Mein Erfahrungswert an neuen kulturellen Erfahrungen ist äußerst hoch. Ich war niemals zuvor in Griechenland gewesen, und es stand bei meiner Bewerbung als Wunschland lediglich auf dem vierten Rang. […] Durch meinen Aufenthalt in Griechenland bekam ich nun die Chance, einen völlig anderen Teil Europas kennenzulernen. So überraschte es mich, wie einfach es mir gelang, soziale Kontakte zu knüpfen, da ich in Frankreich kaum Kontakt zu Einheimischen hatte. Ich wurde von den Griechen mit einer Gastfreundschaft aufgenommen, wie ich es nie zuvor erlebte. In der Schule wurde ich behandelt, als ob ich schon immer dazugehöre. Die Lehrer waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Oftmals wurde ich nach Hause eingeladen. Aber auch meine griechischen Freunde waren immer um mein Wohlbefinden besorgt. Des Weiteren waren sie sehr bemüht, mir die griechische Lebensweise näher zu bringen. Schnell bemerkte ich, dass das Leben draußen stattfindet. Auch das Essen spielt eine ganz andere Rolle als in Mitteleuropa. Es dient nicht dem Zweck der Nahrungsaufnahme, sondern vor allem der Kommunikation. Es kann sich über Stunden hinziehen. Besonders gefallen hat mir dabei, dass das Essen immer geteilt wird, was wirklich eine positive Atmosphäre schafft.[…]
Insgesamt war es eine großartige Erfahrung. Ich habe gelernt, dass Werte wie Familie, Freundschaft und Hilfsbereitschaft mehr Bedeutung im Leben haben können, als dies bisher bei mir der Fall war. Euch zukünftigen Assistenten würde ich raten, ein Zielland auszusuchen, mit dem ihr zuvor noch nicht in Berührung geraten seid. COMENIUS bietet hier die einzigartige Möglichkeit, persönliche Erfahrungen zu machen und die Kenntnisse über Europa zu erweitern." Laura, Griechenland
"Die letzten Monate waren die wahrscheinlich besten meines Lebens. Ich bin nicht nur als Person gewachsen, sondern habe auch die Chance erhalten, in einer fremden Kultur zu leben und viel über diese zu lernen. Zudem stellt die COMENIUS-Assistenzzeit eine einmalige Möglichkeit dar, Einblicke in ein anderes Schulsystem zu erhalten, was für die eigene, zukünftige Lehrtätigkeit nur von Vorteil sein kann. Letztendlich steht und fällt der Erfolg des Aufenthalts mit der eigenen Fähigkeit, Toleranz und Offenheit gegenüber einer anderen Kultur und den Menschen dort zu zeigen." Esther, Nordirland
"Ich kann jedem nur empfehlen, selbst eine Assistenzzeit in einem europäischen Land zu erleben. Diese Erfahrung hat mich auf meinem Weg zur Lehramtsanwärterin nur bekräftigt. In einem fremden Land ist man zunächst auf sich alleine gestellt und muss anfangs auch kämpfen. Doch es lohnt sich! Ich habe auch sehr viel für mich selbst dazu gelernt und ein Stück weit die norwegische Mentalität auf mich übertragen.
Allgemein ist es wichtig seinen Horizont zu erweiteren und fremde Sprachen, Kulturen und in meinem Fall ein anderes Schul- bzw. Bildungssystem kennen zu lernen. Der Blick auf das deutsche System wird so neu entdeckt und eventuell in ein neues Licht gerückt." Stefanie, Norwegen
"Der Unterricht über meine Heimat und Kultur bereiteten mir am meisten Freude, da mir so die Möglichkeit geboten wurde, viel von mir und meinem Leben in Deutschland an die Schüler zu vermitteln. Bei jeder Gelegenheit von z.B. Feiertagen, Gewohnheiten etc. konnte ich meinen Schülern ein Stückchen meiner Kultur näherbringen. Die Schüler waren daran sehr interessiert. Es bestand gegenseitiges Interesse zwischen mir, den Schülern, als auch Lehrern, uns über unsere unterschiedlichen Kulturen auszutauschen, angefangen von Esskulturen bis hin zu religiösen Festlichkeiten.
Diese Erfahrungen waren einmalig und ich möchte sie nicht missen. Für mich ist es auch heute noch unglaublich, wie viel Spaß es einem bereitet, ein bisschen seiner „normalen Alltagswelt“ anderen weiterzugeben und sie dadurch zu lehren. Ich kann nur jedem empfehlen, eine solche Erfahrung zu machen!" Christine, Spanien
Sprachkenntnisse
Sprachenlernen öffnet Türen!
"Ich wollte nie Sprachenlehrer sein. Nun habe ich mir vorgenommen, noch Englisch zu studieren. Sprache kann was! Und vor allem im Sprachunterricht sollte das Credo lauten: SPRACHE kommt von SPRECHEN, nicht von Schreiben. Man kann sooo viel machen, was nix mit dem langweiligen Buch zu tun hat!!! Also ein echter Erkenntnisgewinn für mich!!!" Michael, Niederlande
"Man hat die Möglichkeit, ein neues Land und eine neue Sprache kennen zu lernen und dort den Alltag zu erleben. Sich im Schulalltag zurechtzufinden ist eine große Herausforderung, aber man kann auch seine Ideen verwirklichen und sich ausprobieren. Es gibt wohl keine bessere Gelegenheit eine Sprache zu lernen als in dem jeweiligen Land. Da man in der Regel alleine ist, wird man gezwungen, sich zu verständigen und macht so schnell Fortschritte." Julia, Belgien (französischsprachiger Landesteil)
"Ich habe Deutsch und Sport auf Lehramt studiert und werde voraussichtlich im August ins Referendariat gehen. Insofern hat mir die Assistenzzeit sehr viel gebracht. Ich habe Routine darin bekommen, jeden Tag vor einer Klasse zu stehen, spontan zu reagieren und zu unterrichten. […] Außerdem habe ich durch die Assistenzzeit Lust am DAF-Unterricht bekommen. Ich habe mich deshalb beim Goethe-Institut als Lehrkraft für einen Jugendsommerkurs beworben und den Job bekommen. Ich bin mir sicher, dass ich die Zusage nur aufgrund meiner Tätigkeit als COMENIUS-Assistenzkraft erhalten habe. Ich denke auch darüber nach, ein DAF-Zertifikat zu erwerben und eher in diese Richtung zu gehen, als Sport- und Deutschlehrerin an einer Schule zu werden." Julia, Italien
"Meine Assistenzzeit war sehr gut vorbereitet und ich fühlte mich auch während der Assistenzzeit sehr gut betreut. Die Vorerfahrungen und Tipps anderer Assistenzkräfte haben mir vieles erleichtert. Die Idee des Projekts finde ich einfach super. Toll, dass die Unterrichtserfahrung und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen u. man auch später als Lehrer aktiv werden kann. An zukünftige Assistenten: Wagt den Sprung auch in ein osteuropäisches Land, die Erfahrungen sind sehr wertvoll und lernt die Sprache richtig. ISIC-CARD nicht vergessen!" Heidi, Tschechische Republik
Als COMENIUS-Assistent an der Gug-Skole in Aalborg
Jens Gerisch, Student für das Lehramt Sonderpädagogik in Dortmund, nutzte die Möglichkeit, praktische Unterrichtserfahrung in einem anderen europäischen Land zu sammeln und assistierte an einer dänischen Volkeskole mit 800 Schülerinnen und Schülern. In einem Artikel für das Heft "Neue Schulwege in Europa" des PAD berichtet er über seine Zeit in Dänemark. "Ich empfinde es als wirkliche Bereicherung, neue Impulse erhalten zu haben, wie Schule anders gedacht und umgesetzt werden kann", stellt er rückblickend fest.
Hej Dänemark. Sieben Monate als COMENIUS-Assistent an der Gug-Skole in Aalborg [PDF, 127 KB]





