Projekte koordinieren und Krisen meistern
Erfahrungen aus dem Freiwilligendienst "kulturweit"
Am 26. Juni 2010 war es endlich soweit: Eines meiner größeren Projekte fand statt, der regionale Vorlesewettbewerb mit den Deutschen Schule Puerto Montt, Frutillar und sogar Punta Arenas, unter der Schirmherrschaft des Verbandes deutschsprachiger Lehrer in Chile (VdLiCh).
Die vorhergehenden Wochen waren von einem großen Organisationsaufwand gekennzeichnet, schließlich mussten Gastfamilien gefunden, Essen geplant und gekauft, Pläne erstellt und Räume organisiert werden. Besonderen Spaß hatte ich beim Auswählen der Texte, durfte ich doch so Lesen als offizielle Arbeitszeit anrechnen lassen. Nebenbei habe ich noch den schulinternen Wettbewerb durchgeführt und Klassensieger ausgewählt. Die konnten natürlich nicht unvorbereitet gegen die anderen Schulen antreten. Deshalb bin ich die drei Wochen vor dem Wettbewerb jeden Tag länger geblieben und habe mich gemeinsam mit meinen Schützlingen durch die richtige Aussprache von ä, ö, und ü und schwierigen Wörtern und auch die Rechtschreibfehlerkorrektur gequält, bei Fischers Fritze die Zunge verknotet und vor dem Wettbewerb Atemübungen zur Beruhigung durchgeführt.
Gebracht hat das – außer viel Spaß – leider wenig. Puerto Montt war übermächtig und hat fünf der sechs Preise abgestaubt. Ein einziger ging an Frutillar. Egal, nächstes Jahr wird es besser – dafür mache ich meine Nach-Nachfolgerin persönlich verantwortlich...
Ingesamt haben 32 Schülerinnen und Schüler aus den Kategorien Fremdsprachler und Ergänzungssprachler der 5./6., der 7./8. und der 9./10. Klasse teilgenommen. Mit dabei als Helfer und Jurymitglieder waren auch die Freiwilligen Rebecca (Frutillar) und Carolin (Punta Arenas), sowie diverse Lehrerinnen aus den teilnehmenden Schulen. Für mich war das alles eine gute Erfahrung, bin ich doch jetzt Top-Projekt-Koordinatorin und Krisenmanagerin für alle Fälle.
Sonja Lox, Freiwillige in Chile




