Deutsche Kultur im fernen Asien

- Unterricht in der 1. Klasse in der mongolischen Nationaltracht
Seit September 2011 ist der 18-jährige Sebastian Burkard an der deutsch-mongolischen Alexander-von-Humboldt-Schule in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator im Freiwilligenprogramm "kulturweit" eingesetzt. Weit weg von zu Hause bringt er den Schülerinnen und Schülern die deutsche Kultur näher. Rückblickend auf die ersten zwei Einsatzmonate gibt es schon einiges zu berichten.
Eigentlich könnte man meinen, dass ich noch nichts Großes zu berichten habe. Schließlich bin ich gerade mal zwei Monate in der Mongolei. Und doch – jeden Tag erwartet mich ein neues Abenteuer und ich komme gar nicht hinterher, alle Erfahrungen festzuhalten. In meinem Erfahrungsbericht möchte ich allerdings zwei Projekte besonders hervorheben, die – wie ich finde – die deutsche Kultur auf eine tolle Art den Kindern näher bringen.
Für die Mittelstufe habe ich zusammen mit zwei Deutschkolleginnen ein neues Fest für die Schule konzipiert, bei dem es sich um etwas "Deutsches" handeln sollte. Als Monat wurde der November vorgegeben und so kamen wir auf die Idee, den Faschingsanfang in der Mongolei zu feiern. Dies haben wir dann auch gemacht und bei viel Spiel und Spaß zusammen die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Natürlich haben wir immer auch die Hintergründe erklärt und versucht, so viel Deutsch wie möglich in dieses Fest einfließen zu lassen. Deswegen gab es als kleinen Snack für jeden einen Faschingskrapfen. Darüber hinaus wurden deutsche Faschingslieder gesungen, die die Schüler gelernt haben. Das „Fliegerlied“ durfte bei diesem Schulevent keineswegs fehlen. Alle haben sich über diese neue Feier sehr gefreut und ich bin sicher, dass dies nicht der letzte Schulfasching gewesen ist.

- Das Laternenfest in der Mongolei
Anfang November fand das Laternenfest für die Grundschule an meiner Einsatzstelle statt. Das Laternenfest ist keineswegs eine Erfindung der Mongolen, sondern wird gefeiert als Anlehnung an das St. Martins-Fest. Ein katholisches Fest in einem buddhistischen Land – ob das gut gehen kann? Klar kann es gut gehen. Die Eltern haben in langer Vorbereitung wunderschöne Laternen mit ihren Kindern gebastelt. Zu Beginn des Laternenfestes wurde ein kleines Theaterstück (auf Deutsch, mit Schülern der Mittelstufe, einstudiert von mir) über St. Martin aufgeführt, welches die Botschaft des Teilens ausdrückte und anschließend sind die Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen gezogen und haben dabei „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ und „Ich geh mit meiner Laterne“ gesungen. Alles deutsche Lieder, die zuvor im Deutschunterricht eifrig geübt wurden. An der Schule wieder angekommen, gab es dann ein großes Lagerfeuer und anschließend wurde den Kindern nochmals die Martins-Geschichte auf Mongolisch erzählt. Eine wirklich sehr beeindruckende Veranstaltung.
Nächste Woche beginnt das neue Quartal in der Schule. Von nun an werde ich pro Woche zwei Doppelstunden einen Extrakurs mit dem Titel „Deutschlandrückkehrer“ betreuen. Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule, die bereits einmal in Deutschland gelebt haben, erleben in den Wochenstunden wieder einen Hauch von Deutschland, sei es im Basteln von Weihnachtsdekoration oder im Lesen von deutschen Märchen. Auf meinen neuen Kurs freue ich mich schon sehr.
An meiner Einsatzstelle spielt die Projektarbeit eine große Rolle. Dies bereitet mir viel Freude und Spaß, vor allem deswegen, weil man in der Projektarbeit mit den Kollegen und natürlich auch den Kindern immer wieder viel dazu lernen kann. Viele weitere Eindrücke in Text und Bild gibt es auf meinem Blog:
www.kulturweit-blog.de/mongolei
Sebastian Burkard, »kulturweit«-Freiwilliger in Ulan Bator - Mongolei



