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Deutsch-afrikanische Schulpartnerschaften bleiben aktiv

Ob in Präsenz oder virtuell – die Zusammenarbeit zwischen deutschen und afrikanischen Schulen geht weiter. Eine Online-Veranstaltung am 03. Mai 2022 informierte über die Möglichkeiten deutsch-afrikanischer Partnerschaften.

Schülerinnen und Schüler an afrikanischer Partnerschule

Besuch an der Partnerschule in Benin: Die Partner der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn kauften vom Preisgeld mehrere Fahrräder. Foto: Magloire Atchanhouin

Anfang 2020, kurz bevor die Pandemie Präsenzaustausche für längere Zeit unmöglich machte, reiste eine Schülergruppe der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn zu ihrer Partnerschule nach Benin, dem Collège d’enseignement général in Grand-Popo. Seit 2017 verbindet die beiden Schulen eine offizielle Partnerschaft, die geprägt ist von gegenseitigen Austauschbegegnungen und gemeinsamer Projektarbeit. Bei dem Austausch setzten sich die beninischen und deutschen Schülerinnen und Schüler mit den Themen Wasser, Klimawandel, Landwirtschaft und Fischerei auseinander. Als Projektergebnisse entstanden ein deutsch-französischer Kalender sowie ein eindrucksvoller selbstgedrehter Dokumentarfilm mit dem Titel „Wasser ist Leben – L’eau, c’est la vie“.

Das Projekt wurde mit dem ersten Platz des Projektwettbewerbs des PAD ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 1.500 €.

Zwei Jahre nach der gemeinsamen Projektarbeit in Benin konnten nun endlich wieder zwei Lehrkräfte aus Eschborn zur Partnerschule reisen. Mit im Gepäck: Die Urkunde über den Gewinn des Projektwettbewerbs, die Austauschkoordinatorin Cornelia Pieroth in Grand-Popo feierlich überreichte. Vom Preisgeld wurden vor Ort Fahrräder für sechs Schülerinnen und Schüler der Partnerschule angeschafft. Kriterien zur Vergabe waren ein weiter Schulweg, ein gutes Sozialverhalten und gute Schulleistungen. Am Ende des Schuljahres werden die Fahrräder wieder an die Schule zurückgeben, sodass sie im neuen Schuljahr andere Schülerinnen und Schülern nutzen können. „Durch die Betreuung von Patenkindern wissen wir, dass durch die zum Teil weiten Schulwege die Lernbedingungen sehr beeinträchtigt sein können“, berichtet Cornelia Pieroth. Die Fahrräder können also dazu beitragen, den Schultag der Lernenden zu erleichtern und geben auch Mitschülerinnen und Mitschülern einen Ansporn zu besseren Leistungen. Das restliche Preisgeld nutzt das Collège für Förderunterricht für die Abschlussklassen.

Deutsch-senegalesische Schulpartnerschaft feiert 10-jähriges Jubiläum

Auch das Tilman-Riemenschneider-Gymnasium in Osterode pflegt eine intensive Partnerschaft mit einer westafrikanischen Schule: Seit 10 Jahren besteht die Schulpartnerschaft mit dem Lycée Valdiodio Ndiaye in Kaolack im Senegal; rund 200 deutsche und senegalesische Schülerinnen und Schüler konnten bisher an Begegnungsreisen nach Kaolack bzw. Osterode teilnehmen und so den Nachbarkontinent hautnah erleben.
Auch die Osteroder konnten Anfang 2020 kurz vor Inkrafttreten der Reisebeschränkungen noch einen regulären Austausch in Kaolack durchführen, bei dem die Jugendlichen gemeinsam an einem Kunstprojekt arbeiteten. Der Gegenbesuch und weitere geplante Austausche mussten dann pandemiebedingt abgesagt werden. Doch die deutsch-senegalesische Projektarbeit wurde selbst in Zeiten des Distanzlernens weitergeführt: In einem virtuellen Austauschprojekt entstand in Eigenregie der Schülerinnen und Schüler ein Video mit dem Titel „Ein Tag auf der Welt“, das den Alltag in Deutschland und im Senegal vergleicht. Das Fazit der Jugendlichen: „Uns verbindet viel mehr, als uns trennt.“ Auch dieses Projekt wurde im Projektwettbewerb ausgezeichnet und gewann den dritten Preis.

PAD-Online-Tagung informierte über deutsch-afrikanische Schulpartnerschaften

Am 3. Mai 2022 führte der PAD in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium die Online-Veranstaltung „Schulpartnerschaften MIT Afrika: Auf einer Weltenlänge!“ durch. Rund 80 Lehrkräfte erhielten Impulse zur Gestaltung einer Partnerschaft mit afrikanischen Schulen und konnten sich über Chancen und Herausforderungen einer solchen Partnerschaft austauschen. In einem Impulsvortrag betonte Dr. Uschi Eid, Präsidentin der Deutsche Afrikastiftung, das Potential von Schulpartnerschaften, Schülerinnen und Schülern aus Deutschland ein realistischeres Afrikabild zu vermitteln. Dafür brauche es aber eine neue Philosophie der Zusammenarbeit, weg von einseitiger „Hilfe“ für Schulen in afrikanischen Ländern. Die interkulturelle Trainerin Anna Kauert stellte anhand von praktischen Beispielen dar, wie Austauschprojekte auch virtuell zu einem Erfolg werden. In den von ihr vorgestellten virtuellen Projekten hat sich insbesondere ein synchrones und asynchrones Vorgehen bewährt, in dem sich die Schülergruppen virtuell begegnen und zudem – asynchron – Projekte vor- und nachbereiten. Im Anschluss berichtete Andrea Rahm, Schulleiterin der Sophie-Scholl-Schule Oberjoch, über die Partnerschaften ihrer Schule mit Schulen in Tansania, Ghana und Togo. Im Mittelpunkt stehen hier nicht die Austauschbegegnungen, vielmehr werden die Partnerschaften und das vernetzte, fächerübergreifende Lernen an weltbewegenden Themen wie Klimaschutz fortlaufend in den Schulalltag und Unterricht integriert. Sie macht sich für Begegnungserfahrungen ihrer Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe stark, um gleichwertige Beziehungen zu fördern.

Fördermöglichkeiten

Der PAD fördert Partnerschaften zwischen Schulen in Deutschland und afrikanischen Ländern im Rahmen der Initiative PASCH (Schulen: Partner der Zukunft). Dies gilt sowohl für virtuelle Austausche als auch für Präsenzbegegnungen. Ansprechpartnerin im PAD ist Frau Anja van Kerkom, Telefon: 0228 501 217.

Solidarität mit der Ukraine

Schulen in Deutschland und der Ukraine verbinden langjährige Partnerschaften. Erfahren Sie mehr über Hilfsaktionen, Austausch und Solidarität in der Krise. Mehr erfahren

Austausch digital

Um internationale Schulpartnerschaften aufrecht zu erhalten oder zu ergänzen und Schülerbegegnungen zu ermöglichen, stellt der PAD Möglichkeiten des digitalen Austauschs vor, die auch finanziell gefördert werden.

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