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Ein bisschen "echte USA" im Klassenzimmer

US-amerikanische Studierende bringen sich mit dem Programm für Fremdsprachenassistenz (FSA) an deutschen Schulen ein. Die Schülerinnen und Schüler bekommen so während der Präsidentschaftswahlen in den USA spannende Einblicke.

FSA-Programm: Student aus den USA in Klassenzimmer an deutscher Gastschule

Kanu Shenoi aus Wisconsin bringt sich als Fremdsprachenassistent am Gymnasium Eickel in Herne ein. Foto: PAD/privat

Megan Doe aus Pennsylvania, Samantha Feldman aus Arizona, Timothy Bradley aus New Hampshire und Kanu Shenoi aus Wisconsin haben sich dazu entschlossen, ein zweites Jahr an ihren Schulen in Deutschland zu bleiben. Die vier US-amerikanischen Studierenden sind im Rahmen des Programms für Fremdsprachenassistenz (FSA) mit einem Stipendium schon im Schuljahr 2019/2020 an ihre Gastschulen gekommen. Thabea-Elaine Westphal und Helena Stech aus dem Referat für Fremdsprachenassistenz im PAD haben mit den vier jungen Erwachsenen über ihre Erfahrungen gesprochen.

Welche Eindrücke habt ihr als Fremdsprachenassistenten bisher gesammelt?

Megan Doe:  Wir sind vor allem Kulturbotschafter unseres Landes und leben den Austausch vor. Wir versuchen, eine Verbindung zwischen der Außenwelt und dem Klassenzimmer herzustellen, um zwei verschiedene Kulturen zusammenzubringen.

Samantha Feldman:  Wir haben als FSA schon allein wegen unseres Alters einen guten Zugang zu den Schülerinnen und Schüler. Da wir aus den USA kommen, können wir sehr gut über aktuelle Themen sprechen und das “echte” amerikanische Leben in den Unterricht einbringen.

Kanu Shenoi:  Wir sind halt “die Guten”. Wir geben keine Noten und sind oft eine vermittelnde Person zwischen der Lehrkraft und den Jugendlichen.

Timothy Bradley:  Die Beziehungen zwischen der Fremdsprachenassistenzkraft, dem Kollegium und den Schülerinnen und Schülern ist mehr als positiv. Allerdings gibt es Einschränkungen was die Technik und die Ausstattung der Schulen angeht, weshalb man vor allem in Zeiten von Corona sehr kreativ sein muss.

Wie sieht eine Unterrichtsstunde mit euch aus?

Kanu Shenoi:  Seit der Corona-Pandemie ist der Unterricht etwas einseitiger. Wir machen viel online und haben dadurch weniger Möglichkeiten, so mit den Schülerinnen und Schüler zu interagieren, wie wir es normalerweise tun. Es funktioniert aber soweit trotzdem gut. Vor der Pandemie sah der Unterricht anders aus: Ich konnte meine Themen frei wählen und meine Unterrichtsstunden komplett allein planen. In einer Stunde habe ich das Thema Rassismus behandelt. Dafür habe ich ein Spiel organisiert, bei dem alle Schülerinnen und Schüler ein zusammengeknülltes Papier bekommen haben. Ich bat die Schülerinnen und Schüler, den Papierball vom jeweiligen Sitzplatz aus in einen Mülleimer zu werfen. Denjenigen, die in den hinteren Reihen saßen, gelang es meistens nicht, den Papierball in den Eimer zu werfen. Für die Schülerinnen und Schüler aus der ersten Reihe war es hingegen kein Problem. Unser Fazit  war also, dass die Aufgabe zwar für alle gleich schwer war, die individuellen Voraussetzungen jedoch unfair waren. Unsere Stellung in der Gesellschaft beeinflusst demnach unsere Chance auf Erfolg. Diese Unterrichtsstunde war bisher eine meiner Lieblingsstunden.

Megan Doe:  Auch ich kann meine Stunden normalerweise frei gestalten. Ich nutze viele Videos und Präsentationen, aber auch Fotos von persönlichen Momenten mit Freunden und meiner Familie aus den USA. Das hilft dabei, den Schülerinnen und Schülern mein Land näher zu bringen und dabei eine differenzierte Vorstellung von den Vereingten Staaten zu entwickeln.

Die US-Präsidentschaftswahlen sind aktuell ein großes Thema. Wie geht ihr im Unterricht darauf ein?

Samantha Feldman:  Die deutschen Schülerinnen und Schüler sind sehr offen und stellen viele Fragen zur Politik. Ich versuche immer beide Positionen darzustellen und bei meinen Antworten neutral zu bleiben. Ich glaube, dass es wichtig ist, im Unterricht über Politik zu sprechen, um voneinander zu lernen, aber auch verschiedene Meinung zu diskutieren. Ich möchte die Neugierde der Schülerinnen und Schüler respektieren und ihnen das Gefühl geben, dass es auch in Ordnung ist, über „unangenehmere“ Fragen zu sprechen.

Timothy Bradley:  Ich bekomme immer Fragen über Trump und meine eigene Meinung zur amerikanischen Politik gestellt. Für mich ist dabei Neutralität sehr wichtig. Allerdings ist das politische System der USA sehr komplex und ganz anders als in Deutschland. Ich habe deshalb eine Idee entwickelt, um das amerikanische Wahlsystem für die Schülerinnen und Schüler verständlicher zu machen: Ich wollte, dass jede Klasse einen Staat repräsentiert, der für seine Interessen einsteht. Dann würde ich Wahlzettel verteilen, auf denen die Klassen jeweils für einen Kandidaten abstimmen können. Anhand der Auswertung und der Abläufe, würde ich versuchen, den Schülerinnen und Schüler das Wahlverfahren zu erläutern. Ich hoffe, dass ich diese Idee bald auch umsetzen kann.

Vielen Dank für das Interview!

Für angehende Lehrkräfte aus Deutschland, die Auslandserfahrungen in den USA sammeln möchten, bietet der PAD zwei verschiedene Programme an: Das Programm für Fremdsprachenassistenz (FSA) und „Meet Young Germany in Your Classroom“.

 

Internationaler Austausch / Corona

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