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"Erasmus+ Projekte machen süchtig"

Paul Grannec unterrichtet am Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken. Als Erasmus+ und eTwinning-Moderator setzt er sich dafür ein, andere Schulen für europäische Projektarbeit zu begeistern.

Moderatoren für Erasmus+ und eTwining

Fast 100 Lehrkräfte in ganz Deutschland unterstützen Schulen dabei, europäische Projektarbeit mit Erasmus+ und eTwinning durchzuführen

Paul Grannec stammt aus der Bretagne und unterrichtet Englisch in Saarbrücken, an einem der zwei in Deutschland bestehenden Deutsch-Französischen Gymnasien. Als Moderator unterstützt er zusammen mit seiner Kollegin Christina Renner-Speicher seit Dezember 2018 die Nationale Agentur beim PAD dabei, das EU-Programm Erasmus+ an Schulen im Saarland bekannter zu machen. Bundesweit beraten fast 100 Lehrkräfte mit Europaerfahrung, wie man am besten in die europäische Projektarbeit mit Erasmus+ und eTwinning einsteigen kann.

Herr Grannec, was ist eigentlich das Besondere an Ihrem Schulalltag an einem Deutsch-Französischen Gymnasium?
Wir haben Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern. Einige sind schon vom Kindergarten an dabei, andere kommen in der 6. Klasse dazu. Auch die Lehrkräfte sind sowohl Deutsche als auch Franzosen. Die Schüler haben Unterricht in beiden Sprachen: Zuerst in Musik und Kunst, ein Jahr später dann Geschichte oder Erdkunde. Am Ende in der 12. Klasse merke ich manchmal gar nicht, wer aus Frankreich und wer aus Deutschland kommt. Das Sprachniveau ist so hoch, dass unsere Schülerinnen und Schüler anschließend in beiden Ländern studieren können. Das ist viel mehr als nur Unterricht: Die Kinder wachsen zusammen auf und bekommen auch kulturell beides mit. Auf dem Schulhof hört man sowohl Deutsch als auch Französisch – die Schüler wechseln einfach zwischen den Sprachen, das ist kein Problem für sie. Auch in unserem Lehrerzimmer wird Französisch und Deutsch gesprochen, und manchmal auch Englisch oder Spanisch. Es ist eine ziemliche Mischung, aber genau das macht die Sache so interessant.

Was würden Sie anderen Kolleginnen und Kollegen oder Schulleitungen empfehlen, die auch darüber nachdenken, wie sie ihren Schulalltag internationaler gestalten könnten?
Ich habe bisher drei Erasmus+ Schulpartnerschaften in der Leitaktion 2 am Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken koordiniert. Außerdem organisiere ich seit drei Jahren europäische Fortbildungsprojekte (Leitaktion 1) für Kolleginnen und Kollegen an meiner Schule. Ich habe auch schon mehrere eTwinning-Projekte durchgeführt. Über diese Plattform können Lehrkräfte aus verschiedenen Ländern mit ihren Klassen gemeinsam Onlineprojekte machen. Das sind wirklich gute Möglichkeiten für eine Schule, um sich ein europäisches Profil aufzubauen!

Haben Sie einen Tipp für Neueinsteiger? Was motiviert Sie?
Ich war selbst etwas skeptisch, als ich vor 13 Jahren zum ersten Mal ein COMENIUS-Projekt meiner Schule mit Frankreich koordinieren sollte. Aber ich habe dadurch so viele Freundschaften mit Kolleginnen und Kollegen in ganz Europa geschlossen, dass ich es jetzt nicht mehr missen möchte. Das macht fast ein bisschen süchtig. Ich bin dank Erasmus so viel gereist und habe so viel gelernt – das ist großartig, auch für die Schülerinnen und Schüler. Wenn jetzt ein Projekt zu Ende ist, habe ich das Gefühl, ich falle in ein Loch und möchte gleich wieder etwas Neues starten – obwohl es natürlich auch ein bisschen extra Arbeit macht. Also ich würde sagen: Keine Angst haben, sondern machen. Ein Erasmus+ Projekt kann anfangs etwas kompliziert aussehen, aber wenn man den Ablauf gut strukturiert, dann ist es machbar. Und am Ende profitieren alle davon – die Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Schule.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren Projekten, Herr Grannec. Vielen Dank für das Gespräch!

Insgesamt 96 erfahrene Lehrkräfte sind in ganz Deutschland für den PAD als Moderatorinnen und Moderatoren im Einsatz. Sie informieren Kolleginnen und Kollegen über das EU-Programm Erasmus+ im Schulbereich und geben Tipps zur Nutzung des eTwinning- Netzwerks.

Über die Deutschlandkarte können Sie Ihr Bundesland auswählen und direkt Kontakt zu Ihren Moderatoren aufnehmen. Im Veranstaltungsbereich finden Sie aktuelle  Informationsveranstaltungen der Moderatorinnen und Moderatoren in Ihrem Bundesland.

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