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"Ich habe gelernt, einen digitalen Klassenraum zu gestalten"

Mit dem Programm für Fremdsprachenassistenz (FSA) sammeln angehende Lehrkräfte Unterrichtserfahrung im Ausland. Viele Studierende unterstützen ihre Gastschulen auch in der aktuellen Ausnahmesituation weiterhin - online und mit kreativen Ideen.

Ihren Aufenthalt in Irland musste sie abbrechen, die Loreto Secondary School in Ballynagee unterstützt Louisa wie viele andere FSA jedoch weiterhin online. Bild: Louisa Hover

„Ich hatte leider keine Möglichkeit, mich vor der Heimreise von meinen Kollegen und Schülerinnen zu verabschieden,“ berichtet Lousia. Noch bis vor Kurzem war sie als Fremdsprachenassistentin (FSA) an einer irischen Mädchenschule und engagierte sich dort im Deutschunterricht. Aber als in Irland am 12. März zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus die Schulen geschlossen wurden, kehrte die Studentin wie viele andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms für Fremdsprachenassistenz nachhause zurück.

"Die Schülerinnen sind sehr dankbar dafür"

Von Deutschland aus unterstützt Louisa ihre Kolleginnen und Kollegen jedoch weiterhin: „Ich bin sehr positiv überrascht davon, wie gut die Kommunikation funktioniert! Meine Schule verwendet hauptsächlich OneNote für den digitalen Unterricht. Einige Schülerinnen schicken mir Texte per Mail, die ich ihnen dann korrigiere und sie sind sehr dankbar darüber. Auch mit den anderen Deutschlehrkräften bin ich in sehr regelmäßigen Kontakt. Ich erstelle Arbeitsblätter und Power-Point-Präsentationen mit Voice Over, zum Beispiel zum Thema Ostern. Die Kolleginnen laden diese dann für die Schülerinnen zum Ansehen und Bearbeiten hoch. Das klappt echt super!  Ich habe vorher so noch nie gearbeitet und habe durch die jetzige Situation viel darüber gelernt, wie man einen "digitalen Klassenraum" gestalten kann. Ich glaube, dass mir das auch viel für meinen zukünftigen Beruf als Lehrerin bringen wird - auch wenn es natürlich nicht die "richtige" Interaktion mit den Lernenden ersetzt.“

Online unterrichten in den USA

Auch Caroline muss bald schweren Herzens ihren Heimflug antreten: Die 26-Jährige ist als Fremdsprachenassistentin am Bard College in Annandale-on-Hudson in den USA eingesetzt. Bis kurz vor Ostern möchte sie die Kolleginnen und Kollegen noch während der Ausnahmesituation beim digitalen Unterrichten unterstützen. „Der Onlineunterricht läuft hier gut, die Studierenden sind sehr engagiert und das Kollegium arbeitet zusammen und unterstützt einander. Wir arbeiten mit sehr unterschiedlichen Plattformen, meistens mit Zoom und für zusätzliche Aufgaben werden MyMaps, Vocaroo oder andere Tools genutzt."

Plötzliche Abreise aus Frankreich

Für Katrin kamen die Schulschließungen in Frankreich am 12. März sehr überraschend: "An meinem vorerst letzten Schultag war ich wie gewohnt im Lycée und im Collège von Ces-son-Sévigné und am Samstag traf ich mich sogar noch mit einigen Kollegen. Aber als ich am Sonntag durch die Tagesschau von der Schließung der deutsch-französischen Grenze informiert wurde, wurde mir der Ernst der Lage bewusst. So kam es, dass ich innerhalb von weniger als 24 Stunden meine Sachen packte, die Wohnung kündigte, mein Bankkonto schloss, meine Schulen informierte und all das tat, wofür ich mir sonst sicher mindestens eine Woche Zeit genommen hätte. Inzwischen bin ich erleichtert, wieder in Deutschland zu sein, auch wenn ich mir selbstverständlich ein anderes Ende gewünscht hätte. Aber auch von zuhause aus kann ich die französischen Deutschlehrkräfte unterstützen und habe Arbeiten der Lernenden korrigiert und Material bereitgestellt, das dann über Online-Plattformen weitergegeben wird." Außerdem will Katrin auch den PAD weiterhin unterstützen: Als Campusbotschafterin steht sie an der Universität Würzburg anderen Studierenden zur Verfügung, die Fragen zum Programm haben.

Die Campusbotschafter(innen) an Universitäten in Deutschland sind auch per Mail erreichbar.

Digitales Lernen in Norwegen

Leontine aus Kiel ist an einer Schule in Trøndelag in Norwegen eingesetzt und auch in der jetzigen Situation vor Ort geblieben, um ihre Kolleginnen und Kollegen weiterhin online zu unterstützen. „Wir können uns sehr glücklich darüber schätzen, dass die Schüler digital gut ausgerüstet sind - sowohl mit eigenen Laptops als auch den dazugehörigen Kompetenzen.“ Sie erstellt nicht nur Aufgaben, die den SchülerInnen über Lernplattformen zugänglich gemacht werden, sondern ist auch über Skype mit ihren Schülerinnen und Schülern einzeln und in Kleingruppen in Kontakt. Um sie zu ermutigen und weiterhin für Deutschland und die deutsche Sprache zu begeistern, erstellt sie jede Woche ein pdf-Dokument mit lustigen Memes und aktuellen Nachrichten aus Deutschland.

Auch die ausländischen FSA in Deutschland sind betroffen

Auch in Deutschland haben die Ausbreitung des Coronavirus und die Schulschließungen Auswirkungen auf die ausländischen FSA, von denen bereits einige in ihre Heimatländer zurückkehren mussten. Claudia Glickman aus den USA musste nach sechs Monaten ihre Tätigkeit als FSA an einer deutschen Schule abbrechen. In einem Podcast spricht sie über ihre Erfahrungen und zieht trotz des unterwarteten Abbruchs ein sehr positives Fazit: "Ich hoffe, dass ich irgendwann zurückkehren kann und ein kleines Stück von diesem großen Glück zurückgeben kann, das ich bekommen habe." Michael Kaefer aus New Jersey gehört zu denen, die geblieben sind: Er hat seinen Aufenthalt an der Alice-Salomon-Schule in Linz am Rhein bereits um ein weiteres Schuljahr verlängert und studiert parallel dazu an der Universität Bonn. Sein Kollegium unterstützt er momentan beim Onlineunterricht und bietet den Schülerinnen und Schülern zusätzlich Einzelnachhilfe in Englisch per Videochat an. Im Magazin "Austausch bildet" (Dezember 2019) berichtete der junge US-Amerikaner von seinen Erfahrungen.

Wie geht es im Schuljahr 2020/21 weiter?

Für Veit R. J. Husemann, der im PAD als Referatsleiter das Programm für Fremdsprachenassistenz betreut, steht fest: „Wir möchten das Programm auch in dieser schwierigen Zeit so gut wie möglich fortsetzen und freuen uns sehr darüber, dass viele Studierende mit ihren Einsatzschulen in Kontakt bleiben und sogar weiterhin online ihre Unterstützung anbieten. Zum Schuljahr 2020/21 hoffen wir, dass wir möglichst viele der erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber auch in ihre Wunschländer vermitteln können.“

Weitere Berichte von Studierenden, die momentan am Programm für Fremdsprachenassistenz teilnehmen, gibt es auch hier nachzulesen.

Internationaler Austausch / Corona

Dank engagierter Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler geht der Austausch trotzdem weiter - mit vielen kreativen Ideen und digitalen Möglichkeiten. Lesen Sie mehr

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