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Im Austausch mit der Ukraine

Der PAD fördert Austausch und Begegnung im Schulbereich - auch zwischen Deutschland und der Ukraine. Wie viel Verbundenheit so entstanden ist, davon zeugt die aktuelle Hilfbereitschaft und Solidarität gegenüber ukrainischen Schulen und Lehrkräften.

Plakat und Demonstration am Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Oberhausen

Solidarität mit der Partnerschule in Saporishshja zeigt das Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Oberhausen. Fotos: bertha-ob.de

Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Oberhausen pflegt seit mehr als 20 Jahren eine Partnerschaft mit dem 46. Gymnasium in Saporishshja in der südlichen Ukraine. Die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler fühlen sich auch der Namensgeberin ihrer Schule verpflichtet: Bertha von Suttner setzte sich Zeit ihres Lebens für ein friedliches Miteinander ein und erhielt 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis. Noch am 17. Februar veröffentlichte die Schule deshalb auf ihrer Website eine Botschaft des Schulleiters, in der er seine Sorge angesichts der brisanten Lage in der Ukraine zum Ausdruck brachte und schrieb: „Wir hoffen inständig auf eine gewaltfreie Lösung des Konflikts.“

Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt – und das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben. Der deutsch-ukrainische Austausch im Schulbereich, den die Programme des PAD getreu dem Motto „Austausch bildet“ ermöglichen, wird durch den Krieg Russlands gegen das Land vorerst nicht mehr möglich sein. Viele der Partnerschaften und Projekte, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben und von denen einige hier beispielhaft vorgestellt werden, müssen zunächst eingestellt werden.

Lehrkräfte aus der Ukraine im Weiterbildungsprogramm

„Ich unterrichte Deutsch, weil ich die Sprache und das Land liebe“, sagte Tetjana im Interview mit der Deutschen Welle. Als Deutschlehrerin an der Puschkin-Schule Nr. 90 in Odessa konnte die gebürtige Ukrainerin am Weiterbildungsprogramm des PAD teilnehmen und ein Jahr lang den Alltag an einer Schule in Regensburg miterleben. So wie Tetjana wurden insgesamt fünf Lehrerinnen und Lehrer aus der Ukraine in den vergangenen drei Jahren mit dem Weiterbildungsprogramm nach Deutschland eingeladen – eine beachtliche Zahl, da jedes Jahr weltweit nur etwa 30 Lehrkräfte teilnehmen können.

Junge kulturweit-Freiwillige an ukrainischen Schulen

Umgekehrt konnte der PAD gemeinsam mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) noch bis zum Beginn der Coronapandemie jungen Erwachsenen aus Deutschland einen Freiwilligendienst an einer ukrainischen Schule ermöglichen. Hanna engagierte sich 2018 nach ihrem Abitur sechs Monate lang mit „kulturweit“ an einer Schule in Drohobytsch. Auf ihrem Blog berichtete sie: „Die größten Bedenken verflogen eigentlich schon, als ich eine Antwort von meiner Betreuerin vor Ort auf meine Mail bekommen habe. So liebevoll schrieb sie mir zurück, dass sich das ganze Kollegium auf mich freue. Ziemlich schnell wurde mir klar, dass die Ukraine für mich eine riesige Chance sein kann und das Land vielleicht genau das ist, was ich gesucht habe.“ Am Ende ihres Freiwilligendienstes plante Hanna bereits die nächste Reise nach Osteuropa: „Für mich hat das FSJ eine ganz neue Welt eröffnet. Und das nicht nur geografisch.“

Digitaler Austausch mit Schulklassen in der Ukraine über die eTwinning-Plattform

Obwohl die Ukraine kein Programmstaat im EU-Programm Erasmus+ ist, findet der Austausch mit ukrainischen Schulen auch im europäischen Rahmen statt. Über die eTwinning-Plattform, ein Angebot des Erasmus-Programms, können sich ukrainische Lehrkräfte mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa für digitalen Austausch vernetzen. So kam beispielsweise das Projekt „The Colorful Face of Europe“ zustande: Schülerinnen und Schüler aus Melitopol und vom Gabriele-von-Bülow-Gymnasium in Berlin sowie zwei weitere Partnerschulen in Polen und Frankreich verglichen gemeinsam ihre Familiengeschichten und Migrationserfahrungen. Dabei erkannten die 14- bis 16-Jährigen, dass Zuwanderung ein selbstverständlicher Bestandteil europäischer Identität ist.

Lehrkräfte und Schulen in ganz Europa halten über eTwinning mit Partnern in der Ukraine den Kontakt und haben Aktionen gestartet, um ihre Solidarität auszudrücken.

Deutsch-ukrainische Begegnungen gefördert durch die PASCH-Initiative

Und um auf das eingangs erwähnte Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Oberhausen und das Gymnasium 46 in Saporishshja zurückzukommen: Der PAD förderte den Austausch aus Mitteln des Auswärtigen Amts im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Insgesamt 46 Schulen in der Ukraine sind Teil des weltweiten PASCH-Schulnetzwerks, davon 28 Schulen, die das Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten, 17 Schulen, die vom Goethe-Institut intensiv gefördert werden, und die Deutsche Auslandsschule in Kiew. Den deutsch-ukrainischen Schüleraustausch zwischen Oberhausen und Saporishshja stellte der PAD 2016 auch in einem Videoclip vor. Damals führten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein zweiwöchiges Kunstprojekt durch und sprachen mit Menschen in einer Einrichtung fürGeflüchtete in Oberhausen. Die bisher letzte zweiwöchige Schulbegegnung fand 2019 statt, darüber berichteten Schülerinnen und Schüler aus Oberhausen im Februar auch im TV-Format „neuneinhalb“ des WDR.

Mittlerweile hat das Bertha-von-Suttner-Gymnasium eine Crowdfunding-Kampagne initiiert, bei der Geld für die Partnerschule und für die Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge gesammelt wurde. Friedenstauben, die von den Schülerinnen, Schülern und dem Lehrerkollegium gestaltet wurden, hängen in der ganzen Schule als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine. Koordinatorin Julia Bron berichtet: "Viele ehemalige ukrainische Austauschteilnehmer sind von ihren deutschen Partnern mit Familie in Oberhausen aufgenommen worden. Auch zwei Lehrerinnen mit Familie sind inzwischen in Oberhausen. Die Demonkratie-AG unseres Gymnasiums unter der Leitung von Frau Kindermann bemüht sich zu helfen, wo sie kann. Wir hoffen alle auf das baldige Ende von diesem schrecklichen Krieg."

Auch andere Schulen in Deutschland unterstützten ihren PASCH-Partnerschulen in der Ukraine und haben bereits Geflüchtete aufgenommen.

Solidarität mit der Ukraine

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