Die Kulturministerkonferenz (KMK) hatte Chemnitz bereits 2021 offiziell zur Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2025 ernannt und bestätigte damit das fachliche Votum einer europäischen Jury. Der Titel soll die reiche Geschichte und die vielfältigen kulturellen Angebote der Stadt und ihrer Region hervorheben und Kulturinteressierte aus ganz Europa nach Sachsen locken. Das Motto "C the Unseen" lenkt den Fokus auf das, was oft übersehen wird – unentdeckte Orte, Geschichten und Talente in Chemnitz.
Eine dieser übersehenen Stärken der Kulturhauptstadt ist auch der europäische Schulaustausch. In Chemnitz wurde eines der ersten Erasmus+ Mobilitätskonsortien im Schulbereich in Deutschland gestartet. Das dortige Sächsische Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) hat als Vorreiter eines dieser Großprojekte im EU-Programm Erasmus+ beantragt, um Schulen beim bürokratischen Aufwand zu entlasten.
Pionierarbeit im EU-Programm für Schulen
„Hier hat Sachsen wahre Pionierarbeit geleistet und den anderen Ländern aufgezeigt, welche strategischen Angebote das Erasmus+ Programm seit 2021 für landesspezifische Bildungsthemen ermöglicht", erinnert sich Dr. Thomas Spielkamp, Direktor der Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung.
Aktuell umfasst das Konsortium des LaSuB über 130 Schulen nicht nur in Chemnitz, sondern in ganz Sachsen. Die Schulen können somit niederschwellig Erasmus+ für Lehrerfortbildungen und Job Shadowing im Ausland, Schülermobilitäten, Gruppenmobilitäten und Experteneinladungen nutzen.
Mehr über das Mobilitätskonsortium als Erfolgsgeschichte für Sachsens Schulen gibt es hier nachzulesen.
Aber auch die Schulen in der Kulturhauptstadt selbst sind im internationalen Austausch engagiert.
Das Evangelischen Schulzentrum in Chemnitz beispielsweise steht im Austausch mit einer Partnerschule in Nordmazedonien. Jugendliche beider Schulen nahmen an einer Gedenkveranstaltung zum Holocaust in Bitola teil und setzten sich mit Antisemitismus und Rassismus auseinander. Mehr über das Erasmus+ Kurzzeitprojekt „Roadmap to Reconciliation“ gibt es hier nachzulesen.
GAPP und FSA: Chemnitzer Schulen weltweit im Austausch
Das Goethe-Gymnasium Chemnitz wiederum ist im German American Partnership Program (GAPP) aktiv und pflegt eine Partnerschaft mit der Fargo North High School in North Dakota. Im vergangenen Jahr waren US-amerikanische Jugendliche zu Gast und wurden auch vom Chemnitzer Oberbürgermeister begrüßt. Das nächste Wiedersehen ist im Oktober 2025 geplant, wenn Schülerinnen und Schüler aus Chemnitz für drei Wochen den Unterrichtsalltag an der High School in den USA erleben werden.
Auch im Rahmen des Programms für Fremdsprachenassistenz (FSA) ist die Kulturhauptstadt aktiv. Zwischen 2022 und 2024 waren Germanistikstudierende und angehende Lehrkräfte aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA an Schulen in Chemnitz im Einsatz. Als Muttersprachlerinnen und Muttersprachler haben sie dabei den Fremdsprachenunterricht bereichert. Unter anderem die Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz, das Förderzentrum Georg-Götz, das Georgius-Agricola-Gymnasium und das inklusive Sportgymnasium Chemnitz hatten so Unterstützung durch junge Erwachsene aus dem Ausland.
Auch Studierende und angehende Lehrkräfte aus Deutschland können ein solches Unterrichtspraktikum im Ausland erleben: Im August beginnt für sie wieder die Bewerbungsphase beim FSA-Programm.
