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Freiwilligendienst an Schulen

Kein kulturweit mehr ab 2027

Der internationale Freiwilligendienst „kulturweit“ der Deutschen UNESCO-Kommission wird eingestellt, hat das Auswärtige Amt mitgeteilt.

PAD-Leiter Gernot Stiwitz bedauert die Entscheidung:

„Die Einstellung von kulturweit ist ein großer Verlust für den internationalen Bildungs- und Kulturaustausch. Über 15 Jahre hat das Programm jungen Menschen ermöglicht, sich selbst und die Welt besser kennenzulernen und zu einem positiven Bild von Deutschland im Ausland beizutragen. Dass dieses erfolgreiche Engagement nun endet, ist nicht nur für uns als Partnerorganisation bedauerlich, sondern auch ein Rückschritt für die internationale Verständigung. Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt, demokratische Bildung und internationale Verständigung zu fördern?
"Austausch bildet" ist unser Motto als Pädagogischer Austauschdienst. Aber Austausch ist eben nur möglich, wenn es dafür Fördermittel und Unterstützung gibt.“

Das Auswärtige Amt informierte am 6. März 2026 in einer Pressemitteilung darüber, dass die Förderung des internationalen Freiwilligendienstes „kulturweit“ im kommenden Jahr aufgrund flächendeckender Einsparzwänge, die auch die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik betreffen, eingestellt wird. Der letzte Jahrgang von 300 Freiwilligen soll im September 2026 für sechs Monate ausreisen. Seit dem Start von „kulturweit“ im Jahr 2009 haben über 6.500 junge Menschen an dem Programm teilgenommen – und auch die Nachfrage für die letzte Entsendung war ungebrochen hoch.

Mit „kulturweit“ konnten junge Erwachsene aus Deutschland ein Freiwilliges Soziales Jahr an Bildungs- und Kultureinrichtungen im Ausland leisten. Der größte Anteil an Freiwilligen brachte sich an Schulen im Ausland ein: In Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen vermittelte sie der PAD an Gastschulen in Mittel- und Südosteuropa, Lateinamerika, Asien und Afrika.

Online-Petition #aktionrettetkulturweit

 

Ehemalige Freiwillige haben kurz nach dem Bekanntwerden der Einstellung von „kulturweit“ die Kampagne #aktionrettetkulturweit mit einer Online-Petition gestartet. Darin fordern sie Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul auf, die Streichung zurückzunehmen und eine langfristige Finanzierung des Freiwilligendienstes zu garantieren.

Das Team von kulturweit kommentierte dazu via Social Media: „Wir sind überwältigt von den vielen Rückmeldungen, der Solidarität und den Aktivitäten des Netzwerks, wie zum Beispiel dem Aktionsbündnis #aktionrettetkulturweit​, welche die großartige Wirkung von kulturweit​ - weit über die projektbezogene Auslandszeit hinaus - beweisen.“

Bewerbungen für „kulturweit incoming“ noch möglich

 

Aktuell läuft noch die Bewerbungsphase für das Incoming-Programm von „kulturweit“. Bis zum 26. März 2026 können sich junge Frauen aus Ägypten, Kenia, Madagaskar, Togo und Tunesien für eine Hospitation an einer deutschen Kultureinrichtung ab August 2026 bewerben. Die Teilnahme steht auch inter*, trans* und nicht-binären Personen offen, das erforderliche Teilnahmealter liegt zwischen 18 und 30 Jahren. Außerdem sind gute Deutschkenntnisse auf Niveau B1 nach dem Europäischen Referenzrahmen erforderlich. Weitere Informationen zu dem Incoming-Programm und der laufenden Bewerbungsphase sind hier zu finden.

 

kulturweit-Freiwillige in Athen
Sogar während der Corona-Pandemie waren sie engagiert: Diese sechs kulturweit-Freiwilligen in Athen organisierten während der Schulschließungen ein Onlineangebot zum Deutschlernen für Schülerinnen und Schüler weltweit (Magazin "Austausch bildet", Ausg. 2/2021). Nun werden im September voraussichtlich zum letzten Mal junge Erwachsene mit kulturweit ausreisen, bevor der Freiwilligendienst dann ganz eingestellt wird.