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Freiwilligendienst an Schulen

Kulturweit Rettungsaktion

In einem offenen Brief an das Auswärtige Amt machen sich zahlreiche Personen mit ihrer Unterschrift für den Erhalt von kulturweit stark.

Der internationale Freiwilligen­dienst kulturweit der Deutschen UNESCO-Kommission soll eingestellt werden – das hat das Auswärtige Amt Anfang des Jahres bekannt­gegeben. Die Entscheidung löste breite Kritik aus: Ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zahlreiche Organisationen sowie Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien äußerten öffentlich ihre Sorge um den Verlust eines wichtigen Bildungs- und Austausch­programms.

Nun wächst der Protest weiter. In einem offenen Brief an das Auswärtige Amt setzen sich Unterstützerinnen und Unterstützer erneut für den Erhalt von kulturweit ein und betonen die Bedeutung des Freiwilligen­dienstes für internationale Verständigung und kulturellen Austausch. Auch Gernot Stiwitz, der Leiter des Pädagogischen Austausch­diensts, gehört zu den Unterzeichnenden.

Offener Brief

„Sehr geehrter Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann Wadephul,

Ehemalige des Freiwilligendienst kulturweit und Unterstützer*innen haben sich zusammengeschlossen, um dem bevorstehenden Aus des internationalen Freiwilligendienstes entgegenzuwirken.

Die Einstellung der Förderung durch das Auswärtige Amt in Höhe von 5 Millionen Euro bedeutet das Ende eines etablierten Programms mit bis zuletzt hoher Nachfrage! Daher fordern wir Sie dringend auf, die angedachte Kürzung vor Beschluss des Haushalts zurückzunehmen und kulturweit zu retten!

In den vergangenen 17 Jahren hat der Freiwilligendienst tausenden jungen Menschen ermöglicht, Verantwortung zu übernehmen, globale Perspektiven zu entwickeln und langfristige Beziehungen aufzubauen. Freiwillige unterstützen unter anderem Schulen, Kulturinstitutionen und zivilgesellschaftliche wie ökologische Projekte und tragen damit zu kulturellem Austausch, gegenseitigem Verständnis und internationalen Netzwerken bei. Als Muttersprachler*innen interessieren kulturweit-Freiwillige junge Menschen weltweit für die deutsche Sprache und Gesellschaft und vermitteln ein authentisches Deutschlandbild. Sie leisten damit auch einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung. Kulturweit zeichnet sich zudem durch sein Incoming-Programm sowie das umfassende Begleitprogramm aus. Sechsmal wurde kulturweit bereits mit dem Quifd-Siegel für Qualität in Freiwilligendiensten ausgezeichnet. Viele ehemalige Freiwillige engagieren sich auch später ehrenamtlich in Kultur, Bildung, Wissenschaft oder internationaler Zusammenarbeit weiter.

Bei einem Haushaltsvolumen von rund 6 Milliarden Euro des Auswärtigen Amtes bilden 5 Millionen Euro nur 0,0833%. Diese Einsparung steht damit in keinem Verhältnis zu der nachhaltigen, internationalen Wirkung des Programmes.

Es wäre wesentlich schwieriger, neue Austauschprogramme zu etablieren, als die bisherigen Strukturen zu nutzen und auszubauen. In den Worten der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Maria Böhmer:

„Mit kulturweit fördern wir wirksam die Weltoffenheit junger Menschen. Ich bedauere deshalb die Entscheidung des Auswärtigen Amtes sehr. Sie betrifft ein erfolgreiches Programm, das gerade in Zeiten zunehmender globaler Spannungen verbindet! Wir sind überzeugt: Deutschland braucht junge Menschen mit internationaler Kompetenz, die in einer eng vernetzten Welt Brücken schlagen und dadurch zu Frieden, Sicherheit und Freiheit beitragen. All das haben wir mit kulturweit erreicht. Gleichzeitig sind wir stolz auf das geschaffene weltweite Netzwerk.“

Daher bitten wir um Ihre Unterstützung, retten Sie kulturweit!

Mit freundlichen Grüßen Aktion #rettetkulturweit

Unterzeichner*innen

Raúl Aguayo-Krauthausen, Gründer Sozialhelden e.V. und Inklusionsaktivist Jürgen "Buddy" Dorn, Geschäftsführer Landesjugendring Baden-Württemberg

Dr. Simone Egger, Juniorprofessorin für Europäische Kulturanthropologie, Universität des Saarlandes

Mandy Eißing, Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement im Bundestag, DIE LINKE

Helen Fares, Journalistin, Psychologin und Aktivistin, Lemon Tree Collective

Markus Gaugisch, Bundestrainer Handball-Nationalmannschaft der Frauen

Alexa Grassmann, Content Creatorin und Autorin

Gregor Gysi, MdB, DIE LINKE im Bundestag

Amjad Al Hnawi, stellvertretender Vorstandsvorsitzender kulturweiter - bilden, vernetzen, engagieren

Maren Kaminski, MdB, DIE LINKE im Bundestag

Antonio Kollek, Vorstandsvorsitzender kulturweiter - bilden, vernetzen, engagieren

Prof. Dr. Carola Lentz, Präsidentin des Goethe-Instituts a.D, Seniorforschungsprofessorin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Rolf Martens, Beisitzer im Landesvorstand, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern

Antonia Miersch, stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos

Dr. Heike Mißler, Oberstudienrätin im Hochschuldienst, Fachrichtung Anglistik und Amerikanistik, Universität des Saarlandes

Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Bundestag

Prof. i.R. Dr. Regina Römhild, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität Berlin

Claudia Roth, Sprecherin für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Bundestag, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Michael Roth, Staatsminister a.D., Bundestagsabgeordneter 1998-2025

Hassan Enes Şahin, Stellvertretender BFD Bundessprecher, Freiwilliger beim SV Bildungswerk

Doreen Siebernik, Stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands, Vorsitzende des Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit

Gernot Stiwitz, Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes des Sekretariats der Kultusministerkonferenz

Prof. Dr. Markus Tauschek, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Freiburg

Prof. Dr. Thomas Thiemeyer, Professor für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen

Iris Wolff, Schriftstellerin

Gidion Zieten, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos“

Gernot Stiwitz (Abteilungsleiter des Pädagogischen Austauschdienst) mit dem Offener Brief zum Erhalt von kulturweit