Eine strategische Partnerschaft
Pädagogische Begegnungen als Beitrag zur Festigung der deutsch-indischen Beziehungen.
Mehr und mehr entwickelt sich Indien als bevölkerungsreichste Demokratie der Welt zu einem internationalen Gestalter in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. In der Informationstechnologie und der Raumfahrt, aber auch in vielen anderen Wissensbereichen verfügt das Land über eine herausragende Innovationskraft, sodass Austausch und Transfer für alle Seiten große Chancen bieten. Kulturelle Unterschiede können hierbei zunächst herausfordernd erscheinen. Gerade der Bildungsbereich kann wertvolle Impulse setzen, um diesen zu begegnen. So können schon bei jungen Menschen die Weichen für ein Gesprächsklima gestellt werden, das von gegenseitigem Respekt und Verständnis füreinander geprägt ist.
Im Jahr 2025 konnte die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen Deutschlands und Indiens auf eine 25-jährige Geschichte zurückblicken, die ihren Ausgang 2000 in der „Agenda für die deutsch-indische Partnerschaft im 21. Jahrhundert“ genommen hat. 2024 wurden die Bestrebungen zur Intensivierung der Partnerschaft durch ein Positionspapier der Bundesregierung weiter untermauert. Als Ziel wurde hier festgehalten: „Wir wollen einen neuen Blick auf Indien fördern, der die großen Chancen und Potenziale einer weiteren Vertiefung unserer bilateralen Beziehungen in den Mittelpunkt stellt.“ In diesem Sinne fördert auch der Pädagogische Austauschdienst den „gesamtgesellschaftlichen Austausch“, schafft Berührungspunkte und baut Brücken. Seine Programme bieten verschiedenen Zielgruppen die Möglichkeit, die jeweils andere Kultur aus erster Hand kennenzulernen.
Testimonial
Austauschprogramme
Zur Stärkung der bilateralen Beziehungen betonen Indien und Deutschland in ihrer gemeinsamen Erklärung der 7. deutsch-indischen Regierungskonsultationen vom 25. Oktober 2024 die herausragende „Bedeutung der Jugendzusammenarbeit“ und die „Rolle ihrer Jugendlichen als Kulturbotschafter“. So folgt dem ausgeschriebenen Ziel, „den Unterricht der jeweils anderen Landessprachen in Indien und Deutschland weiter zu fördern“, nicht nur eine Verbesserung sprachlicher Kompetenzen, sondern auch die Stärkung „persönlicher Verbindungen zwischen den beiden Ländern“. Im Folgenden stellen wir eine Reihe von Programmen und Projekten vor, die im Sinne dieser Ziele wirken.
Indo-German School Exchange (IGSE)
Mit dem Indo-German School Exchange (IGSE) rief der Pädagogische Austauschdienst (PAD) 2023 ein Vermittlungsprojekt ins Leben, das deutsche und indische Schulen bei der Suche nach einer geeigneten Partnerinstitution im anderen Land unterstützt. In Kooperation mit dem Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi als starkem Partner vor Ort hat der Pädagogische Austauschdienst ein Netzwerk geschaffen, um den interkulturellen Austausch beider Länder zu stärken und Schülerbegegnungen den Weg zu ebnen.
Als Teil des Netzwerkes profitieren deutsche und indische Schulen von verschiedenen Angeboten. Der Pädagogische Austauschdienst unterstützt die Schulen von Anfang an: Als Vermittler zwischen geeigneten Partnerschulen, beratend bei ersten vorbereitenden Besuchen sowie schließlich bei der Durchführung von Schülerbegegnungen. Darüber hinaus stellen wir verschiedene Materialien für den digitalen Austausch bereit und bieten regelmäßige Online-Veranstaltungen zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch an.
Im Rahmen des Projekts geplante Begegnungen können über Mittel der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH-Initiative) finanziell gefördert werden.
PASCH-Schulpartnerschaften
Die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des Auswärtigen Amtes wurde 2008 ins Leben gerufen. Als Partner der Initiative fördert der Pädagogische Austauschdienst Partnerschaften zwischen deutschen und ausländischen Schulen in vielen Regionen der Welt. Im Einklang mit den Zielen der Auswärtigen Kultur- und Gesellschaftspolitik (AKGP) stellt Indien eine Schwerpunktregion in diesem Förderprogramm dar.
Ziel ist der Aufbau langfristiger Schulpartnerschaften mit regelmäßigen, wechselseitigen und themenbezogenen Besuchen. Durch die Integration in den Alltag an der Gastschule sowie die Unterbringung in Gastfamilien eröffnen sich für die beteiligten Schülerinnen und Schüler wie auch für die Lehrkräfte Einblicke in eine ihnen fremde Kultur jenseits touristischer Pfade. Dabei sammeln sie Erfahrungen im Umgang mit anderen Perspektiven und können interkulturelle Barrieren gemeinsam überwinden.
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Austausch in Zahlen
Erfahrungsberichte
Hospitationsprogramm
Lehrkräfte aus Indien, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten, können sich für eine dreiwöchige Hospitation an deutschen Schulen im Primar- und Sekundarbereich bewerben. In dieser Zeit erhalten sie einen tiefgehenden Einblick in das deutsche Schulwesen und Unterrichtsmethoden. Durch den engen Kontakt zu ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen sowie zu den deutschen Schülerinnen und Schülern soll ein offener Gedankenaustausch und interkulturelle Zusammenarbeit gefördert werden. Der Aufenthalt in einer Gastfamilie rundet das Programm ab und ermöglicht es den Teilnehmenden, ihren Einblick in die deutsche Kultur durch außerschulische Alltagserfahrungen zu ergänzen.
Deutschland Plus
Deutschland Plus richtet sich an ausländische Schülerinnen und Schüler, die sich im Fach Deutsch ausgezeichnet haben. Die Jugendlichen besuchen für zwei Wochen eine allgemeinbildende weiterführende Schule in Deutschland, in der sie Sprachunterricht erhalten, aber auch in den Klassen der Gastgeschwister hospitieren. Dabei werden sie von einer ausländischen Deutschlehrkraft begleitet, sodass auch ein fachlicher Austausch zwischen den Schulen ermöglicht wird. Im Jahr 2024 konnten wir erstmals über das Programm Deutschland Plus eine Gruppe von 12 Schülerinnen und Schülern aus Indien in Deutschland begrüßen.
Gastschule werden
In einigen unserer Programme sind wir regelmäßig auf der Suche nach Gastschulen. So können Sie im Rahmen von Deutschland Plus eine Schülergruppe bei sich aufnehmen oder als Teil des Hospitationsprogrammes eine indische Lehrkraft in Ihren Unterricht integrieren.
Praktisches für den Austausch
Sie stehen noch am Anfang Ihrer Kooperation mit einer Partnerschule und tauschen sich aktuell über gemeinsame Vorstellungen und Ziele aus? Oder haben Sie die ersten organisatorischen Gespräche bereits virtuell geführt und bald steht die erste persönliche Begegnung bevor? Der Aufbau einer Schulpartnerschaft bringt in jedem Stadium Stolpersteine mit sich. Mit den nachfolgenden Links möchten wir Sie dabei unterstützen, mit diesen umzugehen.
Ressourcen für den Start
Zur Organisation von Austauschbegegnungen haben wir einige unterstützende Dokumente zusammengestellt. Neben Materialien zur interkulturellen Vorbereitung finden Sie praktische Hinweise zur Begegnung sowie eine Zeitschiene, um den Vorlauf einzelner Planungsschritte zu koordinieren.
Von 2011 bis 2017 führte das Goethe Institut Neu-Delhi zusammen mit der Robert Bosch Stiftung das Austausch-Projekt „Das Deutsch-Indische Klassenzimmer“ durch. Die Broschüre enthält eine „Toolbox für Schulpartnerschaften“, die wertvolle und aus der Praxis gewonnene Tipps zum Aufbau neuer Kooperationen mit indischen Partner-Institutionen zusammenfasst.
Ressourcen für Incomings
Besonders das Thema Visum stellt in der Planung von Begegnungen immer wieder eine Herausforderung dar. Für Gäste aus dem Ausland bietet das Auswärtige Amt ein umfangreiches FAQ, das zur ersten allgemeinen Orientierung genutzt werden kann.
Als lokale Anlaufstelle für indische Reisende fungieren die Deutsche Botschaft wie auch die deutschen Konsulate in Indien. Service- und Kontaktinformationen finden sich auf der gemeinsamen Internetseite der deutschen Vertretungen in Indien.
Ressourcen für Outgoings
Bei der Reiseplanung nach Indien gibt es nicht nur kulturelle, sondern auch gesundheitliche, klimatische und sicherheitstechnische Faktoren zu beachten. In den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes finden Sie zu diesen Punkten regelmäßig aktualisierte Informationen.
Zu den Einreisebedingungen nach Indien bietet das indische Innenministerium eine Übersicht. In den „General Guidelines“ finden sich allgemeine Informationen zum Procedere, unter „Country Specific Guidelines“ kann ein Deutschland-bezogenes FAQ abgerufen werden.
Die laut Auskunft der Indischen Botschaft für alle Schulaustausche anwendbaren Visa sind die Student Visa S-1. Die entsprechenden Visa sind kostenfrei und können auch von Begleitlehrkräften genutzt werden. Auf der Seite der Indischen Botschaft findet sich eine Erklärung der Visa-Typen und eine Checkliste der für den Antrag erforderlichen Dokumente. Weiter unten finden Sie eine Anleitung zur Antragsstellung.
Kostenfreie Visa für Schülerinnen und Schüler beantragen
Bis zur COVID-19-Pandemie bestand die Möglichkeit, für deutsch-indische Austauschbegegnungen kostenfreie Visa für Schülerinnen und Schüler zu beantragen. Nach Konsultationen des Bundesaußenministers Johann Wadephul mit seinem indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar im September 2025 in Neu-Delhi wurde beschlossen, diese Regelung wieder einzuführen.
Auf den offiziellen Informationsseiten der Indischen Botschaft und der indischen Konsulate finden sich aktuell (Stand März 2026) noch keine einheitlichen Angaben zum Antragsverfahren. Auf Nachfrage des Pädagogischen Austauschdiensts teilte die Indische Botschaft mit, dass kostenlose Visa für Schülerinnen und Schüler wie folgt beantragt werden können:
Die Beantragung erfolgt online über die Seite des Bureau of Immigration (BoI) der indischen Regierung. Im Antragsprozess ist die Kategorie „STUDENT VISA (S-1)“ auszuwählen (wichtig: dies gilt auch für die Begleitlehrkräfte), im Dropdown-Menü „Purpose“ im Anschluss folgende Option:
„For higher education (including in South Asian University and Nalanda University), provisional student visa, for short term courses, for those coming under Student Exchange Programme and for those coming to pursue education, training and skill development in Ayush practices"
Im Lauf des Online-Formulars wird folgende Option abgefragt:
„Are you coming to India for a short-term training program offered by the Government of India?“
Diese ist mit YES zu beantworten.
Der Rest des Formulars ist wie gewohnt auszufüllen, ausgedruckt und mit Foto bei der Botschaft bzw. dem nächstgelegenen Konsulat einzureichen. Die jeweils zuständige Stelle kann hier eingesehen werden: Übersicht.
Gemeinsam mit dem vollständigen Visumantrag sind Dokumente einzureichen, die den Anspruch auf das kostenfreie Visum belegen. Hierzu zählen ein „Letter of admission“ der indischen Gastschule inklusive Reisedaten und Liste der eingeladenen Schülerinnen und Schüler sowie eine Teilnahmebescheinigung seitens der deutschen Schule. Zu beachten und beizufügen ist zudem die ausgefüllte Checkliste für erforderliche Dokumente.
Beratung
Sie möchten mehr über Austausch mit Indien erfahren? Wir beraten Sie gerne.
Anja van Kerkom
Telefon: +49 228 501-217
E-Mail: anja.vankerkom(at)kmk.org
Sie erreichen mich von Montag bis Freitag
von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Meingard Baumann
Telefon: +49 228 501-354
E-Mail: kulturweit(at)kmk.org
Sie erreichen mich von Montag bis Freitag
von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr.
Markus Gröschl
Telefon: +49 228 501-243
E-Mail: markus.groeschl(at)kmk.org
Sie erreichen mich Montag bis Freitag
von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr.
Jitka Petereit
Telefon: +49 228 501-119
E-Mail: jitka.petereit(at)kmk.org
Sie erreichen mich Montag bis Freitag
von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
