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Lesen verbindet!

Ein deutsch-lettischer Schulaustausch für Deutsch und Russisch lernende Schülerinnen und Schüler

Ob in Riga oder Leipzig, alle Jugendlichen lesen gerne den Comic "Gregs Tagebuch". Der Austausch über das Lieblingsbuch eignet sich daher besonders für Jüngere gut, um Grenzen zu überwinden und einander kennenzulernen. Und da sich eine Fremdsprache am besten über die Lektüre von Geschichten und in der persönlichen Begegnung erfahren lässt, hatten sich die Russisch lernenden Schülerinnen und Schüler der SportOberschule Leipzig und die Deutsch lernenden Jugendlichen des Rīgas Zolitüdes gimnäzija (Lettland) das Thema "Lesen verbindet!" für ihre gemeinsame Projektwoche in Leipzig gewählt. Auch wenn die Schulpartnerschaft jahrgangsübergreifend für die 7. bis 10. Stufe angeboten wird, sind viele der Schülerinnen und Schüler Fans der in viele Sprachen übersetzten Kinderbuchreihe des amerikanischen Autors Jeff Kinney.

Der PAD zeichnet "Lesen verbindet!" als beispielhaftes Projekt im Förderprogramm "Schulpartnerschaften mit Schulen in Ost-, Mittelost- und Südosteuropa sowie den Baltischen Staaten" als Projekt des Monats August 2018 aus.

Lesen in Leipzig

Nach der ersten Begegnung im Herbst 2017 in Riga zum Thema "Feiertage" kamen die Schülerinnen und Schüler aus Lettland im Mai 2018 für eine Woche nach Leipzig mit seiner bekannten Messe. Alles drehte sich dann um das Wunschthema Lesen, kein Problem in der "Buchstadt".

Ziel des Projekts war es, dass die Teilnehmenden sich über ihre literarischen Vorlieben austauschen, Präsentationen zum Lieblingsbuch und zur Pflichtlektüre an ihrer Schule erarbeiten und in der jeweiligen Fremdsprache vorstellen. Themengebundene Exkursionen ergänzten das Programm.

So erlebten die Schülerinnen und Schüler einen Buchworkshop in der Deutschen Nationalbibliothek und lernten Leipzig als Verlags- und Buchstadt kennen. In Weimar wandelten sie auf den Spuren Goethes, besuchten historische Orte wie das Völkerschlachtdenkmal oder den Berliner Reichstag, die in zahlreichen literarischen Werken Erwähnung finden.

Um ihre Lieblingsbücher zu präsentieren und Pflichtlektüren vorzustellen, arbeiteten die Jugendlichen in deutsch-lettischen Arbeitsgruppen. So konnten sie sich gegenseitig helfen, sich vorlesen und die Aussprache üben; denn die Schülerinnen und Schüler trugen den Partnern ihre Ergebnisse jeweils in der Fremdsprache vor. Während der Begegnungen lebten sie in Gastfamilien und nahmen an einigen Tagen auch am Unterricht der Partnerschule teil. Die Verständigung klappte gut – nur im Notfall wurde auf Englisch zurückgegriffen, das in beiden Schulen als erste Fremdsprache unterrichtet wird.

Beteiligung aller Partner führt zum Erfolg

"Es wirkt sich positiv auf die Begegnungen aus, wenn wir die Schülerinnen und Schüler vorher nach ihren Interessen fragen. Motivierend wirkt auch, wenn sie überlegen, welche Sehenswürdigkeiten sie ihren Partnern zeigen möchten und dabei Vertrautes aus einem neuen Blickwinkel erleben", stellt die Russischlehrerin und Projektkoordinatorin Antje Hahnefeld zum Erfolg des Austauschs fest

Ein abwechslungsreiches Programm und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern, in diesem Fall Museen oder Archiven, beleben die Begegnungen. Auch eine gute Vorbereitung trägt zur Zufriedenheit bei. Vor dem Austausch trafen sich die Schülerinnen und Schüler mehrmals, um über die Inhalte des Projekts zu sprechen und wichtige Redewendungen einzuüben. Das nahm ihnen die Angst vor der Verständigung in der Fremdsprache. Hinzu kam, dass die beteiligten 15 Jugendlichen  aus verschiedenen Klassen von der 8. bis zur 10. Jahrgangsstufe kommen und sich so gegenseitig unterstützen können. Mit Infoabenden vor den Begegnungen wurden außerdem die Eltern in die Planungen einbezogen. Das erleichterte den Kontakt und führte dazu, dass sie gemeinsam Ausflüge mit ihren Gastkindern organisierten. Auch der Schulsozialarbeiter unterstützte und begleitete das Programm. Alle zusammen leisteten so einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Schüleraustauschs.

Von der Lehrerfortbildung zum Schüleraustausch

Die Zusammenarbeit zwischen der SportOberschule Leipzig und dem Rīgas Zolitüdes gimnäzija geht auf eine Initiative des Leipziger Schulleiters Uwe Hempel zurück, der die Partner bereits 2013 in einem COMENIUS-Projekt  für Schulleitungen "Schulerfolg sichern in Leipzig und Riga" kennenlernte. Damit die SportOberschule auch für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die keinen Sportschwerpunkt gewählt haben, eine Herausforderung mit internationalen Begegnungen anbieten kann, bei dem sie Bestätigung finden, sich der Welt öffnen und tolerantes Handeln lernen, bot sich die Schulpartnerschaft mit Riga als Angebot an.

Am Ende des Treffens steht fest: Erstens verbindet Lesen tatsächlich! Zweitens ist Lettland wegen seiner russischen Minderheit für deutsche Schulen mit Russischunterricht ein optimaler Partner, auch weil das Land Mitglied der Europäischen Union ist und damit (nicht nur) Probleme mit Visa wegfallen. Die Schulpartnerschaft wird auch 2019 fortgesetzt – unter dem von den Schülerinnen und Schülern gewählten Motto "Sport kennt keine Grenzen"!

Projektdaten

Lesen verbindet!

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Projektkoordinatorin

Antje Hahnefeld, Lehrerin für Geografie und Russisch

Projektpartner

  • SportOberschule Leipzig (Sachsen)
  • Rīgas Zolitüdes gimnäzija (Lettland)

Förderprogramm

Projektsprache

  • Deutsch und Russisch

Alter der Schüler/-innen

  • 12 bis 18 Jahre (7. bis 11. Jahrgangsstufe)

Projektlaufzeit

  • Schuljahr 2017/18
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