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Erasmus+ ab 2021

Helmut Holter im Interview

»Es bestehen beste Voraussetzungen, europäische Bildungsprojekte gemeinsam zu verwirklichen«

Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, läuft noch bis Ende 2020. Doch bereits jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt. In regelmäßigen Interviews mit Politikern und Programmnutzern begleitet der PAD die Diskussion über Erasmus+ und sein Nachfolgeprogramm. Den Auftakt macht Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Freistaates Thüringen und Präsident der Kultusministerkonferenz 2018.

Herr Minister Holter, »Austausch bildet« lautet das Motto des PAD. Trifft das auch auf Sie zu?

Ich selbst hatte zweimal die Möglichkeit zu längeren Aufenthalten im Ausland – während meines Studiums in den 1970er Jahren und später im Rahmen einer beruflichen Qualifizierung in Moskau. Die Möglichkeiten, die meiner Generation offen standen, lassen sich allerdings nicht mit denen von heute vergleichen. Umso mehr weiß ich den Wert von Austauscherfahrungen in jungen Jahren zu würdigen ‒ gerade auch während der Schulzeit oder in der Ausbildung.

Welche persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse haben sich Ihnen aus den Auslandsaufenthalten besonders eingeprägt?

Einige Zeit im Ausland zu leben, erfordert natürlich immer ein bisschen Mut. Die fremde Umgebung und die fremde Sprache sind zunächst eine Herausforderung. Ich finde aber: Es lohnt sich. Man erhält unendlich viel dafür zurück. Jeder, der das schon erlebt hat, weiß was für ein Glücksgefühl es ist, in die fremde Sprache einzutauchen. Jeden Tag versteht man ein bisschen mehr, kann sich besser ausdrücken, sich nicht nur verständigen sondern überlegt formulieren. Während eines Auslandsaufenthaltes sammelt man sich einen großen (Sprach-) Schatz zusammen, von dem man sein ganzes Leben profitieren kann.

Das Programm Erasmus+ läuft noch bis Ende 2020. Im Vergleich zu seinen Vorläufern erscheint es vielen Schulen in Deutschland als weniger attraktiv. Mit welchen Argumenten werben Sie für eine Beteiligung zur nächsten Antragsrunde im Frühjahr 2019?

Projekte mit Erasmus+ bringen Europa ganz unmittelbar und authentisch ins Klassenzimmer. Die Erfahrungen, die Schülerinnen und Schüler dabei machen, sind deshalb ein wirksames Mittel gegen Populisten, die europäische Errungenschaften in Frage stellen, und damit ein Beitrag zu  Demokratieerziehung. Die EU-Kommission hat zudem, auch auf Drängen der Mitgliedstaaten, die Antragsverfahren für Schulen deutlich vereinfacht. Angesichts der geänderten Verfahren und der ausgezeichneten Förderchancen in den kommenden Antragsrunden bestehen beste Voraussetzungen, europäische Bildungsprojekte gemeinsam zu verwirklichen.

Ende Mai 2018 hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für ein Nachfolgeprogramm von Erasmus+ vorgelegt. Wie bewerten Sie die bisherigen Überlegungen?

Ich begrüße, dass die wesentlichen Grundsätze des noch laufenden Programms in der neuen Programmgeneration ab 2021 beibehalten, gleichwohl aber behutsam fortentwickelt werden sollen. Ich denke dabei vor allem daran, dass auch kleineren Einrichtungen, die bislang wenig Erfahrung mit europäischen Programmen haben, die Teilnahme erleichtert werden soll. Besonders vielversprechend ist zudem, dass die finanziellen Mittel verdoppelt und für Lernende in allen Bildungsbereichen aufgestockt werden sollen. Jungen Menschen Austausch und Begegnung ermöglichen ‒ das ist ein richtiges Zeichen für Europa. Für ebenso erwähnenswert halte ich den stärker inklusiven Ansatz. Damit könnte erreicht werden, dass künftig mehr Personen mit unterschiedlichem kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Hintergrund an Erasmus+ teilnehmen können.

Alle Interviews der Reihe "Nachgefragt"

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