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Burger und Baozi

Ob traditionelle chinesische Teigtaschen Baozi oder Fleischburger – beim Schüleraustausch zwischen den Städten Neuss und Wuxi nahmen die Jugendlichen aus China und Deutschland 2014 nicht nur Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe. In ihrer Projektarbeit befassten sie sich mit Gesundheitsförderung in ihren Schulen und Ausbildungsbetrieben und erstellten dazu Video-Podcasts. Das Berufskolleg für Wirtschaft und Informatik des Rhein-Kreises Neuss (Nordrhein-Westfalen) und das Ausbildungszentrum für Mittlere-Betrieblich-Technische Führungskräfte Wuxi (VR China), ermöglichen seit 2007 jedes Schuljahr einer neuen Schülergruppe, ihren Horizont durch deutsch-chinesische Projektarbeit zu erweitern und in die fremde Kultur einzutauchen. Der PAD stellt die beispielhafte Schulpartnerschaft als "Projekt des Monats" im Dezember 2014 vor.

Das Projekt

"Die chinesischen Schüler sind aufgeschlossener als noch vor fünf Jahren. Sie stellen sehr viele Fragen, machen alle Aktivitäten mit und sind experimentierfreudiger geworden. Vielleicht liegt es an ihren verbesserten Englischkenntnissen oder auch an der freieren Erziehung.“ Sigrid Thomas, Chinesisch- und Englischlehrerin

Ob sie Frühstücksdosen öffnen, um über das Pausenbrot zu sprechen oder in der Schulküche Teig rühren, um Weckmänner zu backen: Die chinesischen Jugendlichen, die im November 2014 für zehn Tage nach Neuss kamen, waren neugierig und interessiert an den Lebensgewohnheiten ihrer deutschen Partner. Es war ein Wiedersehen mit den Jugendlichen, die sie im Frühjahr in Wuxi auf dem dortigen Campus begrüßen konnten. Gemeinsam hatten sie nicht nur Taiji auf dem Schulhof geübt, sondern auch über die Vor- und Nachteile von Fastfood für die Gesundheit diskutiert. Fachlich unterstützt wurden sie dabei von Frau Dr. Susanne Nebel, die am Berufskolleg die Gesundheitsmanagement-Klasse betreut und die medizinischen Fachangestellten unterrichtet.

Es entstanden Video-Podcasts zu Ernährungsgewohnheiten und Gesundheit. In den vergangenen Jahren hatten ihre Mitschüler bereits vor dem Mikrofon einen Umwelt-Rap gesungen oder eine Radiosendung zur Berufsausbildung in Deutschland und China produziert.

Gemeinsame Projektarbeit fördert das Kennenlernen

"Das projektbezogene Arbeiten bringt viel. Man kann auf diese Weise immer einen anderen Aspekt des Alltags vertiefen und intensiv kennenlernen." Sigrid Thomas, Chinesisch- und Englischlehrerin

Seit 2007 wählt das deutsch-chinesische Lehrerteam in Neuss und Wuxi für jedes Schuljahr ein neues Thema aus, das sich für die gemeinsame Projektarbeit eignet. Vorschläge kommen auch aus dem Kreis der im Vorjahr beteiligten Jugendlichen. Die Schülerinnen und Schüler bereiten sich auf die Begegnungen vor, tauschen sich über E-Mail und soziale Netzwerke aus, um sich kennenzulernen und die Treffen vorzubereiten. Für die beteiligten Jugendlichen, von denen in Deutschland einige auch in Großbetrieben mit Filialen in China arbeiten, ist die Projektarbeit mit den chinesischen Partnern nicht nur eine Chance, die andere Kultur kennenzulernen. Sie machen sich auch mit Methoden der Medienarbeit vertraut und üben sich in der internationalen Projektarbeit. Während der Zusammenarbeit sprechen sie Englisch, probieren aber in der Alltagskommunikation auch Redewendungen in der Muttersprache ihrer Partner.

Ein großer Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung

"Der interkulturelle Austausch ist für die Jugendlichen aus Deutschland und China das Wichtigste. Sie spüren auch, wie sie selbstständiger werden und es ihnen gelingt, ihre Projektarbeit selbst zu organisieren. Für die Persönlichkeitsentwicklung ist das ein großer Schritt." Sigrid Thomas

Jedes Jahr nehmen bis zu 20 Schülerinnen und Schüler aus beiden Staaten am Austausch teil. Sie benötigen gute schulische Leistungen insbesondere im Fach Englisch. Die Jugendlichen aus Deutschland müssen sich für den asiatischen Wirtschaftsraum interessieren. Offenheit für fremde Kulturen ist ebenso wichtig wie die Bereitschaft, an einem vorbereitenden Sprachkurs und für vier Wochen im Schuljahr an der gemeinsamen Projektarbeit teilzunehmen. Die deutschen Schülerinnen und Schüler reisen im Frühjahr zwei Wochen zur chinesischen Partnerschule. Sie nehmen am Unterricht teil, besuchen chinesische und internationale Betriebe und lernen den Großraum Wuxi und die Wirtschaftsmetropole Shanghai kennen.

Nach den Herbstferien kommen bis zu zehn Jugendliche aus der VR China, die von zwei Lehrkräften begleitet werden. Sie wohnen für zwei Wochen in Gastfamilien und nehmen mit ihren Partnern an einem abwechslungsreichen Programm im Rhein-Kreis Neuss und benachbarten Städten teil. Neben Unterrichtsbesuchen besichtigen sie Ausbildungsbetriebe, den Landtag in Düsseldorf, die IHK (Schwerpunkt Asien, VR China) in Köln und arbeiten gemeinsam an einem Projekt.

Austausch auf Augenhöhe

"Der Austausch bereitet uns allen viel Freude. Es entstehen Freundschaften und der Kontakt wird häufig auch nach den Besuchen fortgesetzt. Waren wir uns bei den ersten Treffen noch fremd, so finden die Begegnungen inzwischen auf Augenhöhe statt." Sigrid Thomas

Die Chinesisch-, Englisch- und Deutschlehrerin Sigrid Thomas koordiniert seit sieben Jahren den Austausch mit China und begleitet die Gruppen auf ihren Begegnungen. Das AMBF-College Wuxi mit seinen 3.000 Schülerinnen und Schülern auf dem Campus hat eine eigene Logistikabteilung für solche Aktivitäten. Ihre chinesische Kollegin Frau Dou bereitet den Austausch von chinesischer Seite vor. Die Gruppen werden jeweils von wechselnden Lehrkräften aus der Fremdsprachenabteilung begleitet, die die Begegnungen inhaltlich und sprachlich vorbereiten. Die chinesische Schule ist sehr an einer beruflichen Qualifizierung der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte interessiert, und würde sich noch mehr Angebote wie Praktika und Fortbildungen wünschen, wenn sich dies finanzieren und organisieren ließe.

Projektdaten

Das Berufskolleg für Wirtschaft und Informatik des Rhein-Kreises Neuss (Nordrhein-Westfalen) führt seit 2007 regelmäßige Schüleraustauschbegegnungen und Projekte mit dem Ausbildungszentrum für Mittlere-Betrieblich-Technische Führungskräfte Wuxi (AMBF-College Wuxi - Sino-German Senior Professional and Technical School), das an die Wuxi Machinery and Electron Higher Professional and Technical School angegliedert ist, durch. Der moderne Schulcampus liegt im sogenannten New-District von Wuxi. Die meisten der etwa 3.000 Schülerinnen und Schüler wohnen auf dem Schulgelände.

Ansprechpartnerin

Sigrid Thomas, Chinesisch-, Deutsch- und Englischlehrerin
Berufsbildungszentrum Neuss-Weingartstraße
Berufskolleg für Wirtschaft und Informatik des Rhein-Kreises Neuss
Weingartstr. 59 - 61
41464 Neuss

Weiterführende Websites

Projektsprache

  • Englisch

Projektlaufzeit

  • seit 2007

Förderprogramm

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