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Erasmus+ Schulbildung

Success Stories

Erfolgsgeschichten zum europäischen Austausch

Die besten Erasmus+ Projekte hat der PAD mit dem Titel "Success Story" ausgezeichnet. Kriterien für die Auswahl waren neben Innovation und Nachhaltigkeit auch die Wirkung und Übertragbarkeit einzelner Projektteile sowie die bildungspolitische Relevanz der Projekte.

Die Europäische Union fördert mit Öffnet internen Link im aktuellen FensterErasmus+ den europäischen Austausch im Schulbereich. Die Nationalen Agenturen wählen Projekte aus, die beispielhaft zeigen, wie wirkungsvoll europäische Fortbildungsprojekte (Leitaktion 1) und strategische Partnerschaften (Leitaktion 2) das Lernen in Europa beeinflussen.

Success Stories zur Leitaktion 1 – Mobilitätsprojekte für Schulpersonal

Von Skandinavien lernen

Geschwister-Scholl-Grundschule, Gengenbach (Baden-Württemberg)

Öffnet externen Link in neuem FensterFit for future @ GSG Gengenbach

Beschreibung
Dass ihre Zukunft weltoffen und europaorientiert sein wird, davon ist die Geschwister‑Scholl‑Grundschule (GSG) überzeugt. Denn genau darauf hat sie während des zweijährigen Erasmus+ Projekts hingearbeitet. Mit dem Ziel, »Fit for future« zu werden, erarbeiteten die Lehrkräfte ein richtungsweisendes pädagogisches Konzept, für das sie sich Anregungen in Skandinavien holten. Die Nordeuropäer gelten als Vorreiter bei vielen innovativen Bildungsprojekten. Von ihnen wollten die Gengenbacher bei ihren Hospitationen und durch Job-Shadowings lernen. Sie nutzten ihre Kontakte zu zwei ehemaligen COMENIUS-Partnern in Schweden und Island, um die Kooperationen neu zu beleben und frische Ideen zu entwickeln.

Den Anspruch, über Grenzen hinweg zu denken, nahmen die deutschen Lehrkräfte wörtlich und griffen ein Konzept auf, das sie an der isländischen Partnerschule inspiriert hatte. Dort findet der Unterricht auch außerhalb der Klassenräume statt und eröffnet dadurch ungewohnte Perspektiven. Ebenfalls beispielhaft im hohen Norden ist die Fremdsprachenkompetenz schon der Kleinsten, die dadurch gefördert wird, dass TV‑Filme im englischen Original ausgestrahlt werden. Dank der internationalen Begegnungen konnten auch die Deutschen ihre Kenntnisse verbessern.

Ihrem Motto »Fit für die Zukunft« bleibt die GSG Gengenbach auch beim Einsatz neuer Medien treu, den der baden-württembergische Bildungsplan für Grundschulen vorsieht. Dank intensiver Fortbildungen fühlt sich das Kollegium gut gerüstet für die digitalen Herausforderungen. Vom Erfolg ermutigt, bewirbt sich die GSG Gengenbach nun als Referenzschule für Medienbildung und
nimmt damit ein weiteres zukunftsweisendes Projekt in Angriff.

Begründung für die Auszeichnung
Durch das Mobilitätsprojekt sind weitreichende positive Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler, den Unterricht, die Teilnehmenden und die Schule insgesamt zu verzeichnen. Die gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen werden hinsichtlich der Individualisierung und Differenzierung der Lernangebote sowie der Förderung des Umgangs mit neuen Medien in den Schulentwicklungsplan der Einrichtung einfließen. Auch konnte durch die durchgeführten Hospitationen der Kontakt zu den Partnereinrichtungen intensiviert und der Grundstein für künftigen Austausch über Best Practice gelegt werden. Durch das Projekt konnte zudem die Akzeptanz im Gesamtkollegium für Aktionen mit europäischen Partnern erhöht werden. Bei der Auswahl der Teilnehmenden wurde darauf geachtet, Lehrkräfte aus allen Standorten der Schule in das Projekt einzubinden, was sich positiv auf die Multiplikation von Lernergebnissen ausgewirkt hat.

Öffnet externen Link in neuem FensterDas Projekt in der Projektergebnisplattform (PEP) der EU-Kommission

Außerschulische Angebote nutzen

Hermann-Böse-Gymnasium Bremen

»Extracurricular activities in the international context – systemic approach and documentation to increase intercultural awareness among students«

Beschreibung
Ein Elefant ziert das Wappen des Hermann-Böse‑Gymnasiums (HBG) in Bremen. Der majestätische Dickhäuter symbolisiert Kraft und Weisheit, Sensibilität und Verlässlichkeit. Es sind Eigenschaften, die perfekt zum Leitbild der zertifizierten Europaschule passen, nämlich Rücksichtnahme, Toleranz und das Verständnis für die Sichtweisen anderer Menschen und Kulturen zu vermitteln. Mit diesem Fokus entschied sich das bilinguale Gymnasium, seine außerschulischen Angebote auszuweiten. Um ihre Idee umzusetzen, die sozialen, musischen und sportlichen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken, suchte das HBG ein Gesamtkonzept.

Das Kollegium wollte von den wertvollen Erfahrungen anderer Schulen profitieren und sah im gut durchdachten Erasmus+ Projekt eine große Chance. Es umfasste Hospitationen an den Partnerschulen in Finnland, Frankreich, Italien und Spanien, eine strukturierte Fortbildung für eine Entscheidungsträgerin und den Unterrichtsaufenthalt eines Lehrers. Von den neuen Ideen der entsandten Lehrkräfte profitierten vor allem die Schülerinnen und Schüler. Künftig können sie einen begehrten Quali-Pass erwerben, in dem Aktivitäten, Weiterbildungen und ehrenamtliche Engagements dokumentiert werden. Zur Auswahl stehen eine Vielzahl spannender Angebote wie ein Debattierwettbewerb, Jam-Sessions, ein Friedenslauf, Robotertechnik oder die Mitarbeit bei der Schülerzeitung »Elefant«. Und dieses Engagement passt bestens zum weisen Wappentier der Schule.

Begründung für die Auszeichnung

Die mit dem Projekt verfolgten Ziele konnten durch insgesamt elf Mobilitätsmaßnahmen erreicht werden. Neun Hospitationen, eine Unterrichtstätigkeit und ein strukturierter Fortbildungskurs boten die Gelegenheit, an fünf verschiedenen Partnereinrichtungen den Unterricht und außerschulische Aktivitäten zu beobachten. Die Lernergebnisse sollen in ein schulisches Konzept am HBG einfließen,
das das Engagement der Jahrgänge 5 bis 12 auch außerhalb des Unterrichts entsprechend dokumentiert. Das Mobilitätsprojekt ist im Rahmen der Schulentwicklung in eine Zielvereinbarung mit der Schulbehörde eingebunden. Sie sieht die Erarbeitung eines Konzeptes vor, durch das leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Anhand der durchgeführten Mobilitätsmaßnahmen konnte ein guter Überblick gewonnen werden, inwieweit außerschulische Aktivitäten an den Partnereinrichtungen integriert, dokumentiert und anerkannt werden. Die Ergebnisse wurden in einem Beobachtungsbogen festgehalten, der in Absprache mit der Schulleitung des Hermann-Böse-Gymnasiums entwickelt und von allen Teilnehmenden ausgefüllt wurde. Die beabsichtigten künftigen Maßnahmen (unter anderem 2018 Beantragung eines Projektes im Rahmen von Leitaktion 2 mit analoger Thematik) lassen eine nachhaltige Wirkung des Mobilitätsprojektes erwarten.

Öffnet externen Link in neuem FensterDas Projekt in der Projektergebnisplattform (PEP) der EU-Kommission

Perspektiven für junge Migranten

Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Darmstadt (Hessen)

»Erstellung eines Gesamtkonzepts zur Flüchtlingsbeschulung«

Beschreibung
It’s up to you« heißt es auf einem Wandbild an der Schulfassade. Diese Ermutigung, seinen eigenen Weg zu gehen, spiegelt die Haltung der Heinrich-Emanuel‑Merck-Schule wider. Sie bereitete sich 2016 auf eine ihrer größten Herausforderungen vor: die Beschulung 80 junger geflüchteter Menschen, denen berufliche Bildungschancen in den Bereichen Elektro- und Informationstechnik eröffnet werden sollten. Um sich hierfür professionelle Unterstützung zu holen, stellte die Schule einen Erasmus+ Antrag. Doch schon zwei Monate später musste sie 80 Geflüchtete sofort aufnehmen.

Nun wurde dringend ein Gesamtförderkonzept für die Intensivklassen zur Sprachförderung benötigt. Denn für den vierzügigen Bildungsgang »InteA«, der im März 2016 eingerichtet wurde, gab es noch kein Curriculum. Dies war eine Pionierarbeit für die kleine Gruppe von Lehrkräften, die im gleichen und im Folgejahr an Mobilitätsprogrammen in England, Schottland und Frankreich teilnahmen, um neue Konzepte der Fremdsprachvermittlung kennenzulernen und zu erproben. Der intensive Austausch mit Gleichgesinnten aus der EU eröffnete ihnen neue Perspektiven, die sie mit vereinten Kräften an ihrer Schule umsetzten. Von dem ganzheitlichen Konzept profitierten die geflüchteten Jugendlichen, die
nicht nur schnell Deutsch lernten, sondern sich auch intensiv mit den Werten und Lebensweisen ihres Gastlandes auseinandersetzten. Projekte gegen Rassismus und zur Gewaltprävention, bei denen eine 11. Klasse der gymnasialen Oberstufe mit den InteA-Schülerinnen und -Schülern zusammenarbeitete, trugen dazu bei, Verständnis füreinander zu wecken. Viele der jungen Migrantinnen und Migranten konnten mittlerweile sogar in betriebliche Praktika vermittelt werden und haben dadurch eine entscheidende Herausforderung gemeistert: ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Begründung der Auszeichnung

Das Projekt ermöglichte fünf Lehrkräften eine gezielte Erweiterung ihrer englischen und französischen Sprachkompetenz, eine erhöhte Sicherheit im Fremdsprachenunterricht und eine verbesserte Kommunikation mit Geflüchteten an der Heinrich-Emanuel‑Merck‑Schule. Die erworbenen innovativen Methoden eignen sich zudem gut für den Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht und werden in das Gesamtförderkonzept der Einrichtung integriert. Dies ist umso bedeutender, da kurzfristig 80 geflüchtete Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden mussten. Die Kenntnisse der Einrichtung im Bereich der Beschulung jugendlicher Migranten werden von anderen Schulen angefragt und ihre Lehrkräfte werden als Multiplikatoren in Bildungseinrichtungen und zu Fachtagungen eingeladen.

Öffnet externen Link in neuem FensterDas Projekt in der Projektergebnisplattform (PEP) der EU-Kommission

Aufbruch in die Zukunft – Europäische Fortbildungen des Schulpersonals unterstützen die Schulentwicklung

Haupt- und Realschule Grasberg/Worpswede (Niedersachsen)

»Aufbruch in die Zukunft – wir machen uns auf den Weg!«

Beschreibung

Welche Chance die Zusammenlegung zweier Schulen eröffnen kann, erlebte die Haupt- und Realschule Grasberg/Worpswede. Seit 2013 vereint, nutzte sie die gebündelten Kompetenzen und die Zusammenarbeit engagierter Lehrkräfte. Beide Kollegien schätzten schon immer internationale
Kontakte und die Zusammenarbeit in Europa, wollten aber ihre Erfahrungen auf eine professionellere Ebene bringen und sich qualitativ weiterentwickeln. Das einjährige Erasmus+ Projekt bot ihnen die Chance, bei Fortbildungskursen unterschiedliche europäische Bildungssysteme kennenzulernen und im Sinne der »Best Practice« erfolgsversprechende Beispiele in den eigenen Unterricht zu integrieren.

Als besonders wertvoll erlebten die Worpsweder das engmaschige internationale Netzwerk, von dem auch die Schülerinnen und Schüler profitieren. Aus den neuen Kontakten entwickelten sich eTwinning-Ideen, die Lernen über Grenzen hinweg ermöglichen. Bei der Umsetzung werden die Jugendlichen von den Lehrerinnen und Lehrern unterstützt, die ihre Kenntnisse im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) dank des Erasmus+ Programms erweitern konnten. Als weiteren großen Gewinn betrachten die Teilnehmer, dass sie ihre Sprachkenntnisse ausgebaut und die Offenheit gegenüber anderen Kulturen gestärkt haben. Diese Erfahrungen nutzen
sie, um ihre Schülerinnen und Schüler für die europäische Vielfalt zu begeistern, sie zu ermutigen, bei der Berufswahl die Möglichkeiten innerhalb der EU zu nutzen, und sie zu weltoffenen, toleranten Bürgern zu erziehen. Ihre positiven Erkenntnisse gibt die Schule an Bildungseinrichtungen weiter, die neue Vorhaben planen frei nach dem Worpsweder Projektmotto, »Aufbruch in die Zukunft – wir machen uns auf den Weg«.

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Begründung der Auszeichnung
Das Projekt zeichnet sich durch eine hohe Qualität des erworbenen Wissens in den besuchten Fortbildungskursen in Spanien, Italien, Finnland sowie auf Malta und Island aus. Das Engagement der zum Kurs entsandten Lehrkräfte war außergewöhnlich hoch. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich eine relativ kleine schulische Einrichtung den Themen Internationalisierung, europäische Bildungssysteme, Projektmanagement sowie Unterrichtsmethodik stellt und gewonnene Erfahrungen weiteren Lehrkräften und der Schülerschaft zugutekommen lässt.

Leitaktion 2 (Strategische Schulpartnerschaften): Success Stories 2016

Back to Our Future

Grundschule im Beerwinkel, Berlin

Opens external link in new windowBack to Our Future

Beschreibung
Ziel der Strategischen Partnerschaft »Back to our Future« von zehn Schulen aus ebenso vielen europäischen Staaten mit sehr unterschiedlichen Profilen war es, bei den Schülerinnen und Schülern sowie dem Schulpersonal und den Schulgemeinschaften Bewusstsein für einen aktiven, gesunden Lebensstil zu entwickeln. Ebenso sollte eine Ökonomie der Zukunft, die vorhandene und nachwachsende Rohstoffe nutzt, in den Blick genommen werden. So entstand die Idee, altes Wissen neu zu entdecken, sich entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen und voneinander in Europa zu lernen. Das Projekt basierte dabei auf vier thematischen Säulen: Umwelt, Freizeit, Informations- und Kommunikationstechnologie und Wirtschaft. Zwei Jahre lang arbeiteten die beteiligten Einrichtungen eng zusammen, veranstalteten sieben internationale Workshops mit Kindern und setzten sich für die Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen zu Umweltschulen ein. Bei den Workshops ging es vor allem um traditionelle kulturelle Techniken und handwerkliche Fähigkeiten wie zum Beispiel die Herstellung von Papier, traditionelle Landwirtschaft und Umgang mit Tieren, Klöppeln von Spitze, Anlegen von Gärten und Erzeugen von Kompost und Terra Preta. Bewusst wurde dabei die Methode gewählt, die Lernenden und teilweise auch das schulische Umfeld für die Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Dank regelmäßiger Selbstevaluierung konnten die Projektergebnisse optimiert werden, gleichzeitig wurden dadurch eigenständige Schulentwicklungsprozesse angestoßen.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung der Auszeichnung
Das Projekt »Back to Our Future« zeigt, wie internationaler Austausch im Primarbereich optimal umgesetzt werden kann. Die hervorragende Koordinierungsleistung der Grundschule im Beerwinkel ermöglichte eine erfolgreiche Zusammenarbeit der überdurchschnittlich großen Partnerschaft von zehn Schulen und einer assoziierten Schule in Weißrussland. Die vielseitigen Ergebnisse des Projekts, die durch vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit und eine umfangreiche Website zugänglich gemacht wurden, laden zur Nachahmung ein. Sehr erfreulich ist die Einbindung externer Unterstützer wie zum Beispiel auf Berliner Seite die Freie Universität mit Schüleruni oder eine Steinpapierdruckerei. Die Verzahnung mit der Leitaktion 1 von Erasmus+ (Lehrerfortbildung) ermöglichte Job-Shadowings, durch die sich der gegenseitige Austausch über methodisches Wissen vertiefen ließ.

»Brick stones – made in Europe«: The way housing influences our lives in common Europe

August-Renner-Realschule, Rastatt (Baden-Württemberg)

Opens external link in new window»Brick stones – made in Europe«: The way housing influences our lives in common Europe

Beschreibung
Unter der Koordinierung der August-Renner Realschule in Rastatt haben sieben Sekundarschulen aus Europa in zweijähriger Projektarbeit erkundet, wie Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse das persönliche und soziale Leben von Menschen beeinflussen können. Die Schülerinnen und Schüler nahmen dabei die unterschiedlichen kulturellen und klimatischen Einflussfaktoren in den Partnerländern in den Blick und entwickelten ein Bewusstsein für die Bedeutung ökologischer Fragen und den Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Hintergrund der gemeinsamen Projektarbeit war eine vergleichbare Ausgangssituation an den Partnerschulen: Viele Schülerinnen und Schüler mit niedrigen Basiskompetenzen und geringem Interesse am Lernen. Diese Kinder zu motivieren und ihnen zu vermitteln, wie wichtig Schulwissen für das praktische Leben ist, war das eigentliche Ziel des Projekts. Durch die Einbeziehung von außerschulischen Experten lernten die Schülerinnen und Schüler außerdem unterschiedliche Berufe im Bereich Wohnraumplanung, Bau und kommunale Infrastruktur kennen und erhielten so Anregungen für die eigene spätere Berufswahl.

Zu Beginn des Projekts wurden die Lebensbedingungen in den verschiedenen Partnerländern in der Vergangenheit erforscht. Dazu sammelten die Schülerinnen und Schüler Informationen, bauten Modellhäuser und organisierten eine Wanderausstellung. Bei Thema Wohnen in der Gegenwart wurde Aspekte wie Hausbau, energiesparende Maßnahmen, Nachhaltigkeit, Denkmalschutz, Wohnen im Alter und für Menschen mit besonderen Bedürfnissen thematisiert. In diesem Zusammenhang organisierte die deutsche Schule auch eine »Energiesparwoche«, die künftig als regelmäßige Aktivität an allen Schulen durchgeführt wird. Abschluss und Höhepunkt der gemeinsamen Arbeit war die Planung der idealen europäischen Gemeinde »Europia« in Form eines Wettbewerbs unter den Partnern, bei der alle bisher gewonnenen Erkenntnisse und Anforderungen an eine angemessene Gestaltung des Wohnraums berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse sind auf der Projektwebsite zugänglich.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Erasmus+-Projekt »Brickstones« zeigt, wie fächer- und länderübergreifende Projektarbeit durch gute Planung sowie durch schulinterne und -externe Zusammenarbeit durchgeführt werden kann. Den beteiligten Partnern ist es gelungen, durch gut durchdachte Aufgabenstellungen und vielseitige Aktivitäten ihre Schülerinnen und Schüler zu motivieren und ihnen zu vermitteln, dass sie in der Schule tatsächlich etwas fürs Leben lernen. Kurzum: Ein engagiertes, spannendes und schülernahes Projektgeschehen, von dem die Website einen lebendigen Eindruck vermittelt und damit auch Anregungen für andere Schulen gibt.

Inclusion in Primary School

Grundschule Markgrafenstraße, München (Bayern)

Opens external link in new windowInclusion in Primary School

Beschreibung
Inklusive Bildung und der gemeinsame Unterricht aller Kinder an allgemeinbildenden Schulen sind Teil der EU-Agenda für Bildungsgerechtigkeit. In der Praxis gibt es dabei im europäischen Ländervergleich große Unterschiede, so auch in den Staaten der drei Projektpartner: Während in Italien und Spanien Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf bereits seit Jahren inklusiv an der Regelschule unterrichtet werden, besucht in Deutschland ein Großteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf entsprechende Förderzentren, auch wenn Inklusion zunehmend häufig an der Regelschule ermöglicht wird. Im Austausch über ihre verschiedenen Erfahrungen und Ansätze haben die drei Partnerschulen vielseitige Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Inklusion in der Grundschule zusammengestellt und Unterrichtsprojekte für inklusives Lernen im musischen und praktischen Bereich entwickelt. Sie verglichen Grundkenntnisse und Kompetenzen in den Bereichen Sprache, Mathematik und Sozialerziehung und erreichten durch den intensiven Austausch eine Professionalisierung des Lehrpersonals und eine Weiterentwicklung ihrer internen Ressourcen und Bedingungen. Besonders wirkungsvoll waren dabei die gemeinsamen Treffen, bei denen unter anderem Hospitationen von Unterrichtssituationen mit anschließenden Reflexions- und Diskussionsrunden durchgeführt und auch Themen wie Schulsozialarbeit oder Inklusion im vorschulischen Bereich an praktischen Beispielen erkundet wurden.
Gemeinsam haben die Partnerschulen drei Unterrichtssequenzen erarbeitet, die als übertragbare Beispiele für die Praxis auch anderen Schulen auf der Projektwebsite zur Verfügung stehen:

  • Vivaldis »Vier Jahreszeiten«: Individuelle Zugänge zu klassischer Musik finden, Ausdrucksformen gestalten
  • Inszenierung des Bilderbuchs »Einer für alle ‒ alle für einen«: Stärken entdecken, Schwächen akzeptieren, Persönlichkeit entwickeln
  • Gemeinsam Grenzen überwinden ‒ eine aktive Reise durch Europa: Bewegung kooperativ erleben, gemeinsam Aufgaben meistern

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Projektlaufzeit
1. Oktober 2014 bis 1. Oktober 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt »Inclusion in Primary School« von drei Grundschulen macht auf überzeugende Weise sichtbar, wie der transnationale Erfahrungsaustausch zur gezielten Entwicklung eigener Konzepte genutzt werden kann. Durch die Einarbeitung der Projektergebnisse in die Schulentwicklungskonzepte der Einrichtungen ist eine besondere Nachhaltigkeit gegeben. Hervorzuheben ist auch die Erarbeitung einer qualitativ hochwertigen Broschüre mit drei vollständig ausgearbeiteten Praxisbeispielen inklusiven Unterrichts. Diese können eins zu eins von anderen Grundschulen übernommen werden. Einen lebendigen Eindruck über die koordinierende Grundschule Markgrafenstaße in München und das Projekt vermittelt ein ansprechender Kurzfilm, der auf der Projektwebsite in deutscher und englischer Version verfügbar ist.

Leadership in School

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin, Regionale Außenstelle Reinickendorf (Berlin)

Opens external link in new windowLeadership in School

Beschreibung
Vor dem Hintergrund wachsender schulischer Autonomie stehen Führungsfragen für Schulleitungen in Deutschland und Österreich sowie in vielen anderen Staaten auf der Agenda. Veränderte Anforderungen an Schulleitungen sind dabei ebenso ein Thema wie die Nachfrage nach Unterstützungs- und Qualifizierungsangeboten. Die Regio-Partnerschaft zwischen Schulbehörden in Berlin und Wien mit weiteren lokalen Partnern hat sich an den von dem »European Policy Network on School Leadership« entwickelten fünf Dimensionen des Führungshandelns an Schule orientiert und deren Bedeutung für die beteiligten Partnerschulen in der Praxis ergründet:

  • Politische und kulturelle Erwartungen und ihre Übersetzung in interne Bedeutung und Zielvorgaben
  • Wertschätzung und Motivierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Strukturierung der Schule und Entwicklung der Schulkultur
  • Zusammenarbeit mit Partnern und dem Umfeld von Schulen
  • Entwicklung und Förderung der Persönlichkeit

Diese Dimensionen waren Raster und Rahmen für Job-Shadowings der beteiligten Schulleiterinnen und Schulleiter in Berlin und Wien. Dabei wurden Stolpersteine und Beispiele guter Praxis identifiziert. In bilateralen Kleingruppen erarbeiteten und erprobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Instrumente zur Unterstützung von Führungshandeln. Anwendbarkeit, Einsatz und Transfermöglichkeiten standen hier im Vordergrund, so dass der erstellte Praxisleitfaden auch für andere Einrichtungen und Schulleitungsteams hilfreich sein kann.

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Projektlaufzeit
1. November 2014 bis 31. Oktober 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt »Leadership in School« verdeutlicht das hohe Potential strategischer Regio-Partnerschaften, strukturell und nachhaltig Einfluss auszuüben. Die beteiligten Akteure – Schulaufsichten, Schulleitungen, Weiterbildungseinrichtungen – machten den Praxistest für die in einem anderen, bereits abgeschlossenen Projekt entwickelten Maßnahmen zur Weiterbildung von Führungskräften. Die Projektstruktur folgte konsequent dem Leitsatz »Aus der Praxis für die Praxis«. Durch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit wurden die relevanten Zielgruppen weitreichend über das Projekt informiert.

Methode zur Feststellung und Anerkennung von non-formalen und informellen Kompetenzen in der beruflichen Bildung von jugendlichen Schaustellern (INVET)

Bezirksregierung Arnsberg (Nordrhein-Westfalen)

Opens external link in new windowMethode zur Feststellung und Anerkennung von non-formalen und informellen Kompetenzen in der beruflichen Bildung von jugendlichen Schaustellern (INVET)

Beschreibung
Ausgangspunkt des Projekts war die Situation der beruflichen Bildung von jugendlichen Schaustellern. Denn wer immer auf Reisen ist, dessen Ausbildung ist schwierig. Zwar haben junge deutsche Schausteller ein auf sie speziell zugeschnittenes Berufsbildungsangebot, an den Berufskollegs in Deutschland wird aber noch keine Erfassungsmethode für ihre informellen Kompetenzen eingesetzt; sei es um diese festzustellen und zertifizieren zu können oder um aufbauend auf diesen vorhandenen Kenntnissen individueller zugeschnittene Ausbildungsinhalte anbieten zu können.

In den Niederlanden gibt es dagegen bislang keine auf Schausteller speziell zugeschnittenen beruflichen Ausbildungsangebote wie zum Beispiel besondere Schausteller-Fachklassen, jedoch die seit langem erfolgreiche Methode »Erkenning Verworwen Competenties« (EVC) zur Validierung informell erworbener fachlicher Kompetenzen ‒ wenngleich diese Methode bisher nicht für die berufliche Bildung jugendlicher Schausteller angewendet wurde.

In dem Projekt haben die deutschen und niederländischen Partner gegenseitig von ihren Erfahrungen profitiert. Sie erarbeiteten zunächst ein ausführliches Berufsprofil, das die vielfältigen Aufgabenbereiche eines Schaustellers berücksichtigt. Auf der Grundlage der niederländischen EVC-Methode wurde dann ein angepasstes Kompetenzfeststellungsverfahren entwickelt und mit jugendlichen Schaustellern aus beiden Ländern erfolgreich erprobt. Zusätzlich wurde für die Jugendlichen ein maßgeschneiderter Lehrgang »Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik« durchgeführt. Diese Kombination von EVC-Verfahren und maßgeschneiderten Ausbildungsmaßnahmen wurde von allen Beteiligten als zukunftsweisend empfunden. In einem Handbuch sind die Erfahrungen und Projektergebnisse zusammengefasst, um sie auch für andere Projekte, Regionen und Zielgruppen nutzbar zu machen.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt zeichnet sich durch eine gut konzipierte und strukturierte Kooperation der regionalen Partner aus. Überzeugende Ergebnisse mit hohem Bezug zur Praxis sind das Kompetenzfeststellungsverfahren für Schausteller auf der Grundlage des niederländischen EVC-Verfahrens sowie auch das auf der Projektwebsite verfügbare Handbuch für Lehrkräfte, Berufsbildungspraktiker, Ausbilder und Schausteller. Vorbildlich sind die Übersetzung der Hauptergebnisse ins Englische sowie die Durchführung zahlreicher Verbreitungsmaßnahmen, um das Konzept bekannt und auf andere Kontexte übertragbar zu machen.

Development of the Musical »Join us and MOVE« about the History of EU since 1957

Gesamtschule Volksgarten, Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)

Opens external link in new windowDevelopment of the Musical »Join us and MOVE« about the History of EU since 1957

Beschreibung
Die Geschichte der EU in einer schülernahen Art und Weise zu erforschen und sie musikalisch zu präsentieren – diese Idee haben die sechs Sekundarschulen aus Litauen, Polen, der Türkei, Italien und Spanien unter der Koordination der Gesamtschule Volksgarten in Mönchengladbach trotz einiger organisatorischer Schwierigkeiten schwungvoll umgesetzt. Das Konzept war anspruchsvoll: Die Schülerinnen und Schüler sollten in den Bereichen Musik und Theater zusammenarbeiten und ihren Horizont in Politik, Geschichte, englischer Sprache und Bühnenpräsenz erweitern. Dies wurde in der gemeinsamen Projektarbeit durch vielfältige Aktivitäten erreicht: Die Erkundung der Geschichte Europas in den einzelnen Schulen mündete in die gemeinsame Arbeit an der Zeitleiste und den Dialogen für das Musical bei einem Projekttreffen in Polen, bei einem weiteren Treffen in der Türkei entstand der Titelsong und fanden erste Gesangsproben statt, beim Treffen in Italien wurden gemeinsame Richtlinien zur Bühnenausstattung und zu den Kostümen festgelegt. Zwischen den Begegnungen ging die Arbeit vor Ort weiter: Übersetzung der Dialoge in die jeweilige Landessprache, Probenarbeit, Ideensammlung für das jeweils folgende Treffen. Die aktuellen Entwicklungen in Europa boten Anlass zu spannenden Diskussionen, und die Auseinandersetzung mit der Geschichte der EU war im Rahmen der Projektarbeit viel intensiver, als sie dies im regulären Unterricht hätte sein können. Im März 2016 konnte schließlich beim Treffen in Spanien eine komplette Aufnahme aller Szenen auf Englisch vom lokalen Fernsehsender aufgenommen werden, darüber hinaus führten die Schulen später zuhause das Stück in ihrer jeweiligen Landessprache auf.      

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das ambitionierte Projekt »Join us and MOVE« über die Geschichte Europas ist eine gelungene Schulpartnerschaft, die engagiert und trotz einiger selbstkritisch erwähnter Umsetzungsschwierigkeiten erfolgreich und gut organisiert durchgeführt wurde – nicht zuletzt durch die hervorragende Koordinierungsleistung der Gesamtschule am Volksgarten. Geschichte wurde mit darstellenden Mitteln erlebbar gemacht, besonders für die Altersgruppe der Teilnehmer, die wenig Bezug zur historischen Entwicklung hatte, ist ein politischer Mehrwert und persönlicher Gewinn festzustellen. Die ansprechende Website gibt lebendige Eindrücke in die Projektarbeit einschließlich der Musicalaufführungen und bietet zudem vielfältiges Informationsmaterial und ein ausgezeichnetes »Instruction Book« für Nachahmer, die selber dieses Musical aufführen möchten. 

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