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Erasmus+ Schulbildung

Success Stories

Erfolgsgeschichten zum europäischen Austausch

Die Europäische Union fördert mit Erasmus+ den europäischen Austausch im Schulbereich. Die Nationalen Agenturen wählen Projekte aus, die beispielhaft zeigen, wie wirkungsvoll europäische Fortbildungsprojekte (Leitaktion 1) und strategische Partnerschaften (Leitaktion 2) das Lernen in Europa beeinflussen.

Success Stories 2016

Über 360 Projekte im Schulbereich und mit deutscher Beteiligung konnten im Jahr 2016 abgeschlossen werden. Elf von ihnen, die besonders herausragen, hat der Pädagogische Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz als Success Story ausgezeichnet. Kriterien für die Auswahl waren neben Innovation und Nachhaltigkeit auch die Wirkung und Übertragbarkeit einzelner Projektteile sowie die bildungspolitische Relevanz der Projekte. Startet einen DateidownloadListe der Success Stories 2016 [PDF, 240 kb]

Leitaktion 1 (Europäische Fortbildungsprojekte): Success Stories 2016

Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule

Graf-Soden-Realschule, Friedrichshafen (Baden-Württemberg)

Opens external link in new windowDie GSR auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule - Lernen durch und in Europa Neue Schul-, Unterrichts-, Lehr - und Lernformen als Herausforderung und Chance

Beschreibung
Die Graf-Soden-Realschule nutzte das Erasmus+-Projekt, um die Umgestaltung zur Gemeinschaftsschule zu begleiten. In den zwei Projektjahren nahmen Kollegium und Schulleitung insgesamt an 18 Fortbildungsmaßnahmen teil (Job-Shadowings, Sprachkurse und Fortbildungen zu speziellen Themen). Während in Sprachkursen neue Ansätze für den Fremdsprachunterricht im Vordergrund standen, sollte bei Hospitationen in ausgewählten skandinavischen Schulen vor allem folgende Aspekte berücksichtigt werden: die Individualisierung von Lern- und Lehrmethoden, die Berücksichtigung der unterschiedlichen sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebensläufe der Schülerinnen und Schüler und die Organisation des Ganztagsbetriebs. Konkrete Einflüsse auf den deutschen Schulalltag waren zum Beispiel die Ausweitung des freiwilligen Angebots in den Nachmittagsstunden, ein neues Konzept für individuelle Lernstunden, die Ausstattung der Schule mit WLAN sowie die Einrichtung von Gruppenarbeitsmöglichkeiten in den Gängen (Lernecken). Nach dem Projektende geht das wechselseitige Lernen weiter: Erste eTwinning-Projekte sind bereits in Planung und die finnischen und dänischen Kolleginnen und Kollegen haben Job-Shadowing-Möglichkeiten an der Graf-Soden-Realschule angefragt.

Projektlaufzeit
26. Juni 2014 bis 25. Juni 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Leitaktion 1 als strategisches Instrument genutzt werden kann, um das eigene Personal mit einem europäischen Fokus fortzubilden. So können die aktuellen Herausforderungen und Zielsetzungen der Einrichtung besser bewältigt werden. Die durchgeführten Maßnahmen haben zu einem Qualitätszuwachs des Unterrichts und einer Veränderung bei den Lehr- und Lernformen sowie dem Curriculum geführt. Neben einer qualitativen Stärkung des Fremdsprachenunterrichts insgesamt konnte auch eine Erweiterung des Französischunterrichts erreicht werden. Wesentliche Einblicke in das finnische Schulsystem führten zudem zu Umstrukturierungen im organisatorischen Bereich und Änderungen im Schulcurriculum. Durch das Projekt konnte der europäische Gedanke an der Schule noch weiter und nachhaltiger implementiert werden und ist zum festen Bestandteil des Schullebens geworden. Der Adressatenkreis für die Verbreitung von Lernergebnissen ist breit gefasst und geht weit über die eigene Einrichtung hinaus.

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Verbesserung der sprachlichen und ICT-Fähigkeiten und der interkulturellen Kenntnisse von Nichtsprachlehrern und Sprachlehrern zur Förderung des bilingualen Unterrichts und der Internationalisierung des fachspezifischen Curriculums

Gymnasium Philippinum Weilburg, Weilburg (Hessen)

Beschreibung
Erasmus+ ermöglichte dem Gymnasium Philippinum die Schulentwicklung auf zwei Feldern voranzutreiben: So profitierten der bilinguale Zweig der Schule und der Bereich internationale Partnerschaften. Drei Lehrkräfte aus dem sozial- und naturwissenschaftlichen Bereich besuchten Fortbildungen zum »Content and Language Integrated Learning (CLIL)« und Sprachintensivkurse, um mit ihren so erworbenen Qualifikationen den bilingualen Zweig des Gymnasiums zu unterstützen. Begleitend dazu besuchten zwei von ihnen einen Zusatzkurs an der Universität Frankfurt/Main zum bilingualen Unterrichten. Drei Sprachlehrerinnen und -lehrer sollten das Team rund um internationale Projektarbeit und Austausche verstärken und nahmen zur Vorbereitung in Großbritannien an Kursen zu Informations- und Computertechnologie (ICT), Cultural Awareness und neuer Pädagogik (mit Schulbesuchen) teil. Bei diesen Fortbildungen konnten sie Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen im europäischen Ausland (Finnland/Niederlande/Spanien) knüpfen, Erfahrungen austauschen und verschiedene Schulsysteme kennenlernen. Der interkulturelle Wissenszuwachs und neue Methoden, vor allem in Bezug auf Sachfachunterricht in Englisch, wurden von den sechs Projektteilnehmern ins Kollegium weitergetragen. Die Stärkung des europäischen Gedankens zeigt sich bereits in der Planung des nächsten Erasmus+-Projektes ‒ diesmal für die Leitaktion 2.

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Projektdauer
1. Juli 2014 bis 30. Juni 2016

Begründung für die Auszeichnung
Im Abschlussbericht wird gut dargestellt, wie durch das Projekt der bilinguale Zweig der Schule sowie Qualität und Modernität des Sprach- und Sachfachunterrichts profitieren. Die Fortbildungen führten zum Austausch von innovativem Lehrmaterial und neuem methodischem Wissen. Durch den Besuch unterschiedlicher Einrichtungen konnten die Austauschmöglichkeiten vervielfacht und unter anderem ein E-Mail-Projekt der Schule mit einer spanischen Einrichtung ins Leben gerufen werden. Ebenso wurden interdisziplinäre Projekte, wie zum Beispiel drei fächerübergreifende Filmprojekte, initiiert. So ist von einem breiten Wirkungsgrad und nachhaltigen Effekten des Projekts auszugehen.

Computergestützte Interventionen bei Autismus

Don-Bosco-Schule, Lippstadt (Nordrhein-Westfalen)

Opens external link in new windowComputergestützte Interventionen bei Autismus

Beschreibung
»Wenn Schülerinnen und Schüler heute mit einem iPad durch die Schule gehen und eine Schnitzeljagd mit Lerninhalten machen, ist das für zufällige Besucher unserer Schule ein ungewohnter Eindruck, für das schulische Lernen an der Don-Bosco-Schule aber ein Stück Normalität.« Diese Einschätzung aus dem Abschlussbericht zeigt, wie selbstverständlich neue Medien nach dem zweijährigen Erasmus+-Projekt im Unterricht genutzt werden. Das Projekt zur computergestützten Autismus-Förderung ermöglichte den 12 teilnehmenden Förderschullehrerinnen und -lehrern intensive Einblicke in die Förderpraxis an der Partnerschule Ysgol Y Deri in Wales. Technisch gut ausgestattet und neu konzipiert ist die Ysgol Y Deri Modell für die gezielte Einbindung neuer Medien zur Unterstützung autistischer Schülerinnen und Schüler. Beim Job-Shadowing an der Partnerschule konnten die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihren walisischen Kolleginnen und Kollegen viel über pädagogische IKT-Nutzung lernen, zum Beispiel, welche Lern-Apps sinnvoll sind und wie man sie effektiv anwenden kann. Ein Beobachtungsschwerpunkt war die Förderung von autistischen Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von iPads. Eine Arbeitsgruppe stellte sicher, dass die gewonnenen Kenntnisse in neue schulische Konzepte eingearbeitet wurden und das gesamte Kollegium die anderen Wege in der sonderpädagogischen Förderung kennenlernt. Die neuen iPads, die durch die Lippstädter Dr. Arnold Hueck - Stiftung und den schulischen Förderverein finanziert wurden, finden seither regen Anklang in der Unterrichtsgestaltung, und auch das nächste Erasmus+-Projekt mit Medienschwerpunkt ist bereits in Planung.

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Projektlaufzeit
1. Juli 2014 bis 30. Juni 2016

Begründung der Auszeichnung
Durch das Projekt wurden nachhaltige Veränderungsprozesse in der Don-Bosco-Schule initiiert. Vor dem Hintergrund der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern aus dem Inklusionsbereich dienten die Aufenthalte an der walisischen Partnerschule der Erweiterung von Kenntnissen zur Individualisierung von Lernprozessen, schulischen Ausstattungselementen und dem Einblick in den Einsatz von IKT, insbesondere des iPads. Die erworbenen Erfahrungen  wurden nicht nur Kollegen der eigenen Schule, sondern auch anderen in der Region ‒ unter anderem auf Informationsveranstaltungen des Schulministeriums NRW ‒ weitergegeben. Auch die Einbindung der Eltern in die durch das Projekt angeregten Veränderungen ist positiv hervorzuheben.

Improvement of staff concerning language awareness, knowledge of different school systems and methodology

Grundschule Mühlenredder, Reinbek (Schleswig-Holstein)

Opens external link in new windowImprovement of staff concerning language awareness, knowledge of different school systems and methodology

Beschreibung
An der Grundschule Mühlenredder unterrichten einige Lehrerinnen fachfremd Englisch. In dem zweijährigen Erasmus+-Projekt haben daher fünf Kolleginnen einen Auffrischungskurs für englische Sprache in Großbritannien besucht und konnten neben ihren Sprachkenntnissen auch ihre Fremdsprach-Methodik weiterentwickeln. Mit den anderen Sprachkursteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde sich außerdem über Unterrichtserfahrungen in verschiedenen europäischen Ländern ausgetauscht.

Um andere Schulsysteme und Unterrichtsmethoden auf direktem Wege kennenzulernen, hospitierten sechs Kolleginnen an Schulen in Finnland, Frankreich, Großbritannien und Polen. Das Job Shadowing ermöglichte einen regen Austausch über die angewandten Lehrmethoden, die Organisation des Unterrichts sowie die Arbeit der Lehrkräfte. Manches wurde nach der Rückkehr in den Gremien der Grundschule Mühlenredder diskutiert und – teils mit kleinen Abwandlungen – ausprobiert und integriert. Besonders die Beobachtungen zu Einsatzmöglichkeiten von neuen Medien empfand das Kollegium als inspirierend. Da der Kontakt zu den Schulen weiterbesteht, findet auch nach Projektende noch ein reger Austausch über pädagogische Herangehensweisen statt.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung der Auszeichnung
Durch den detaillierten Schlussbericht wird deutlich, dass viele neue Methoden, Kompetenzen und Konzepte in den Schulalltag übernommen werden konnten. Hervorzuheben ist, dass die Schule die Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse sehr gut verbreitet hat. Hier sind besonders die Erasmus+-Vollversammlungen an der Schule zu erwähnen, bei denen die Teilnehmerinnen an Job-Shadowings anschaulich mit Fotos über die Schulen in den Partnerländern berichteten. Die Schule hat gezeigt, wie gerade auch in einer Grundschule ein Erasmus+-Projekt mit großem Erfolg durchgeführt werden kann und die Erfahrungen in der Schulgemeinde weitergegeben werden können.

Von europäischen Schulen lernen

Elstertalschule - Freie Gemeinschaftsschule, Greiz (Thüringen)

Opens external link in new windowVon europäischen Schulen lernen

Beschreibung
Acht Lehrerinnen und Lehrer der Elstertalschule ‒ Freie Gemeinschaftsschule Greiz erhielten einen authentischen Einblick in Schulen verschiedener europäischer Länder. Durch die Fortbildungsmaßnahmen wollte das Kollegium zum einen Anregungen aus beispielhaften Bildungssystemen für die Weiterentwicklung der im Aufbau befindlichen Gemeinschaftsschule bekommen, zum anderen die Qualität der bilingualen Module erhöhen. In den Kursen in Großbritannien erweiterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen über bilinguales Lernen und Lehren und tauschten sich mit Fachlehrkräften anderer europäischer Länder aus. Die Anstöße aus den Hospitationen in Skandinavien und Südtirol bewegten sich von einfachen praktischen Möglichkeiten zur Unterrichts- und Raumgestaltung bis zu konzeptionellen und strukturellen Veränderungen. Für einen geplanten Neubau wurden wichtige Aspekte für die räumliche Gestaltung der Lern- und Arbeitsräume eingebracht. Neue Methoden, wie zum Beispiel die Leistungsrückmeldungen und individuelle Entwicklungspläne an schwedischen Schulen, wurden in das schuleigene Konzept des individuellen und des gemeinsamen Lernens übernommen.

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Projektlaufzeit
25. Oktober 2014 bis 24. Oktober 2016

Begründung der Auszeichnung
Aus dem Abschlussbericht ist klar erkennbar, dass die durchgeführten Lernaufenthalte zu einem Gewinn für die Teilnehmenden geworden sind und die neuen Erkenntnisse auf vielen Ebenen (räumlich, organisatorisch, konzeptionell) zu Veränderungen in der Einrichtung geführt haben. Die Projektergebnisse wurden gut auch schulextern mit Hilfe verschiedener Netzwerke (Thüringer Gemeinschaftsschule, Schulverbund »Blick über den Zaun«, Verein »Kannustus«) sowie auf Hospitations- und Diskussionsrunden sowie Elternabenden an der Einrichtung selbst verbreitet.

Leitaktion 2 (Strategische Schulpartnerschaften): Success Stories 2016

Back to Our Future

Grundschule im Beerwinkel, Berlin

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Beschreibung
Ziel der Strategischen Partnerschaft »Back to our Future« von zehn Schulen aus ebenso vielen europäischen Staaten mit sehr unterschiedlichen Profilen war es, bei den Schülerinnen und Schülern sowie dem Schulpersonal und den Schulgemeinschaften Bewusstsein für einen aktiven, gesunden Lebensstil zu entwickeln. Ebenso sollte eine Ökonomie der Zukunft, die vorhandene und nachwachsende Rohstoffe nutzt, in den Blick genommen werden. So entstand die Idee, altes Wissen neu zu entdecken, sich entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen und voneinander in Europa zu lernen. Das Projekt basierte dabei auf vier thematischen Säulen: Umwelt, Freizeit, Informations- und Kommunikationstechnologie und Wirtschaft. Zwei Jahre lang arbeiteten die beteiligten Einrichtungen eng zusammen, veranstalteten sieben internationale Workshops mit Kindern und setzten sich für die Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen zu Umweltschulen ein. Bei den Workshops ging es vor allem um traditionelle kulturelle Techniken und handwerkliche Fähigkeiten wie zum Beispiel die Herstellung von Papier, traditionelle Landwirtschaft und Umgang mit Tieren, Klöppeln von Spitze, Anlegen von Gärten und Erzeugen von Kompost und Terra Preta. Bewusst wurde dabei die Methode gewählt, die Lernenden und teilweise auch das schulische Umfeld für die Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Dank regelmäßiger Selbstevaluierung konnten die Projektergebnisse optimiert werden, gleichzeitig wurden dadurch eigenständige Schulentwicklungsprozesse angestoßen.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung der Auszeichnung
Das Projekt »Back to Our Future« zeigt, wie internationaler Austausch im Primarbereich optimal umgesetzt werden kann. Die hervorragende Koordinierungsleistung der Grundschule im Beerwinkel ermöglichte eine erfolgreiche Zusammenarbeit der überdurchschnittlich großen Partnerschaft von zehn Schulen und einer assoziierten Schule in Weißrussland. Die vielseitigen Ergebnisse des Projekts, die durch vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit und eine umfangreiche Website zugänglich gemacht wurden, laden zur Nachahmung ein. Sehr erfreulich ist die Einbindung externer Unterstützer wie zum Beispiel auf Berliner Seite die Freie Universität mit Schüleruni oder eine Steinpapierdruckerei. Die Verzahnung mit der Leitaktion 1 von Erasmus+ (Lehrerfortbildung) ermöglichte Job-Shadowings, durch die sich der gegenseitige Austausch über methodisches Wissen vertiefen ließ.

»Brick stones – made in Europe«: The way housing influences our lives in common Europe

August-Renner-Realschule, Rastatt (Baden-Württemberg)

Opens external link in new window»Brick stones – made in Europe«: The way housing influences our lives in common Europe

Beschreibung
Unter der Koordinierung der August-Renner Realschule in Rastatt haben sieben Sekundarschulen aus Europa in zweijähriger Projektarbeit erkundet, wie Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse das persönliche und soziale Leben von Menschen beeinflussen können. Die Schülerinnen und Schüler nahmen dabei die unterschiedlichen kulturellen und klimatischen Einflussfaktoren in den Partnerländern in den Blick und entwickelten ein Bewusstsein für die Bedeutung ökologischer Fragen und den Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Hintergrund der gemeinsamen Projektarbeit war eine vergleichbare Ausgangssituation an den Partnerschulen: Viele Schülerinnen und Schüler mit niedrigen Basiskompetenzen und geringem Interesse am Lernen. Diese Kinder zu motivieren und ihnen zu vermitteln, wie wichtig Schulwissen für das praktische Leben ist, war das eigentliche Ziel des Projekts. Durch die Einbeziehung von außerschulischen Experten lernten die Schülerinnen und Schüler außerdem unterschiedliche Berufe im Bereich Wohnraumplanung, Bau und kommunale Infrastruktur kennen und erhielten so Anregungen für die eigene spätere Berufswahl.

Zu Beginn des Projekts wurden die Lebensbedingungen in den verschiedenen Partnerländern in der Vergangenheit erforscht. Dazu sammelten die Schülerinnen und Schüler Informationen, bauten Modellhäuser und organisierten eine Wanderausstellung. Bei Thema Wohnen in der Gegenwart wurde Aspekte wie Hausbau, energiesparende Maßnahmen, Nachhaltigkeit, Denkmalschutz, Wohnen im Alter und für Menschen mit besonderen Bedürfnissen thematisiert. In diesem Zusammenhang organisierte die deutsche Schule auch eine »Energiesparwoche«, die künftig als regelmäßige Aktivität an allen Schulen durchgeführt wird. Abschluss und Höhepunkt der gemeinsamen Arbeit war die Planung der idealen europäischen Gemeinde »Europia« in Form eines Wettbewerbs unter den Partnern, bei der alle bisher gewonnenen Erkenntnisse und Anforderungen an eine angemessene Gestaltung des Wohnraums berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse sind auf der Projektwebsite zugänglich.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Erasmus+-Projekt »Brickstones« zeigt, wie fächer- und länderübergreifende Projektarbeit durch gute Planung sowie durch schulinterne und -externe Zusammenarbeit durchgeführt werden kann. Den beteiligten Partnern ist es gelungen, durch gut durchdachte Aufgabenstellungen und vielseitige Aktivitäten ihre Schülerinnen und Schüler zu motivieren und ihnen zu vermitteln, dass sie in der Schule tatsächlich etwas fürs Leben lernen. Kurzum: Ein engagiertes, spannendes und schülernahes Projektgeschehen, von dem die Website einen lebendigen Eindruck vermittelt und damit auch Anregungen für andere Schulen gibt.

Inclusion in Primary School

Grundschule Markgrafenstraße, München (Bayern)

Opens external link in new windowInclusion in Primary School

Beschreibung
Inklusive Bildung und der gemeinsame Unterricht aller Kinder an allgemeinbildenden Schulen sind Teil der EU-Agenda für Bildungsgerechtigkeit. In der Praxis gibt es dabei im europäischen Ländervergleich große Unterschiede, so auch in den Staaten der drei Projektpartner: Während in Italien und Spanien Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf bereits seit Jahren inklusiv an der Regelschule unterrichtet werden, besucht in Deutschland ein Großteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf entsprechende Förderzentren, auch wenn Inklusion zunehmend häufig an der Regelschule ermöglicht wird. Im Austausch über ihre verschiedenen Erfahrungen und Ansätze haben die drei Partnerschulen vielseitige Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Inklusion in der Grundschule zusammengestellt und Unterrichtsprojekte für inklusives Lernen im musischen und praktischen Bereich entwickelt. Sie verglichen Grundkenntnisse und Kompetenzen in den Bereichen Sprache, Mathematik und Sozialerziehung und erreichten durch den intensiven Austausch eine Professionalisierung des Lehrpersonals und eine Weiterentwicklung ihrer internen Ressourcen und Bedingungen. Besonders wirkungsvoll waren dabei die gemeinsamen Treffen, bei denen unter anderem Hospitationen von Unterrichtssituationen mit anschließenden Reflexions- und Diskussionsrunden durchgeführt und auch Themen wie Schulsozialarbeit oder Inklusion im vorschulischen Bereich an praktischen Beispielen erkundet wurden.
Gemeinsam haben die Partnerschulen drei Unterrichtssequenzen erarbeitet, die als übertragbare Beispiele für die Praxis auch anderen Schulen auf der Projektwebsite zur Verfügung stehen:

  • Vivaldis »Vier Jahreszeiten«: Individuelle Zugänge zu klassischer Musik finden, Ausdrucksformen gestalten
  • Inszenierung des Bilderbuchs »Einer für alle ‒ alle für einen«: Stärken entdecken, Schwächen akzeptieren, Persönlichkeit entwickeln
  • Gemeinsam Grenzen überwinden ‒ eine aktive Reise durch Europa: Bewegung kooperativ erleben, gemeinsam Aufgaben meistern

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Projektlaufzeit
1. Oktober 2014 bis 1. Oktober 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt »Inclusion in Primary School« von drei Grundschulen macht auf überzeugende Weise sichtbar, wie der transnationale Erfahrungsaustausch zur gezielten Entwicklung eigener Konzepte genutzt werden kann. Durch die Einarbeitung der Projektergebnisse in die Schulentwicklungskonzepte der Einrichtungen ist eine besondere Nachhaltigkeit gegeben. Hervorzuheben ist auch die Erarbeitung einer qualitativ hochwertigen Broschüre mit drei vollständig ausgearbeiteten Praxisbeispielen inklusiven Unterrichts. Diese können eins zu eins von anderen Grundschulen übernommen werden. Einen lebendigen Eindruck über die koordinierende Grundschule Markgrafenstaße in München und das Projekt vermittelt ein ansprechender Kurzfilm, der auf der Projektwebsite in deutscher und englischer Version verfügbar ist.

Leadership in School

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin, Regionale Außenstelle Reinickendorf (Berlin)

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Beschreibung
Vor dem Hintergrund wachsender schulischer Autonomie stehen Führungsfragen für Schulleitungen in Deutschland und Österreich sowie in vielen anderen Staaten auf der Agenda. Veränderte Anforderungen an Schulleitungen sind dabei ebenso ein Thema wie die Nachfrage nach Unterstützungs- und Qualifizierungsangeboten. Die Regio-Partnerschaft zwischen Schulbehörden in Berlin und Wien mit weiteren lokalen Partnern hat sich an den von dem »European Policy Network on School Leadership« entwickelten fünf Dimensionen des Führungshandelns an Schule orientiert und deren Bedeutung für die beteiligten Partnerschulen in der Praxis ergründet:

  • Politische und kulturelle Erwartungen und ihre Übersetzung in interne Bedeutung und Zielvorgaben
  • Wertschätzung und Motivierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Strukturierung der Schule und Entwicklung der Schulkultur
  • Zusammenarbeit mit Partnern und dem Umfeld von Schulen
  • Entwicklung und Förderung der Persönlichkeit

Diese Dimensionen waren Raster und Rahmen für Job-Shadowings der beteiligten Schulleiterinnen und Schulleiter in Berlin und Wien. Dabei wurden Stolpersteine und Beispiele guter Praxis identifiziert. In bilateralen Kleingruppen erarbeiteten und erprobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Instrumente zur Unterstützung von Führungshandeln. Anwendbarkeit, Einsatz und Transfermöglichkeiten standen hier im Vordergrund, so dass der erstellte Praxisleitfaden auch für andere Einrichtungen und Schulleitungsteams hilfreich sein kann.

Opens external link in new windowDas Projekt in der Projektergebnisplattform (PEP) der EU-Kommission

Projektlaufzeit
1. November 2014 bis 31. Oktober 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt »Leadership in School« verdeutlicht das hohe Potential strategischer Regio-Partnerschaften, strukturell und nachhaltig Einfluss auszuüben. Die beteiligten Akteure – Schulaufsichten, Schulleitungen, Weiterbildungseinrichtungen – machten den Praxistest für die in einem anderen, bereits abgeschlossenen Projekt entwickelten Maßnahmen zur Weiterbildung von Führungskräften. Die Projektstruktur folgte konsequent dem Leitsatz »Aus der Praxis für die Praxis«. Durch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit wurden die relevanten Zielgruppen weitreichend über das Projekt informiert.

Methode zur Feststellung und Anerkennung von non-formalen und informellen Kompetenzen in der beruflichen Bildung von jugendlichen Schaustellern (INVET)

Bezirksregierung Arnsberg (Nordrhein-Westfalen)

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Beschreibung
Ausgangspunkt des Projekts war die Situation der beruflichen Bildung von jugendlichen Schaustellern. Denn wer immer auf Reisen ist, dessen Ausbildung ist schwierig. Zwar haben junge deutsche Schausteller ein auf sie speziell zugeschnittenes Berufsbildungsangebot, an den Berufskollegs in Deutschland wird aber noch keine Erfassungsmethode für ihre informellen Kompetenzen eingesetzt; sei es um diese festzustellen und zertifizieren zu können oder um aufbauend auf diesen vorhandenen Kenntnissen individueller zugeschnittene Ausbildungsinhalte anbieten zu können.

In den Niederlanden gibt es dagegen bislang keine auf Schausteller speziell zugeschnittenen beruflichen Ausbildungsangebote wie zum Beispiel besondere Schausteller-Fachklassen, jedoch die seit langem erfolgreiche Methode »Erkenning Verworwen Competenties« (EVC) zur Validierung informell erworbener fachlicher Kompetenzen ‒ wenngleich diese Methode bisher nicht für die berufliche Bildung jugendlicher Schausteller angewendet wurde.

In dem Projekt haben die deutschen und niederländischen Partner gegenseitig von ihren Erfahrungen profitiert. Sie erarbeiteten zunächst ein ausführliches Berufsprofil, das die vielfältigen Aufgabenbereiche eines Schaustellers berücksichtigt. Auf der Grundlage der niederländischen EVC-Methode wurde dann ein angepasstes Kompetenzfeststellungsverfahren entwickelt und mit jugendlichen Schaustellern aus beiden Ländern erfolgreich erprobt. Zusätzlich wurde für die Jugendlichen ein maßgeschneiderter Lehrgang »Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik« durchgeführt. Diese Kombination von EVC-Verfahren und maßgeschneiderten Ausbildungsmaßnahmen wurde von allen Beteiligten als zukunftsweisend empfunden. In einem Handbuch sind die Erfahrungen und Projektergebnisse zusammengefasst, um sie auch für andere Projekte, Regionen und Zielgruppen nutzbar zu machen.

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das Projekt zeichnet sich durch eine gut konzipierte und strukturierte Kooperation der regionalen Partner aus. Überzeugende Ergebnisse mit hohem Bezug zur Praxis sind das Kompetenzfeststellungsverfahren für Schausteller auf der Grundlage des niederländischen EVC-Verfahrens sowie auch das auf der Projektwebsite verfügbare Handbuch für Lehrkräfte, Berufsbildungspraktiker, Ausbilder und Schausteller. Vorbildlich sind die Übersetzung der Hauptergebnisse ins Englische sowie die Durchführung zahlreicher Verbreitungsmaßnahmen, um das Konzept bekannt und auf andere Kontexte übertragbar zu machen.

Development of the Musical »Join us and MOVE« about the History of EU since 1957

Gesamtschule Volksgarten, Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)

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Beschreibung
Die Geschichte der EU in einer schülernahen Art und Weise zu erforschen und sie musikalisch zu präsentieren – diese Idee haben die sechs Sekundarschulen aus Litauen, Polen, der Türkei, Italien und Spanien unter der Koordination der Gesamtschule Volksgarten in Mönchengladbach trotz einiger organisatorischer Schwierigkeiten schwungvoll umgesetzt. Das Konzept war anspruchsvoll: Die Schülerinnen und Schüler sollten in den Bereichen Musik und Theater zusammenarbeiten und ihren Horizont in Politik, Geschichte, englischer Sprache und Bühnenpräsenz erweitern. Dies wurde in der gemeinsamen Projektarbeit durch vielfältige Aktivitäten erreicht: Die Erkundung der Geschichte Europas in den einzelnen Schulen mündete in die gemeinsame Arbeit an der Zeitleiste und den Dialogen für das Musical bei einem Projekttreffen in Polen, bei einem weiteren Treffen in der Türkei entstand der Titelsong und fanden erste Gesangsproben statt, beim Treffen in Italien wurden gemeinsame Richtlinien zur Bühnenausstattung und zu den Kostümen festgelegt. Zwischen den Begegnungen ging die Arbeit vor Ort weiter: Übersetzung der Dialoge in die jeweilige Landessprache, Probenarbeit, Ideensammlung für das jeweils folgende Treffen. Die aktuellen Entwicklungen in Europa boten Anlass zu spannenden Diskussionen, und die Auseinandersetzung mit der Geschichte der EU war im Rahmen der Projektarbeit viel intensiver, als sie dies im regulären Unterricht hätte sein können. Im März 2016 konnte schließlich beim Treffen in Spanien eine komplette Aufnahme aller Szenen auf Englisch vom lokalen Fernsehsender aufgenommen werden, darüber hinaus führten die Schulen später zuhause das Stück in ihrer jeweiligen Landessprache auf.      

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Projektlaufzeit
1. September 2014 bis 31. August 2016

Begründung für die Auszeichnung
Das ambitionierte Projekt »Join us and MOVE« über die Geschichte Europas ist eine gelungene Schulpartnerschaft, die engagiert und trotz einiger selbstkritisch erwähnter Umsetzungsschwierigkeiten erfolgreich und gut organisiert durchgeführt wurde – nicht zuletzt durch die hervorragende Koordinierungsleistung der Gesamtschule am Volksgarten. Geschichte wurde mit darstellenden Mitteln erlebbar gemacht, besonders für die Altersgruppe der Teilnehmer, die wenig Bezug zur historischen Entwicklung hatte, ist ein politischer Mehrwert und persönlicher Gewinn festzustellen. Die ansprechende Website gibt lebendige Eindrücke in die Projektarbeit einschließlich der Musicalaufführungen und bietet zudem vielfältiges Informationsmaterial und ein ausgezeichnetes »Instruction Book« für Nachahmer, die selber dieses Musical aufführen möchten. 

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