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European Explorers

Kindergartenkinder beim Skypen
Mit Skype treten die Kinder in Kontakt

Im COMENIUS-Projekt "European Explorers" sind bereits Fünfjährige beim europäischen Austausch aktiv. Von 2012 bis 2014 arbeitete die bilinguale integrative Kita "Billy" in Jena (Thüringen) mit zwei Grundschulen in England und Irland zusammen. Zwei Jahre hatten die Partner Zeit, die gemeinsamen Themen wie Freundschaft, Toleranz und Vielfalt mit ihren Methoden in den pädagogischen Alltag einzubringen. Der Austausch öffnete den Pädagoginnen und Pädagogen den Blick für andere Schulsysteme und führte zum besseren interkulturellen Verständnis.

Das Projekt

Gruppenbild
Pädagoginnen und Pädagogen mit Kindern im "Billy"

"Ich habe in der ganzen Zeit sehr viel gelernt. Eine Möglichkeit, nach England und Irland zu reisen, die dortige Kultur kennenzulernen und sich beruflich auszutauschen, hat man als Kita-Mitarbeiterin sonst nicht. Wir haben so viele Impulse für unsere Arbeit bekommen." Jana König, Projektkoordinatorin Jena.

Die 50 Kinder der integrativen und bilingualen Kita "Billy" kommen aus vielen verschiedenen Nationen und sprechen im Kindergarten Deutsch und Englisch. Mit der Beteiligung am europäischen COMENIUS-Projekt erhalten die Pädagoginnen und Pädagogen einen Einblick in ausländische Bildungseinrichtungen. Auf sechs Treffen in Irland, England und Thüringen diskutieren sie, wie die Themen Freundschaft, Umwelt, Toleranz und Differenz, Kreativität, wirtschaftliches Wohlergehen, Fitness und Gesundheit in der pädagogischen Praxis mit jüngeren Kindern umgesetzt werden können. So wächst das Verständnis zwischen den Kulturen und weitet den Blick aller Beteiligten – auch der Kinder.

Skype als Kommunikationsmittel im Kinderaustausch

Kinder spielen auf dem selbsterstellten Straßenplan von Jena
Beim ersten Projektthema "Who are our European neighbours" geht es um die Stadt als Erfahrungsraum.

"Unsere Kinder erfuhren, dass Gleichaltrige in England bereits zur Schule gehen. Auch die Schuluniformen verblüfften sie. Ein Gespür dafür, dass sich die Partner in einem anderen Land befinden, entwickelten sie aber erst als sie beim Skypen mit uns Betreuern sprechen konnten, die wir zu Besuch in England waren". Jana König, Jena

Die Kinder in Jena sind noch zu jung, um wie ihre Partner in Irland und England zu gemeinsamen Treffen zu fahren. Die Vorschulkinder üben zuerst in ihrer Kita, mit Notebook und Tablet miteinander zu skypen. Die Überraschung ist groß, als ihre Freunde im Nachbarzimmer auf dem Bildschirm erscheinen. Ein großes Chaos entsteht, weil alle gleichzeitig sprechen. Sie vereinbaren Sprechregeln, die sie üben und den jüngeren Kindern zeigen. Ein Sprechhut wird eingeführt, damit alle zu Wort kommen und zuhören. So gelingt schließlich das Skypen in englischer Sprache. Zu Beginn jedes der sechs Themenaktivitäten treffen sich die Kinder virtuell. Sie nehmen zum Beispiel an einer englischen Messe teil, zeigen sich gegenseitig Insekten aus dem Garten oder lernen die Regeln für ein Cricket-Spiel.

Interkulturelle Erfahrung für Pädagoginnen und Pädagogen

Lehrkräfte und Pädagogen beim Arbeitstreffen in Irland
Lehrkräfte und Pädagogen aus drei Ländern

"Die Initiative zum Mitmachen am COMENIUS-Programm ging von unserem englischsprachigen Kollegen aus, der stark an einem Austausch mit englischen Kollegen interessiert ist. Für uns als bilinguale Kita spielt Englisch eine wichtige Rolle und dieses Projekt bietet uns die einmalige Chance, Unterschiedlichkeiten besser zu verstehen". Jana König, Jena

Die Begegnungen der Pädagoginnen und Pädagogen ermöglichten ein tieferes Verständnis der Partner und des jeweiligen Bildungssystems. Die Partnerschulen in Irland und England haben eine langjährige Tradition und sind in alten beeindruckenden Gebäuden untergebracht, während die Kita in Jena einen für ihre Bedürfnisse eingerichteten barrierefreien Neubau bewohnt. Die Klassenräume in England sind mit Tablets und Flatscreens ausgestattet und der Unterricht findet auf hohem technischen Niveau statt. Die Methoden und Materialien in Deutschland und bei den Partnern ähneln sich. Jedoch sind Tagesablauf und Unterricht sehr unterschiedlich. Die Kita in Jena legt viel Wert auf selbstgesteuertes Lernen, während der Unterricht in der englischen und irischen Schule, aber auch im englischen Kindergarten stark strukturiert ist. Sehr viel Wert wird dort auf englische Sprache (Literacy) gelegt wird und intensiv an der Erweiterung der Ausdrucksfähigkeit und des Wortschatzes gearbeitet.

Sechs Treffen und sechs Themen

Recycling-Projekt zum Thema Umwelt
Das Fensterbild entstand aus Plastiktüten und zeigt die Stadt Jena mit blauem Turm und grünen Bergen

"Wir haben wirklich vieles gemacht und ohne das tolle Team und die Unterstützung der Leiterin wäre es nicht gegangen. Manche Eltern mussten überzeugt werden. Aber niemand wurde überfordert und die europäische Projektarbeit hat viele Anreize geschaffen, einmal anders zu arbeiten." Jana König, Jena.

Auf den sechs internationalen Treffen werden die sechs Themen besprochen, die während des Projektes von jedem Partner auf eigene Weise bearbeitet werden. Der Kindergarten "Billy" hat folgende Aktivitäten im Rahmen des Projekts durchgeführt:

  • Friendship - Who are our European neighbours
    Die Kinder haben mehr über Jena, Deutschland und die europäischen Nachbarn erfahren. Sie haben bei der Eröffnungsfeier des Projekts die Geschichte gespielt wie ein Löwe und ein Krokodil Freundschaft schließen. Die Eltern haben dazu in mehreren Sprachen die Geschichte vorgelesen.
  • Tolerance and Diversity – How are we the same and how are we different?
    Die Kinder haben ein Video aufgenommen wie ein typischer Tag im "Billy" verläuft und was ihnen am besten dabei gefällt. Sie haben das den anderen Kindern gezeigt.
  • Creativity – How can we communicate?
    Die Kinder haben Tänze gelernt und den Zauberlehrling als Theaterstück aufgeführt. Der Bewegungsraum wurde mit Papier ausgelegt und die Kinder konnten sich mit Farbe am ganzen Körper anmalen und auf dem Papier zu klassischer Musik ihre Spuren hinterlassen. Besonders für die Kinder mit Assistenzbedarf war das ein tolles Erlebnis.
  • Economic wellbeing – How can we explore the world of work?
    Die Kinder haben in Jena Berufe erkundet. Über Weihnachten haben sie als Geschichte vom Geben und Nehmen das Märchen vom Sterntaler in einem Übergangswohnheim aufgeführt. Sie haben Geld verglichen, gerechnet und haben ihren englischsprachigen Erzieher Ben beim Schuheeinkaufen unterstützt.
  • Fitness and Wellbeing – How do we stay happy and healthy
    Die Eltern haben traditionelle Spiele aus ihren Heimatländern mit den Kindern gespielt. Die Kinder haben etwas über gesunde Ernährung erfahren, Obstsalat gemacht, Cricket gespielt und sich bei Traumreisen entspannt.
  • Environment – How can we take care of our environment?
    Alte Plastiktüten wurden in Vier- und Dreiecke zerschnitten und zu einem Mosaik gelegt, das die Stadt Jena mit einem großen Turm und grünen Bergen zeigt. Das Fensterbild schmückt jetzt die Tür des Billy-Restaurants. Sie haben Papier geschöpft und Blumen gepflanzt. Ein Sinnespfad im Garten der Kita entstand.

Projektdaten

"European Explorers"

Projektpartner

Ansprechpartnerin

  • Jana König, Pädagogin an der Kita "Billy"

Alter der Schülerinnen und Schüler

  • 4 bis 8 Jahre

Projektsprache

  • Englisch

Projektlaufzeit

  • 2012 bis 2014

Förderprogramm

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