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Respectful European Schools Pursue Equality & Cultural Tolerance (R.E.S.P.E.C.T.)

Sechs europäische Partnerschulen setzen sich ein für Chancengleichheit und Toleranz

Leitaktion 2 – Erasmus+ Schulpartnerschaft

Die Mittelschule Wörth an der Donau (Bayern) arbeitet seit mehreren Jahren mit Partnerschulen in Europa zusammen. In ihrer aktuellen Erasmus+ Partnerschaft "R.E.S.P.E.C.T. (2016-2018) mit Schulen in Finnland, Polen, Spanien, Griechenland und Island zeigen sie, wie sich Schülerinnen und Schüler gegen Mobbing an ihren Schulen einsetzen und damit der Ausgrenzung entgegenwirken. Der PAD stellt die beispielhafte Zusammenarbeit im April 2018 als "Projekt des Monats" vor.

Europäische Projektarbeit gegen Mobbing an Schulen

"In unserer Umfrage haben wir festgestellt, dass Mobbing vor allem in den Pausen stattfindet – also haben die finnische Schule und wir für mehr Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Schulhof gesorgt". Peter Wunsch, Erasmus+ Koordinator an der Mittelschule Wörth.

Zu Beginn des Projekts R.E.S.P.E.C.T. führten die beteiligten Schulen eine Umfrage bei den Schülerinnen und Schülern durch. Sie wollten erfahren, ob Schwänzen, Schulabbruch oder Mobben aus der Sicht der Schüler/-innen ein wichtiges Thema darstellen. Dabei zeigte sich, dass Mobbing als größtes Problem angesehen wird und am stärksten für Konflikte unter den Jugendlichen sorgt.

Bei den europäischen Projekttreffen lernen die Schulen voneinander, indem zum Beispiel Schülerinnen und Schüler die an ihrer Schule eingeführten Methoden zur Konfliktvorbeugung und -schlichtung vorstellten. Die Mittelschule Wörth ist "Schule ohne Rassismus" und hat bereits ein Konfliktlotsensystem eingeführt. Durch Erasmus+ wuchs das Interesse der am Projekt beteiligten Jugendlichen am Konfliktlotsentraining. Das Erasmus+ Team organisierte einen Elternabend zum Cybermobbing, um die Familien für die Auswirkungen von übler Nachrede zu sensibilisieren. Schließlich veranstalteten sie ein internationales Fußballturnier, um die Schülerinnen und Schüler der Übergangsklasse für Flüchtlingskinder besser in das Schulleben zu integrieren.

Einen großen Erfolg konnte die Schule in Wörth mit einer Umgestaltung des Pausenhofs erzielen. Eine Torwand wurde aufgestellt und Spielgeräte für Pausenaktivitäten bereitgestellt. Jetzt spielen die Schülerinnen und Schüler in den Pausen mehr miteinander, was das Aggressionspotential reduziert hat.

Zum Abschluss des Projekts ist eine erneute Umfrage geplant, um die Ergebnisse der Erasmus+ Aktivitäten auszuwerten, Veränderungen feststellen und weitere Schritte planen zu können.

Erasmus+ fördert die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern

"Wir sind eine Mittelschule, deren Schülerinnen und Schüler nur begrenzte Möglichkeiten haben, Auslandserfahrung zu sammeln, zu reisen und Schülerinnen und Schüler anderer Länder kennenzulernen. Daher ist die großzügige Förderung durch das EU-Programm Erasmus+ für uns sehr wichtig". Schulleiter Martin Voggenreiter.

Im Rahmen des Projekts R.E.S.P.E.C.T. treffen sich die Schülerinnen und Schüler der Projektschulen reihum in den sechs beteiligten Ländern und leben dort in Gastfamilien. Im Vordergrund der Begegnungen steht die inhaltliche Zusammenarbeit in englischer Sprache. Sie widmen sich Themen, die nahe am Alltag der Schüler/-innen sind und ihnen eine möglichst große Beteiligung ermöglichen. Internationale Schülergruppen bereiten zwischen den Treffen ihre Beiträge vor und verständigen sich über Messengerdienste wie WhatsApp. Sie erstellen Präsentationen und Videos, lösen Konflikte in Rollenspielen oder probieren interaktive Spiele aus, die Toleranz und Kommunikationsfähigkeit fördern. 

Mittlerweile kennen sich die Partner im Erasmus+ Projekt so gut, dass jedes Treffen der Freundschaft neuen Auftrieb gibt. Egal, wohin sie kommen, die Schülerinnen und Schüler erfahren einen familiären Empfang und wissen bereits, dass "da ein Freund vor Ort ist", wie Peter Wunsch es ausdrückt. Als Indiz für die wachsende freundschaftliche Bindung sieht er eine Begebenheit nach dem Treffen in Polen. Die deutschen Jugendlichen setzten sich dafür ein, dass ihre Familien beim Projekttreffen in Wörth mehr Gäste aufnehmen. So konnten vier weitere Jungen und Mädchen mit nach Deutschland reisen.

Die europäische Projektarbeit an der Mittelschule Wörth wird von einem vierköpfigen Lehrerteam organisiert und ist Bestandteil des Schulprofils. Schulleiter Martin Voggenreiter freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler nach dem Auslandsaufenthalt selbstbewusster zurückkehren. Bereits seit mehreren Jahren engagieren sie sich in europäischen Projekten und kennen einige ihrer aktuellen Partner noch aus dem COMENIUS-Programm. So sei auch das Konfliktlotsensystem bereits in einem Vorgängerprojekt initiiert worden. Erasmus+ fördert übergeordnete Erziehungsaufgaben wie Selbständigkeit und Demokratieerziehung, aber auch größere Offenheit gegenüber fremdsprachigen Mitbürgern, zeigt sich Schulleiter Voggenreiter überzeugt. Die Eltern schätzten das Engagement der Schule, sodass es keine Probleme mehr bereitet, Gasteltern zu gewinnen. Auch habe sich der Zusammenhalt zwischen Eltern und Lehrkräften zum Besseren entwickelt.

R.E.S.P.E.C.T.: Ziele und Schritte

Oberstes Ziel dieses Projekts ist es, dass sich jeder Schüler und jede Schülerin an der Schule respektiert fühlt und die gleichen Chancen hat. Dazu haben sich die beteiligten Partnerschulen verschiedene Aufgaben gestellt. Unter anderem wollen sie

  • herausfinden, ob und warum Schülerinnen und Schüler an ihren Schulen gemobbt werden;
  • Wege finden, Mobbing zu verhindern;
  • eine Atmosphäre der Zusammenarbeit an den Schulen fördern;
  • Möglichkeiten entwickeln, wie man benachteiligte Schülerinnen und Schüler unterstützen kann;
  • gute Beispiele in den Partnerländern vergleichen und auf die eigene Schüle übertragen;
  • einen Verhaltenskatalog für die beteiligten Schulen entwickeln.

Um alle diese Aufgaben zu erfüllen, arbeiten die Schulen intensiv zusammen. Sie kommunizieren über das Internet und besuchen sich gegenseitig. So verbessern die am Projekt Beteiligten auch ihr Englisch und lernen andere Kulturen und Traditionen kennen.

Produkte und Ergebnisse werden in einem Blog dokumentiert und können auch nach Projektende noch von anderen Schulen angesehen werden.

Projektdaten

R.E.S.P.E.C.T. - Respectful European Schools Pursue Equality & Cultural Tolerance

Projektwebsite

Ansprechpartner

Peter Wunsch, Englischlehrer

Die Mittelschule Wörth an der Donau unterrichtet Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 5 bis 10. Sie bietet Ganztagsklassen mit einem vielfältigen Zusatzangebot von der individuellen Prüfungsvorbereitung bis hin zu Sport- und musischen Angeboten. Sie ist eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Projektpartner

  • Instituto de Educacion Secundaria Valsequillo (Valsequillo, Gran Canaria) – Koordinierende Schule
  • General Lyceum Kato Achaias (Achaia, Griechenland)
  • Helsingin Uusi Yhteiskoulu (Helsinki, Finnland)
  • Publiczne Gimnazjum Nr 1 w Birczy (Bircza, Polen)
  • Víkurskóli (Vik, Island)

Förderprogramm

  • Die Mittelschule Wörth erhält einen EU-Zuschuss von 21.260 Euro. Die gesamte Partnerschaft wird mit 129.505 Euro gefördert.

Projektsprache

  • Englisch

Alter der Schüler/-innen

  • 12 bis 18 Jahre

Projektlaufzeit

  • Schuljahr 2016/17 bis 2017/18
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