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»Salam – Zukunft – Schalom«

Ein schulpastorales Begegnungsprojekt zwischen der Ursulinenschule Köln und der Schmidtschule Jerusalem

Der Respekt vor der christlichen und der moslemischen Religion und die Förderung des Dialogs zwischen deutschen und palästinensischen Schülerinnen bilden die Basis der seit 2007 bestehenden Schulpartnerschaft. In Köln und Jerusalem finden seit 2013 jedes Schuljahr Austauschbegegnungen statt, um in gemeinsamer Projektarbeit die Ziele der Partnerschaft mit Leben zu erfüllen. Der PAD fördert die Zusammenarbeit aus Mitteln der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft".

Der PAD zeichnet die Partnerschaft als Projekt des Monats Februar 2018 aus.

Inhalt des Projektes

"Wir wollten im Rahmen unseres schulpastoralen Konzepts den Schülerinnen das Heilige Land und die Orte zeigen, an denen Jesus gewirkt hat. Es hat sich in den 10 Jahren eine Art Kulturaustausch mit der Schmidtschule entwickelt, der von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt ist. In unserem schulpastoralen Konzept orientieren wir uns an dem Wort des Theologen Hans Küng, für den ein Weltfriede nicht ohne Religionsfriede möglich ist." Pfarrer Dirk Peters, Schulseelsorger und Projektleiter der Schulpartnerschaft an der Ursulinenschule Köln.

Jedes Jahr bildet sich eine Arbeitsgemeinschaft aus Schülerinnen der 9. Klassen, die sich an ihren Schulen ein Jahr auf die Begegnung vorbereiten und sich mit Religion, Geschichte und Politik in Israel, Palästina und Deutschland auseinandersetzen. Vor den Sommerferien kommen die Schülerinnen für 10 bis 12 Tage aus Jerusalem nach Köln. Der Gegenbesuch findet vor den Herbstferien in den 10. Klassen statt. Während der gemeinsamen Treffen arbeiten die gleichaltrigen Schülerinnen an Themen, die den kulturellen Austausch vertiefen. So beschäftigten sie sich 2017 mit dem Leben in Familien und verglichen Lebensformen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Bei den Begegnungen 2018 geht es um Fragen der Ernährung.

Die Schmidtschule in Ost-Jerusalem ist ein katholisches Mädchengymnasium mit etwa 85 Prozent Schülerinnen muslimischen Glaubens und 15 Prozent Schülerinnen christlicher Konfessionen. Sie bietet den einheimischen Abschluss (Tawjihi) und das deutsche internationale Abitur an. Die Schülerinnen der Schmidtschule, die an den Begegnungen teilnehmen, sprechen in der Regel gut Deutsch. Die Ursulinenschule ist sowohl ein Mädchengymnasium als auch eine Realschule, in der Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet werden. Am Austauschprogramm nehmen nur Mädchen teil.

Familie in Deutschland und Palästina

"Den Schülerinnen wurde vor allem die Ungleichzeitigkeit klar, mit der sich Familien in der eher traditionell geprägten arabischen Gesellschaft entwickeln. In Deutschland wurde die Vielfalt von Familiensystemen mit allen Chancen und Herausforderungen deutlich. Die Familienbesuche in Jerusalem 'erdeten' uns. Die wunderbare Gastfreundschaft hat uns wie immer tief berührt." Pfarrer Dirk Peters zum Projekttreffen 2017.

Gemeinsame Projektarbeit an historischen, religiösen und gesellschaftlichen Themen ermöglicht den Teilnehmerinnen der Austauschbegegnungen, sich intensiv mit dem Alltag und der Kultur ihrer Partnerinnen auseinanderzusetzen. Dies trägt zum beiderseitigen Verständnis bei und hilft auch, Ängste und Vorurteile abzubauen. So setzten sich die Jugendlichen 2017 bei ihren Treffen in Köln und Jerusalem mit familiären Formen und der Bedeutung von Familien im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne auseinander. Vielfältige Begegnungen, Gespräche und Interviews, aber auch biografisch gestaltete Vorträge weckten das Interesse der Teilnehmerinnen.

So erlebten sie in Köln die unterschiedlichen Formen von Familie und Lebensgemeinschaften und lernten ein breitgefächertes Hilfsangebot für Familien durch Staat, Gesellschaft und Kirche kennen. Bei Begegnungen in Jerusalem und Bethlehem trafen sie nicht nur Frauen, die sich in der patriarchalen Gesellschaft mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit erkämpfen, sondern erlebten auch die herzliche Gastfreundschaft in palästinensischen Großfamilien. Die Schülerinnen arbeiteten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Familienverhältnisse in Deutschland und Palästina heraus und wurden sich der Bedeutung gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen für das Leben von Familien bewusster.

Kontinuität und Wandel in der Partnerschaft

"In den letzten vier, fünf Jahren sprechen unsere Partner immer besser Deutsch, sodass auch Konflikte viel einfacher gelöst werden können. Die Sprache ist der Schlüssel, um sich auch emotional besser zu verstehen." Pfarrer Dirk Peters, Schulseelsorger an der Ursulinenschule Köln.

Der Austausch der beiden Schulen besteht inzwischen zehn Jahre und ist im Schulalltag fest verankert. Die Breitenwirkung nimmt von Jahr zu Jahr zu und ehemalige Teilnehmerinnen bleiben dem Projekt verbunden. 2017 gab es erstmals in Köln ein Wochenendseminar zum Nahost-Konflikt, um die Alumni anzusprechen.

Schülerinnen, die am Projekt teilgenommen hatten, regten an, mit der "School of Joy" in Beit Sahour bei Bethlehem eine weitere Schule einzubeziehen. Dort erhalten Kinder mit Behinderungen, die in der arabischen Gesellschaft marginalisiert werden, eine Ausbildung und die Möglichkeit, sich einen Teil ihres Lebensunterhalts selbst zu verdienen. Die Schülerinnen und Schüler der Ursulinenschule tragen mit Spenden und einem Benefizlauf zur Finanzierung dieser Schule bei. Auch leisteten Schülerinnen des Gymnasiums ihr zweiwöchiges Sozialpraktikum an der Partnerschule oder absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr in Israel/Palästina.

Höhepunkt des letzten Jahres war die gemeinsame Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach am 3. Adventssonntag in der Kölner Minoritenkirche durch Schülerinnen der Schmidtschule und der Ursulinenschule. Auch mehrere muslimische Schülerinnen sangen im Chor. So wirkte der Auftritt über die Austauschgruppe hinaus in die Schulgemeinde hinein und setzte ein Zeichen für religiöse Toleranz.

Projektdaten

»Salam – Zukunft – Schalom«

Die Erzbischöfliche Ursulinenschule Köln  besteht aus zwei Schulformen unter einem Dach. Sie ist Kölns einziges Mädchengymnasium. Die Realschule ist  seit dem Schuljahr 2012/13 auch für Jungen geöffnet, die jedoch in eigenen Klassen unterrichtet werden.

Das deutsch-palästinensische Team 

  • Ursulinenschule Köln
    Pfarrer Dirk Peters,
    Angelika Ockel, Schulleiterin der Ursulinenrealschule,
    Anna Hahn und Clara Vess, Dr. Jana Birk und Marcel Brühl
  • Schmidtschule Jerusalem
    Erwin Meyer (Austauschkoordinator an der Schmidtschule) und jeweilige Klassenlehrer der 9b bzw. 10b

Projektsprachen

  • Deutsch, Englisch

Projektlaufzeit

  • Die Partnerschaft besteht seit 2007. Das Projekt zum Familienleben fand 2017 statt.

Schulstufen

    • Die Schülerinnen beginnen das Projekt in der 9. Jahrgangsstufe und schließen es in der 10. Klasse ab.

    Förderprogramm

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