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Europa wählt

»Youth vote for Europe«

Ein Erasmus+ Projekt zur Europawahl mitverfolgen

Das Giebichenstein-Gymnasiums "Thomas Müntzer" in Halle/Saale nimmt an dem zweijährigen Erasmus+ Projekt "Youth vote for Europe" teil. Bis zur Europawahl 2019 erfahren Sie in unserem Blog, was die vierzehn Schülerinnen und Schüler bewegt und wie sie mit ihren Partnern in Irland, Italien und Polen gemeinsam Europa kennenlernen. Lesen Sie hier regelmäßig die Gastbeiträge aus Halle.

Blog »Youth vote for Europe«

Besuch in Berlin, ein eigenes Logo und hitzige Debatten

Am 25. November war es endlich soweit: Die Schülerinnen und Schüler vom Giebichenstein-Gymnasium begrüßten ihre Gäste aus Irland, Italien und Polen zur ersten gemeinsamen Projektwoche.

Wir heißen unsere Gäste aus Irland, Italien und Polen willkommen

"Obwohl einige von uns schon Kontakt zu ihren Gästen aufgenommen hatten, waren wir doch ziemlich aufgeregt, als wir unsere Gastschüler abholten. Nach der Begrüßung durch unseren Schulleiter Herrn Gaube machten wir uns mit Kennenlernspielen bekannt. Anschließend wurden wir in Gruppen eingeteilt, sodass in jeder Gruppe Schüler aus jeder Nation vertreten waren. Gemeinsam fertigten wir Plakate zu der Frage „Was bedeutet Europa für dich?“ an. Anschließend stellten unsere polnischen, italienischen und irischen Gäste ihr Land, ihre Stadt und ihre Schule vor und hielten diese Präsentationen auch in verschiedenen Klassen unserer Schule. Nach dem Mittagessen trafen wir uns noch einmal in der Projektgruppe und tauschten uns weiter zu dem großen Thema des Projekts „Youth vote for Europe“ aus. Nachmittags hatten wir Freizeit und zeigten unseren Austauschschülern ein wenig die Stadt Halle und ihre gemütlichen Cafés.“
(Belisa und Clara, 14 Jahre)

Gemeinsam den deutschen Bundestag entdecken

"Der Dienstag war unser erlebnisreichster Tag! Am Morgen fuhren wir nach Berlin und besichtigten zunächst das Brandenburger Tor. Besonders beeindruckend fanden unsere Gäste den Besuch im Bundestag, wo wir einen englischsprachigen Vortrag auf der Besuchertribüne des Plenarsaals erhielten und auch die beeindruckende Kuppel des Reichstags besichtigen konnten. Anschließend trafen wir im Paul-Löbe-Haus den SPD-Abgeordneten Dr. Karamba Diaby, der uns in einer einstündigen Diskussionsrunde einen Einblick in seine politische Arbeit im Bundestag gab. Am Nachmittag ging es weiter zu der Erlebnis-Europa Ausstellung, in der wir weitere Einblicke in die Arbeit des EU-Parlaments erhielten und an einer interaktiven Plenarsitzung teilnehmen konnten. Von dort aus gingen wir mit der Gruppe zum Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Potsdamer Platz, wo wir dann in kleinen Gruppen den Rest des Abends verbringen durften.  Dieser Ausflug in die Hauptstadt war für uns das Highlight der gesamten Woche!“
(Rosa, 14 Jahre)

Ein eigenes Logo und mehrsprachige Weihnachtslieder

"Am Mittwochmorgen trafen wir uns um 9 Uhr in der Schule. Dort setzten wir uns erneut in gemischten Gruppen zusammen und bekamen die Aufgabe, als Gruppe oder einzeln ein Logo für das Erasmus+ Projekt zu gestalten. Dieses Logo sollte das Thema „Youth vote for Europe“ und die teilnehmenden Länder Irland, Polen, Italien und Deutschland repräsentieren und beinhalten. Also sammelten wir Ideen und bearbeiteten diese. Am stellten wir unsere Ergebnisse vor und legten per Abstimmung einen Gewinner fest. Nach dem Mittagessen trafen wir uns an den Frankeschen Stiftungen, da dort die von uns erarbeitete englischsprachige Stadtführung begann. Die Stadttour umfasste die Frankeschen Stiftungen, den Eselsbrunnen, die Händelstatue, den Roten Turm, die Marktkirche, das Graseweghaus, das Händelhaus, das Gemälde am Gasthaus Schad, den Dom, die Moritzburg, die Leopoldina, die Universität und die Kulturinsel. Abends trafen wir uns nochmal in der Schule zu einem gemeinsamen Abendessen mit allen beteiligten Lehrern, Schülern und auch Gasteltern. An diesem Abend hatten wir viel Spaß mit unseren Gästen und Familien. Wir sangen gemeinsam Weihnachtslieder in Englisch, Polnisch, Italienisch und Deutsch.“
(Barbara, 14 Jahre)

Hitzige Diskussionen, Schokolade und ein Fackelumzug

“Als wir am Donnerstag um 9 Uhr in die Schule kamen, saß uns allen noch die gestrige Stadttour in den Knochen, aber es hieß keine falsche Müdigkeit vorzutäuschen. Zunächst erarbeitet wir Interviewfragen, die wir Politikern in allen Partnerländern innerhalb unserer Projektarbeit stellen möchten. Jede Projektgruppe wird versuchen Europaabgeordnete des eigenen Landes, aber auch Lokalpolitiker zu Themen zu befragen, die uns Jugendliche beschäftigen. Nach hitzigen Diskussionen entstanden verschiedene Plakate mit unseren wichtigsten Ergebnissen. Es war deutlich zu merken, dass die drängenden Fragen unserer Zeit alle Schülergruppen interessieren und sich die Interviewfragen vor allem mit aktuellen Themen wie der Sicherheit in Europa, dem Brexit und dem Umgang mit Flüchtlingen beschäftigen. Am Nachmittag besichtigten wir das Deutschlands älteste Schokoladenfabrik: das Halloren-Museum, welches Informationen zur Geschichte der Schokolade, einen Einblick hinter die Kulissen der Halloren-Fabrik und sogar ein Zimmer aus reiner Schokolade bereithielt. Unsere Gäste waren nicht nur vom Schokoladenmuseum beeindruckt, sondern genossen auch unseren Fackelumzug und die gemeinsame Führung auf der Burg Giebichenstein.“
(Anselm, 14 Jahre)

Döneressen und Weihnachtsmarkt

"Am Freitag begann unsere Projektarbeit um 9 Uhr in der Schule. Da dies unser letzter Tag gemeinsam mit den Lehrern war, haben wir alle zusammen die erfolgreiche Woche ausgewertet und Fragen bezüglich der Projektwoche beantwortet. Außerdem haben wir Fragen für das Interview mit den europäischen Politikern erarbeitet.  Um 12 Uhr bekamen alle Lehrer und Schüler ein Zertifikat für ihre Beteiligung am Erasmus+ Projekt. Um 12:30 Uhr haben wir das letzte Mal gemeinsam in der Schule Mittag gegessen, danach hatten wir Freizeit. In dieser Freizeit sind die meisten von uns gemeinsam mit ihren Austauschschülern in der Eissporthalle Eislaufen gewesen. Abends sind wir mit unseren Austauschschülern Döner essen gegangen und waren ein weiteres Mal auf dem Weihnachtsmarkt.“
(Josefine, 14 Jahre)

Abschied mit einer  Fahrt auf dem Riesenrad

"Unseren letzten gemeinsamen Tag mit den italienischen Gastschülern haben wir in Leipzig verbracht. Die irischen und polnischen Gäste mussten uns leider schon am Morgen verlassen. Auf Wunsch unserer Austauschschülerinnen fuhren wir nach dem Frühstück zusammen in die Leipziger Innenstadt, um noch das eine oder andere Souvenir aus Deutschland zu besorgen. Nach dem Mittagessen fuhren wir schließlich wieder nach Halle. Gemeinsam erkundeten wir unseren Weihnachtsmarkt. Das Highlight des Tages war jedoch das Riesenradfahren. Im Anschluss verbrachten wir unseren letzten gemeinsamen Abend in einem Restaurant zusammen mit unseren Eltern.“
(Nina und Josephine, beide 14 Jahre alt)

Wir bereiten das erste europäische Projekttreffen vor

"Wir waren sehr überrascht, wie unterschiedlich die Wahlmodalitäten in den einzelnen europäischen Ländern geregelt sind", so eine Schülerin aus Halle nach dem ersten Vorbereitungstreffen.

Derzeit nehmen vierzehn Schülerinnen und Schüler des Giebichenstein-Gymnasiums "Thomas Müntzer" in Halle/Saale an dem zweijährigen Erasmus+ Projekt "Youth vote for Europe" teil. Inhaltlich beschäftigt sich das Projekt mit der Europawahl 2019. Die Schüler untersuchen unter anderem die Einstellung europäischer Jugendlicher aus Polen, Irland, Italien und Deutschland zur EU. Sie werden auf vielfältige Weise politische Institutionen kennenlernen und mit Politikern ins Gespräch kommen.

Jährlich führt unsere Schule im November eine Projektwoche durch, wobei wir dieses Jahr unser erstes europäisches Projekttreffen, welches in der Zeit vom 26. bis 30. November 2018 stattfinden wird, vorbereitet haben. Am Morgen der ersten beiden Projekttage starteten wir mit Kennenlernspielen, die wir auch zum Projekttreffen mit unseren drei Partnerschulen durchführen werden. Zusätzlich begannen wir damit, unsere englischen Vorträge, mit denen wir unsere Gastschüler durch die Stadt Halle/Saale führen wollen, zu verbessern.

Ein Vertreter des halleschen Informationszentrums der EU "Go Europe" besuchte uns am Dienstag. Er forderte uns durch Fragen heraus, zum Beispiel wollte er wissen, wie wir ein Wahlrecht ab 16 fänden. Dann informierte er uns darüber, wie die Europawahl organisiert wird und wir waren sehr überrascht zu erfahren, wie unterschiedlich die Wahlmodalitäten in den einzelnen Ländern geregelt sind. Außerdem besuchte uns Lars Juister, ein Mitarbeiter des EU-Abgeordneten Arne Lietz. Er setzte sich mit unseren Fragen zur EU, dem Parlament und auch der Gesetzgebung auseinander, zum Beispiel warum die Form einer Gurke im europäischen Parlament diskutiert wurde oder was es mit dem Artikel 13 der Datenschutzgrundverordnung auf sich hat.

Nach dieser intensiven Vorbereitungswoche freuen wir uns auf das erste Projekttreffen und darauf, unsere Partner aus Dublin (Irland), Barga (Italien) und Elk (Polen) endlich persönlich kennenzulernen!

Über das Projekt

Wie kann man Jugendliche dafür begeistern, sich aktiv in die europäische Gemeinschaft einzubringen? Mit dieser Fragestellung setzt sich das Giebichenstein-Gymnasium "Thomas Müntzer" in Halle (Sachsen-Anhalt) intensiv auseinander. Seit mehr als 20 Jahren beteiligt sich die Schule im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ (und dem Vorgängerprogramm COMENIUS) an europäischer Projektarbeit. Im September 2018 startete das neue Projekt "Youth votes for Europe", bei dem es um Demokratieerziehung im Kontext der anstehenden Europawahlen geht. Dieses Mal hat das Gymnasium Partnerschulen in Italien, Polen und Irland gefunden und im Rahmen der Leitaktion 2 einen erfolgreichen Erasmus+ Projektantrag gestellt. Dreh- und Angelpunkt des Konzepts ist die Europawahl vom 23. bis 26. Mai 2019, die in der Mitte der Projektlaufzeit liegt.

Koordinatorin Beate Zahn vom Giebichenstein-Gymnasium beschreibt das Vorhaben so: "Wir wollen, dass sich Jugendliche am demokratischen Leben in Europa beteiligen. Die Europawahl 2019 ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, sich aktiv mit den politischen Ideen und den demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten in Europa auseinanderzusetzen.“

Wie dieses Konzept von den Lehrkräften aller Partnerschulen in den kommenden zwei Jahren gemeinsam in die Tat umgesetzt wird, das können Sie jetzt auf der Website des PAD direkt mitverfolgen: Wir begleiten das Projekt, das in insgesamt vier Phasen gegliedert ist, im Rahmen eines kleinen Blogs.

Der geplante Ablauf

  • In der ersten Phase erfassen Schülerinnen und Schüler aller Partnerschulen, wie sich die europäische Politik auf ihren Alltag und ihr Umfeld auswirkt. Die Ergebnisse dieser Recherchen werden beim ersten Projekttreffen in Deutschland den Partnern aus den anderen Ländern vorgestellt. In Halle sollen außerdem gemeinsam Fragebögen und Interviewleitfäden erarbeitet werden. Damit sollen die Projektteams andere Jugendliche in Deutschland, Italien, Polen und Irland nach ihrer Meinung befragen: Was erwarteten sie sich von der Europapolitik?
  • In der zweiten Phase sollten Europaabgeordnete und Lokalpolitiker befragt werden. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Wahlprogrammen auseinander. Außerdem wollen sie die Ergebnisse der Befragungen auswerten und anschaulich zusammenfassen. Im März 2019 ist ein Projekttreffen in Dublin geplant. Hier präsentieren die Partnerschulen ihre Ergebnisse, vergleichen und diskutieren sie. Außerdem wird eine Juniorwahl zum Europaparlament an der jeweilgen Partnerschule vorbereitet.
  • In der dritten Phase erfolgen die Durchführung und Auswertung der Juniorwahl an den Partnerschulen und die Analyse der landesspezifischen Ergebnisse der Europawahl 2019. Mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler der vier Partnerschulen sollen an der Durchführung der Juniorwahl teilnehmen. Im September 2019 gibt es dann ein Projekttreffen in Ełk (Polen), bei dem die  Ergebnisse der Juniorwahlen und der Wahlwerbungsanalysen präsentiert und diskutiert werden sollen.
  • In der vierten Phase führen die Partnerschulen einen "Internationalen Europatag" durch. Dabei zeigen sie Jugendlichen, wie sie sich aktiv in die Europapolitik einbringen können und laden Politikerinnen und Politiker zur Diskussion ein. Zum Abschluss möchten sich die Projektteilnehmer im Frühjahr 2020 in der Stadt Barga (Italien) treffen.

Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Projekt "Youth vote for Europe"

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