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Erasmus+

Leitaktion 2: Strategische Partnerschaften

Strategische Partnerschaften bieten vorschulischen Einrichtungen, Schulen sowie Akteuren mit thematischem Bezug zum Schulbereich die Möglichkeit, in länderübergreifender Zusammenarbeit innovative Entwicklungen voranzubringen sowie bewährte Verfahren im Bereich der Schulbildung auszutauschen. In der Regel sind an einer strategischen Partnerschaft Einrichtungen aus mindestens drei Programmstaaten beteiligt. Es ist möglich, ein Projekt sowohl sektoral – d.h. innerhalb des Sektors Schulbildung – als auch sektorübergreifend – d. h. zwei oder mehr Sektoren (z.B. Hochschule, Schule, Jugend) betreffend – anzulegen.

Für den Schulbereich fördert die Leitaktion 2 länderübergreifende Projekte, die im Kontext der EU-Strategie "Europa 2020" schulrelevante Ziele verfolgen, insbesondere:

  • Verbesserung der Qualität der Schulbildung und der frühkindlichen Bildung
  • Förderung von Schlüsselkompetenzen und Vermeidung von Schulversagen
  • Digitales Lehren und Lernen als Beitrag zur Qualitätsverbesserung auf systemischer Ebene
  • Entwicklung und Anwendung innovativer Ansätze auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene
  • Förderung von Chancengleichheit und (sozialer) Inklusion in den Schulsystemen, siehe dazu auch die Initiates file downloadPariser Erklärung der europäischen Bildungsministerinnen und -minister [pdf, 397 KB]

Jedes Jahr im Herbst gibt die EU-Kommission einen Programmleitfaden für die kommende Antragsrunde heraus. Er enthält alle grundlegenden Informationen zum Programm Erasmus+ und informiert über die formalen und finanziellen Regelungen sowie die inhaltlichen Ziele für die jeweilige Antragsrunde.

Basisinformation zu Leitaktion 2

Welche Arten von strategischen Partnerschaften gibt es?

Es gibt zwei Projektarten, die sich nach den jeweiligen Zielen und der Zusammensetzung der strategischen Partnerschaft unterscheiden:

Strategische Partnerschaften zur Unterstützung von Innovationen: Partnerschaften zur Unterstützung von Innovationen zielen darauf ab, innovative Konzepte und Materialien zu entwickeln und diese gezielt an die Nutzergruppen zu verbreiten. Dieser Projekttyp ermöglicht weitergehende Fördermöglichkeiten, da für die Entwicklung und Verbreitung hochwertiger Produkte höhere Kosten entstehen können.

Strategische Partnerschaften zum Austausch guter Praxis: Diese "Good-Practice"-Partnerschaften widmen sich in erster Linie der stärkeren Vernetzung und dem Austausch von Verfahren und Methoden auf europäischer Ebene.

Neben Partnerschaften zwischen verschiedenen Akteuren gibt es eine besondere Form der strategischen Partnerschaften zum Austausch guter Praxis: es handelt sich um Strategische Schulpartnerschaften, an denen ausschließlich Schulen oder vorschulische Einrichtungen beteiligt sind. Im Gegensatz zu allen anderen Partnerschaftstypen gilt hier nicht das Konsortialprinzip. Stattdessen schließt jede am Projekt beteiligte Einrichtung einen eigenen Vertrag über ihr Budget mit ihrer Nationalen Agentur ab. Hier sind auch Partnerschaften zwischen Einrichtungen aus nur zwei Programmstaaten möglich.

Hinweis für Regio-Partnerschaften: Falls Sie eine Partnerschaft zwischen Schulbehörden durchführen möchten, die jeweils ein regionales oder lokales Netzwerk bestehend aus Schulbehörde, Schule(n) und weiteren für das Thema relevanten Einrichtungen koordinieren, ist dies weiterhin möglich. Es handelt sich jedoch nicht mehr um eine eigene Form der strategischen Partnerschaften, an der Einrichtungen aus lediglich zwei Programmstaaten beteiligt sein können. Auch für Regio-Partnerschaften gilt nun die Regel, dass Einrichtungen aus mindestens drei Programmstaaten beteiligt sein müssen. Eine solche Partnerschaft kann je nach Zielsetzung als Innovationspartnerschaft oder als Partnerschaft zum Austausch guter Praxis durchgeführt werden.

Wie lange dauert eine strategische Partnerschaft?

Die Dauer einer strategischen Partnerschaft ist frei wählbar zwischen 12 und 36 Monaten. Der Beginn kann zwischen September und Dezember des Antragsjahres gewählt werden; der Antragstermin ist zumeist im Frühjahr.

Welche Staaten können beteiligt sein?

Teilnahmeberechtigt sind Einrichtungen aus den 33 Programmstaaten, welche die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie die Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien umfassen. Die Schweiz zählt nicht zu den Programmstaaten.

Des Weiteren können Einrichtungen aus Partnerstaaten - d. h. allen anderen Staaten weltweit - unter bestimmten Bedingungen an strategischen Partnerschaften teilnehmen, wenn sie einen substantiellen Mehrwert für die gesamte Partnerschaft erbringen. Die Beteiligung von Einrichtungen aus Partnerstaaten ist nicht in Schulpartnerschaften möglich.

Wo können Aktivitäten stattfinden?

Alle Aktivitäten müssen in den Staaten der beteiligten Partnereinrichtungen stattfinden. Zusätzlich können bei Projekten ab Antragsrunde 2016 Aktivitäten in Brüssel, Frankfurt, Luxemburg, Straßburg und Den Haag auch dann durchgeführt werden, wenn sich keine der am Projekt beteiligten Einrichtungen im zugehörigen Staat befindet, da es sich um Sitzorte einer Institution der EU handelt. Die Aktivitäten müssen im Projektzusammenhang sinnvoll sein.

Bei der Beteiligung von Einrichtungen aus Partnerstaaten sind auch Aktivitäten in diesen Staaten möglich. Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern sowie Langzeit-Aktivitäten von Personal oder Lehrkräften in oder aus Partnerstaaten werden jedoch nicht bezuschusst.

Eine der Bedingungen für die Förderung einer Partnerschaft ist, dass die Antragsteller entweder mindestens eine schulspezifische Priorität oder mindestens eine horizontale Priorität des Erasmus+ Programms wählen und diese bearbeiten.

Schulspezifische Prioritäten sind:

  • Bekämpfung schwacher Lernergebnisse bei den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Mathematik und Naturwissenschaften durch effektive, innovative Unterrichtsmethoden
  • Stärkung der Rolle des Bildungspersonals
  • Vermeidung von Schulabbruch und Benachteiligung
  • Verbesserung der Qualität der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung

Horizontale Prioritäten sind u.a. :

  • Vermittlung und Bewertung von Schlüsselkompetenzen, zum Beispiel unternehmerische Initiative, digitale Kompetenz, Sprachkenntnisse
  • Förderung von Chancengleichheit und Inklusion, Bekämpfung von Schul- bzw. Ausbildungsabbruch
  • Digitales Lehren und Lernen als Faktor auf systemischer Ebene zur Qualitätsverbesserung in Bildung, Ausbildung und Jugendarbeit
  • Stärkung der Kompetenzen des Bildungspersonals (Ausbildung, Kompetenzen, Training,..), Kompetenzen im Umgang mit heterogenen Gruppen und benachteiligten Lernenden

Eine ausführliche Darstellung aller Prioritäten finden Sie auf den Seiten 139-141 im Startet einen DateidownloadProgrammleitfaden Erasmus+ [pdf, 3 MB].

Der Leitfaden muss in jedem Falle vor einer Antragstellung konsultiert werden, da er alle grundlegenden Informationen zum Programm enthält. Der aktualisierte Leitfaden für das neue Antragsjahr erscheint in der Regel Ende jeden Jahres.

Im Verlauf einer strategischen Partnerschaft führen die beteiligten Einrichtungen in Abhängigkeit von der gewählten Art der Partnerschaft in der Regel vielfältige Aktivitäten durch, zum Beispiel:

  • Aktivitäten, die die Zusammenarbeit und die Vernetzung zwischen Einrichtungen fördern
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen regionalen Behörden
  • Länderübergreifende Ausbildungs-, Unterrichts- und Lernaktivitäten von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften in Verbindung mit den Zielen der jeweiligen Partnerschaft, zum Beispiel die Förderung der Schlüssel- und Querschnittskompetenzen oder die Entwicklung neuer Unterrichtsmethoden sowie innovativer Lehr- und Lernansätze
  • Aktivitäten zur Unterstützung von Lernenden mit Beeinträchtigungen oder besonderen Bedürfnissen, um Ausgrenzung und Diskriminierung von Randgruppen im Bildungsbereich zu bekämpfen
  • Maßnahmen zur besseren Vorbereitung und zum besseren Einsatz der Fachkräfte in der Aus- und Weiterbildung hinsichtlich der Herausforderungen in der Lernumgebung in Zusammenhang mit Gleichheit, Vielfalt und Integration
  • Aktivitäten, die die Integration von Flüchtlingen, Asylsuchenden und neu angekommenen Migrantinnen und Migranten unterstützen und das Bewusstsein für die Flüchtlingskrise in Europa schärfen.

Strategische Partnerschaften reichen von verhältnismäßig einfachen Kooperationsprojekten zwischen kleineren Einrichtungen wie Schulen bis hin zu komplexen und umfangreichen Projekten zur Entwicklung und zum Austausch innovativer Ergebnisse im Bereich der Schulbildung. Entsprechend unterschiedlich sind die mit den verschiedenen Projekttypen verbundenen Aufwendungen.

Die Förderung basiert in der Regel auf Pauschalsätzen. Der Zuschuss hängt ab vom Projekttyp, der Anzahl der Partnereinrichtungen, den geplanten Maßnahmen und der Projektdauer. Die maximale Förderung beträgt monatlich pro Projekt 12.500 Euro, d.h. die Förderhöchstsumme für ein dreijähriges Projekt ergibt 450.000 Euro.

Für alle Projekttypen – Partnerschaften zum Austausch guter Praxis (darunter Schulpartnerschaften und Regio-Partnerschaften) und Innovationspartnerschaften – gelten folgende Zuschusskategorien, für die jeweils Höchstsätze festgelegt sind:

  • Projektmanagement und -durchführung: Pauschalsätze von monatlich 500 Euro für die koordinierende Einrichtung und 250 Euro für Partnereinrichtungen
  • Länderübergreifende Projekttreffen zu Koordinierungszwecken
  • Länderübergreifende Ausbildungs-, Unterrichts-, Lernaktivitäten mit den Unterkategorien Aufenthaltskosten und Fahrtkosten:
    Für Partnerschaften zum Austausch guter Praxis gilt eine Höchstgrenze von 100 Teilnehmenden (einschließlich Begleitpersonen) pro Projekt.
  • Besondere Kosten bei Teilnehmenden mit körperlicher Behinderung (nach realen Kosten)
  • Zuschuss (75 %) zu außergewöhnlichen Kosten, zum Beispiel Unterverträge für Dolmetscher (nach realen Kosten).

Die weiteren Zuschusskategorien sind nur für Innovationspartnerschaften relevant:

  • Personalkosten (Tagessätze in vier Kategorien) für die Entwicklung von geistigen Leistungen (intellectual outputs), beispielsweise Lehrplänen oder einem Methodenhandbuch für Lehrkräfte
  • Zuschüsse für die Organisation von Multiplikatorenveranstaltungen zur Verbreitung der Projektergebnisse.

Die genauen Informationen zu den Zuschusskategorien wie Bedingungen und Höhe der Pauschalsätze finden Sie auf den Seiten 150-159 im Startet einen DateidownloadProgrammleitfaden Erasmus+ [pdf, 3 MB].

Die Beantragung und Durchführung einer strategischen Partnerschaft umfasst folgende administrative Aufgaben:

  • Bei erstmaliger Antragstellung: Registrierung aller beteiligten Einrichtungen im Teilnehmerportal der Europäischen Kommission (URF)
  • Opens internal link in current windowAntragstellung über ein Onlineformular
  • Bei erfolgreicher Antragstellung: Prüfung, Unterzeichnung und Rücksendung der Vertragsunterlagen. In der Folge erhalten Sie eine erste Vorauszahlung in Höhe von 40 oder 80 % des Gesamtzuschusses je nach Projektdauer. Projekte nach dem Konsortialprinzip leiten die Vorauszahlungen an ihre Partner weiter.
  • Einreichung eines bzw. zweier Zwischenberichte. Der Umfang der Berichtspflicht richtet sich nach der Projektdauer und löst gegebenenfalls eine zweite Vorauszahlung in Höhe von 40 % aus.
  • Dokumentation der durchgeführten Aktivitäten sowie Berichterstattung im Mobility Tool (Onlineportal der Europäischen Kommission)
  • Einstellung von Projektergebnissen auf der Projektergebnisplattform
  •  Auf Grundlage der Berichterstattung erhalten Sie eine Schlusszahlung über den Restbetrag des Gesamtzuschusses.
Leinwand

Erasmus+-Präsentationen geben einen Überblick über das Programm.

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Für die Begutachtung von Anträgen und Berichten im Rahmen der Leitaktion 2 (Strategische Partnerschaften) sucht der PAD weitere externe Gutachterinnen und Gutachter. Opens internal link in current windowAusschreibung

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