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Projekt "Baba Yaga meets Froschkönig"

Jurykommentar zum Deutschen eTwinning-Preis 2020

Es war einmal…! Wer kennt ihn nicht, diesen magischen Anfang. So beginnt es häufig, das Abholen aus der realen Welt in jene der Fantasie. Denn „jedes Märchen ist ein Zauberspiel“, schreibt der Kinderpsychiater Bruno Bettelheim, „in dem sich gewisse Aspekte unserer inneren Welt und der Stufen spiegeln, die wir in unserer Entwicklung von der Unreife zur Reife zurücklegen müssen“. Anders gesagt: Kinder brauchen Märchen, brauchen das Spiel und die Verfremdung bei der Entwicklung ihres Selbst- und Weltbildes. Wie dies geschehen kann, zeigen 25 Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 Jahren sehr eindrücklich und spielerisch-kreativ im international angelegten Projekt »Baba Yaga meets Froschkönig« von Christiane Meisenburg. 

Die Wirklichkeit verlassend, tauchen die Schülerinnen und Schüler ein in die zauberhafte Welt der Traumgestalten und des Wunderbaren, um sich auf originell-gestalterische, ideenreich-produktive und fantasievoll-aktive Weise mit Märchen aus unterschiedlichen Kulturen auseinanderzusetzen. Die befreiende und verbindende Kraft des Spielens zeigt sich im Akt des Erfahrens von Freiheit und Autonomie einerseits bei der Rollen- und Perspektivübernahme sowie andererseits in der Verbundenheit und Gemeinschaft durch den Austausch. 

So wird schließlich die schwarz-weiß gekennzeichnete, sagenhaft-polarisierende Bilderwelt der Märchen erfindungsreich in das greifbare Moment eines modern-medialen Settings gebettet, gekonnt verändert und eigenständig weitergeführt sowie bildgewaltig vertont und szenisch umgesetzt. Und wie ein roter Faden zieht sich das Grundbedürfnis Freiheit, also das Streben des Menschen nach Autonomie, durch das Projekt. Planung, Entwicklung und Präsentation dokumentieren ganz im Sinne der kulturellen Bildung eine offene, nachhaltig experimentierfreudige und geistvolle Umsetzung. 

Mit anderen Worten: Es gelingt den Lehrerinnen und Lehrern auf ästhetisch-kunstvolle und überaus einfühlsam-kluge Art und Weise, die Kinder auf ihrem Weg hin zu divergenter Denkfähigkeit zu begleiten. 

Prof. Dr. Stefanie Nickel, PH Schwäbisch Gmünd

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