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eTwinning-Teams an Schulen

Im Team gelingt die Arbeit oft besser, weil man sich gegenseitig unterstützen kann. Das gilt natürlich auch für eTwinning! Als Einzelperson ist es oft mühsam - dagegen kann ein Team von Lehrkräften durch Kooperation in der eTwinning-Arbeit sehr viel erreichen. Hierunter ist neben dem Informationsaustausch auch die Arbeitsteilung zu verstehen sowie gegenseitige Rückmeldung und Reflexion. Und von der internationalen Projektarbeit profitieren nicht nur die Lehrkräfte selbst, sondern auch die Schülerinnen und Schüler sowie letztlich die gesamte Schule.

Initiates file downloadPräsentation: Tipps und Strategien zur eTwinning-Teambildung an Schulen [PDF, 900 KB]

Zum Thema Schulteams finden Sie auf dieser Seite sowohl ein Interview mit Lehrkräften an der KGS Stuhr-Brinkum (Niedersachsen) als auch Informationen und Faktoren zum erfolgreichen Aufbau eines eTwinning-Teams.

"Kooperativer Ansatz ist an unserer Schule verankert"

Die KGS Stuhr-Brinkum beteiligte sich im Schuljahr 2011/12 am Projekt "Familienpower - the power lies in the family". Insgesamt arbeiteten fünf Schulen mit neun Klassen aus fünf Ländern Europas mit an dem Projekt. Von der KGS Stuhr-Brinkum waren insgesamt vier Klassen mit circa 100 Schülerinnen und Schülern und vier Lehrkräften beteiligt. Im Bild von links: Annika Früh, Bärbel Rüter und Rita Kirsch. eTwinning wollte wissen, wie sich das Team für dieses Projekt an der niedersächsischen Gesamtschule zusammengefunden hat.

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Interview: Schulteams - Erfahrungen aus der Projektarbeit

An dem eTwinning-Projekt "Familienpower" waren mehrere Lehrkräfte Ihrer Schule beteiligt. Mit welcher Motivation hat die Zusammenarbeit stattgefunden?

Rüter: Jeder, der ein eTwinning-Projekt startet oder in ein laufendes Projekt einsteigt, möchte bewährte Unterrichtsverfahren durch neue Vorgehensweisen ergänzen. So  war das bei uns auch. Die Kontaktmöglichkeit mit Schülerinnen und Schülern aus dem Ausland in einem gemeinsamen Projekt mit sofort sichtbaren Ergebnissen motiviert die Lerngruppe. Die Anwendung der erlernten Fremdsprachen öffnet die Türen der Schule.

Kirsch: Die Zusammenarbeit ist zuerst ganz spontan entstanden. Frau Rüter hat das Projekt initiiert und uns anderen informiert. Das weckte Neugier und Interesse und Engagement. Den Schülern waren die Arbeitsformen bekannt und sie waren stolz, dass ihre Produkte zusammen mit anderen Klassen jetzt auf einer europäischen Plattform zu sehen waren und sie die Produkte anderer Schulen lesen und kommentieren konnten. Wir haben uns regelmäßig über den Inhalt der Arbeit auch mündlich ausgetauscht und auch über technischen Möglichkeiten (Voki, Programme des Macintoshbooks etc). Am Anfang war ich auch nervös, weil sehr viel Zeit verstrich wegen technischer Schwierigkeiten. Wir haben dann eben kleine "Tricks" angewandt.

Früh: Für mich war es das zweite eTwinning-Projekt. Das Thema "Familie" ließ sich gut mit den Themen aus dem Englischunterricht verknüpfen. Es kam die Idee, dass sich Französisch- und Englischlehrer unserer Schule beteiligen. Dies ließ sich auch gut im Unterricht aufgreifen, da viele meiner Schüler Französisch als zweite Fremdsprache lernen. Diese konnten als Experten dienen und ihren Mitschülern französische Beiträge übersetzen.

Im Verlauf eines eTwinning-Projektes ist einige Vorbereitung und Abstimmung erforderlich. Wie haben Sie innerhalb des eTwinning-Teams an Ihrer Schule die Projektzusammenarbeit und den Austausch gestaltet?

Rüter: Drei Kolleginnen und Kollegen der KGS Stuhr-Brinkum hatten schon Erfahrungen in eTwinning-Projekten, eine Kollegin ist neu eingestiegen. Das war alles ganz locker und so konnten wir uns bei Fragen ganz schnell vor Ort helfen, etwa bei technischen Problemen. Die Unterstützung der Kollegen, die  die Computerräume am Laufen halten, ist dabei nicht hoch genug einzuschätzen. Bei Abstimmungsfragen haben wir häufig auch den Mailserver der eTwinning-Plattform genutzt. Insgesamt merkt man schon, dass der kooperative Ansatz bei uns in der Schule verankert ist.

Kirsch: Nachdem ich von der Kollegin Rüter eine Einführung in die Funktion der eTwinning-Plattform bekommen hatte, haben wir uns regelmäßig über technische, inhaltliche und gestalterische Aspekte ausgetauscht. Wir waren gut sechs Monate beschäftigt und die Kommentare der anderen Klassen waren ermutigend, anerkennend und interessant. Unsere Informatikkollegen haben uns auch tatkräftig unterstützt, um in unserer großen, weitläufigen Schule hot spots oder access points zu schaffen oder zu kontrollieren, wenn die Homepage nicht zugänglich war. Wir haben auch zusammen eine Fortbildung in Bremen zum Thema eTwinning besucht. Auf dem Pausenhof begegnete man plötzlich Schülern, die sagten: "Ich bin in der 8. Klasse, Sie kommentieren uns regelmäßig.", denn die Kooperation bestand auch im Kommentieren der Schülerbeiträge der Kollegen. Die Schüler sind glücklich und stolz, dass man ihre Arbeiten würdigt.

In welcher Weise hat die Arbeit im Team des eTwinning-Projektes Sie persönlich beeinflusst?

Rüter: Ich muss zugeben, die Koordination der Zusammenarbeit hat mich zu Beginn etwas nervös gemacht, aber meine Kolleginnen haben es mir leicht gemacht. Zum Schluss lief alles ganz einfach und rund und die Ergebnisse haben mir  gut gefallen. Das letzte eTwinning Projekt "Familienpower" begleitete und beschäftigte uns gut ein halbes Jahr in 2012 und wenn am Ende dann ein gutes Ergebnis herauskommt, dann war die Kooperation doch gelungen, oder?

Kirsch: Ich fand es interessant, an einem gemeinsamen Thema in unterschiedlichen Klassen zu arbeiten, weil die Endprodukte total unterschiedlich vom Niveau, Sprachvermögen, Inhalt  und Darstellungsart waren und das gleich in drei Sprachen. Es stärkt für mich persönlich und für die Schüler das "Wir-Gefühl" im Fachbereich, wir sind ein Teil des Projektes und haben Verantwortung, zum Gelingen beizutragen.

Früh: Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen unserer Schule war sehr wichtig, da man auch über eTwinning hinaus Ideen für den Unterricht gewonnen hat.

Hat sich aufgrund der Arbeit in einem eTwinning-Team auch Ihr übriger Unterricht verändert?

Rüter: Laptopklassen, eTwinning, Kommunikation über das Netz sind neue Formen des Unterrichts, die wir intensiv betreiben. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass dieses virtuelle Verfahren oder Techniken sind. Der direkte Kontakt der SchülerInnen im Schüleraustausch oder im Unterricht untereinander darf nicht vernachlässigt werden.

Kirsch: Ich arbeite seit längerem in einer Laptopklasse und die Methoden und Werkzeuge werden fast in jeder Klasse von mir eingesetzt. Es war aber das erste Mal der Austausch auf einer europäischen Plattform für mich und ich habe Spass daran und bin gegenüber einem neuen Projekt nicht abgeneigt. Deswegen war ich auch auf einer Info-Veranstaltung zu eTwinning, um über alle Möglichkeiten etwas zu erfahren. Das Werkzeug Voki habe ich neu kennengelernt, und wie man eine Plattform handhabt hat die Kollegin Rüter mir gezeigt.

Inwieweit hat eTwinning eine Auswirkung auf Ihre Schülerinnen und Schüler?

Rüter: Der Kontakt zu Schülerinnen und Schülern in der erlernten Sprache und die Auseinandersetzung in einem Projekt macht die Jugendlichen neugierig und motiviert sie auch über einen längeren Zeitraum.

Kirsch: Die Schüler waren motiviert. Gerade Französisch für Realschüler in den höheren Klassen wird immer schwieriger und die Schüler sind motiviert, weil sie ihre Produkte in der langue quotidienne mithilfe von Grafik- und  Audioaufnahme-Software  auf der europäischen eTwinning-Plattform ins Netz stellen. Sie haben immer und immer wieder ihr Arbeitsergebnis verbessert und sogar zu Hause in Gruppen nochmals eine neue Version aufgenommen. Als ich ihnen verkündete, dass das Kultusministerium unser Schulprojekt mit einem Preis und Qualitätssiegel ausgezeichnet hat, waren sie positiv betroffen, glücklich und stolz.

Was wünschen Sie sich für die zukünftige Arbeit mit eTwinning an Ihrer Schule?

Rüter: Ich wünsche mir, dass eTwinning langfristig eine Lern- und Austauschplattform bleibt. Zudem wäre es wünschenswert, wenn besondere Projekte die Möglichkeit hätten, die SchülerInnen zusammenzuführen. Von meinen SchülerInnen kam nach einem halben Jahr doch schon mal die Frage: "Können wir unsere Partner auch mal kennenlernen?" Das würde auch uns LehrerInnen gefallen.

Kirsch: Ich wünsche mir auch, dass die eTwinning Plattform eine nachhaltige Austauschplattform bleibt, da man sich auch in einem sicheren Raum im Netz bewegt. Die Schüler wünschen sich auch den persönlichen Kontakt.

Früh: Ich möchte auch in Zukunft mit eTwinning arbeiten, da man unterrichtsrelevante Themen mit Schulen anderer Länder bearbeiten kann. Für die Schülerinnen und Schüler ist dies sehr motivierend, weil sie mit neuen Medien arbeiten können und ihre Beiträge von Gleichaltrigen aus anderen Ländern kommentiert werden.

Aufbau eines Teams

Sie möchten an Ihrer Schule ein eTwinning-Team aufbauen, aber wissen nicht genau, wie Sie es anpacken sollen? Folgende kurze Darstellung zeigt, wie Teambildung an Schulen funktionieren kann.

Zusammenstellung: Bettina Zeidler

Faktoren der Teambildung

Welche Rolle kann ich als eTwinning-Lehrkraft in meiner Schule einnehmen?

  • Ich kann intern fortbilden
  • Ich kann Ideen zur Einbindung ins Schulprogramm geben
  • Curricula weiterentwickeln
  • Lernenden sowie Kolleginnen und Kollegen Hilfestellung bei Schwierigkeiten geben

Wie schaffe ich, dass der eTwinning-Funke überspringt?

  • Durch erfolgreiche Beispiele
  • Positive Ergebnisse müssen allen Kollegen transparent gemacht werden, z. B. indem erhaltene Auszeichungen bekannt gemacht werden
  • Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen berichten lassen

Wie werde ich vom eTwinning-Einzelkämpfer zum Teamarbeiter?

  • eTwinning-Materialien im Lehrerzimmer auslegen
  • Kolleginnen und Kollegen durch konkrete Beispiele begeistern
  • Arbeitsbereiche mit Kolleginnen und Kollegen aufteilen und sie zur Teamsitzung einladen
  • Vorstellung der Projekte in Gesamt- oder Fachkonferenzen
  • eTwinning-Projekte mit COMENIUS oder Erasmus+ koppeln
  • Vorhandene Teamstrukturen nutzen
  • Kurzfortbildungen an Studientagen

Wie gelingt Teamarbeit in eTwinning am besten?

  • Mit der Unterstützung der Schulleitung
  • Fächerübergreifende Projekte durchführen
  • Indem ich immer wieder neue Team-Partner/-Mitglieder suche
  • eTwinning mit dem Lehrplan verbinden
  • Mit klaren Aufgaben und regelmäßiger Rückmeldung an Schulleitung
  • Regelmäßige Treffen, Absprachen, Aufgabenverteilung

Wie lassen sich eTwinning-Projekte fächerübergreifend gestalten?

  • Jedes Thema hat verschiedene Aspekte. Deshalb kann jedes Thema auch fächerübergreifend bearbeitet werden.
  • Projekte, die bereits im Lehrplan fächerübergreifend verankert sind, sollten als eTwinning-Projekte verwendet werden, z. B. Landwirtschaft, Schulgarten
  • Indem wir Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fächern – zusätzlich zu Fremdsprachenlehrkräften – ins Team holen
  • In den Berufsschulen von NRW ist fächerübergreifende Projektarbeit bereits die bestehende Lernsituation
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