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Materialien für eTwinning an weiterführenden Schulen

Projektkits von deutschen Lehrkräften

The colorful face of Europe

Wie sich das Thema "Migration" im Unterricht lebensnah aufgreifen lässt, zeigt dieses Projektkit. Schülerinnen und Schüler haben sich mit ihren eigenen Familiengeschichten und Migrationserfahrungen auseinandergesetzt und sich dazu mit ihren Partnerklassen ausgetauscht.

Details

Unterrichtsfächer: Englisch/Fremdsprachen, Geschichte, Politik, Geographie
Altersgruppe: ab 14/15 Jahre
Niveau: variabel
Dauer: variabel
Eingesetzte Werkzeuge: Brainstorming, Mindpmapping, padlet.com, answergarden.ch, cacoo.com, Prezi, edu.glogster.com
Autorin: Dr. Brigitte Kassel

Startet einen DateidownloadProjektkit zum Download [PDF, 270 KB]

Startet einen DateidownloadÜber die Hintergründe zum Projekt informiert die Broschüre aus der Reihe "Beispiele guter Praxis" [PDF, 660 KB]

Technik trifft Sprache

Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie heterogene Lerngruppen voneinander profitieren können: Es verbindet nicht nur unterschiedliche Schulformen (Ausbildungsvorbereitung und Gymnasium), sondern auch unterschiedliche Fächer wie Deutsch und Technik/Informatik.

Details

Unterrichtsfächer: Informatik/IKT, Deutsch, Fremdsprachen
Altersgruppe: 16 bis 20+ Jahre
Niveau: mittel
Dauer: circa 5 Monate (bei einer Doppelstunde pro Woche)
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Präsentationssoftware, Animationtssoftware, Mikrocontroller
Autorin: Steffi Feldhaus

Startet einen DateidownloadProjektkit als PDF zum Download [PDF, 270 KB]

Grammunication – Erstellen von Fotostorys unter Verwendung von "Adjektiven" und "Adverbien"

Durch die Einbindung einer Grammatikstruktur in ein kreatives Schreibprojekt will dieses Kit das Erlernen von Grammatikregeln interessanter gestalten. Zudem arbeiten Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Ländern zusammen und entwickeln die jeweiligen Produkte der Partnerschüler weiter - als Bildergeschichte oder Drehbuch.

Details

Unterrichtsfächer: Fächerübergreifend, Fremdsprachen
Altersgruppe: 12 - 14 Jahre
Niveau: mittel
Dauer: circa 6 Wochen
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Software zur Erstellung von Geschichten (Storyboardthat)
Autor: Christian Fischer

Startet einen DateidownloadProjektkit zum Download [PDF, 189 KB]

Mach mich zu einem Europäer

Was heißt es, Europäer zu sein? Wodurch wird die kulturelle Identität geprägt? In dieser Unterrichtsanregung für die Sekundarstufe erfahren Lehrkräfte Schritt für Schritt, wie sich das eTwinning-Projekt mit Partnerklassen umsetzen lässt.

Details

Unterrichtsfächer: Fremdsprachen, Sozialkunde, Geschichte, Geographie, Kunst
Altersgruppe: 12 bis 18 Jahre
Niveau: mittel
Dauer: ein Schuljahr
Autorinnen: Andrea Ullrich und Arjana Blazic

Startet einen DateidownloadProjektkit zum Download [PDF, 205 KB]

Digital Positive News

Diese Anregung für den Fremdsprachenunterricht erläutert anschaulich, wie Schülerinnen und Schüler mit europäischen Partnern gemeinsam Artikel für ein Online-Magazin verfassen. Das Kit eignet sich vor allem auch für eTwinning-Einsteiger und basiert auf dem Projekt "Digital Positive News Magazine".

Details

Unterrichtsfächer: Englisch/Fremdsprachen, ein fächerübergreifender Einsatz (Geschichte, Politik, Wirtschaft) ist möglich
Altersgruppe: Jahrgang 8 bis 10
Dauer: 9 Monate
Eingesetzte Werkzeuge: Answergarden, ISSUU, Padlet, Socrative, Tricider
Autorin: Sandra Paul

Startet einen DateidownloadProjektkit zum Download [PDF, 730 KB]

Don’t bully, act kindly, live happily

Thema des Projektes ist ein Phänomen, das in verschiedenen Formen an wohl allen Schulen vorkommt – Mobbing. Die Schüler setzen sich mit Formen und Auswirkungen von Mobbing auf vielfältige Weise auseinander und versuchen verschiedene Lösungsansätze zu finden.

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Unterrichtsfächer: Fremdsprache, Ethik/Religion, Kunst, Sozialwissenschaften
Altersgruppe: 12-15 Jahre
Niveau: mittelschwer
Dauer: 6-9 Monate
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Text- und Bildbearbeitungssoftware, Youtube, Voki, Wordcloud generators (Tagxedo, wordle, tagul), Mindmapping Apps (popplet), Software zur Produktion der Audiofiles (audacity, vorinstallierte Apps auf Smartphones der Schüler), e-Book creator (issuu)
Autorin: Andrea Ullrich

Opens external link in new windowZum Projektkit

Initiates file downloadProjektkit zum Download [PDF, 161KB]

Planspiel zur Julikrise 1914

Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, die internationale Krise im Juli 1914 mit friedlichen Mitteln beizulegen und somit den Ausbruch des 1. Weltkrieges zu verhindern. Ausgangslage sind die historischen Gegebenheiten Ende Juni 1914 und das Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajewo.
Durch den abschließenden Vergleich zwischen den historischen und den eigenen Entscheidungsprozessen sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, welche politischen Entscheidungen zum Versagen des historischen Krisenmanagements führten.

Details

Unterrichtsfächer: Geschichte, Politik
Altersgruppe: 14-18 Jahre
Niveau: fortgeschritten
Dauer: ca. 1 Schuljahr
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Präsentations-Software, Video, Bilder und Zeichnungen, Forum, Videokonferenz
Autorin: Heidi Ahlers

Projektkit als PDF zum Download_DE [deutsche Version, 177 KB]
Projektkit als PDF zum Download_EN [englische Version, 193 KB]

Projektkit als PDF zum Download_FR [französische Version, 180 KB]

My next door neighbour is a European

Das Projekt entwickelt das Konzept der "Nachbarschaft" in Richtung benachbarte Länder und Europäische Union weiter, damit die Schülerinnen und Schüler im Verlauf des Projekts ein besseres Gefühl für die Notwendigkeit eines interkulturellen Verständnisses entwickeln und ihr Vorwissen über Europa ausbauen.

Details

Unterrichtsfächer: Fächerübergreifend, Fremdsprachen, Geschichte, Sozialkunde, Politik, Erdkunde, Philosophie, Bürgerinnen und Bürger
Altersgruppe: 10-13 Jahre
Niveau: einfach
Dauer: ca. 1 Jahr
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Präsentations-Software, Video, Bilder und Zeichnungen, Forum, Videokonferenz
Autorin: Beate Vollmer

Projektkit zum Download [PDF, 200 KB]

Our Political Party

Die Lernenden (Altersgruppe 14-16 Jahre) setzen sich mit dem Begriff "Bürgerschaft" und mit demokratischen Werten auseinander. Gemeinsam mit den Projektpartnern entwerfen sie das Konzept für eine politische Partei.

Details

Unterrichtsfächer: Fächerübergreifend, Fremdsprachen, Geschichte, Sozialkunde, Politik, Erdkunde, Philosophie, Bürgerinnen und Bürger
Altersgruppe: 14-16 Jahre
Niveau: mittel
Dauer: ca. 1 Jahr
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Präsentations-Software, Video, Bilder und Zeichnungen, Forum, Videokonferenz
Autorin: Beate Vollmer

Startet einen DateidownloadProjektkit zum Download [PDF, 196 KB]

Europia - Europe tomorrow

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit ihrer eigenen Stadt. Darauf aufbauend entwickeln sie eine eigene Vision für die Zukunft einer Stadt oder Gesellschaft.

Details

Unterrichtsfächer: Fächerübergreifend, Fremdsprachen, Geschichte, Sozialkunde, Politik, Erdkunde, Philosophie, Bürgerinnen und Bürger
Altersgruppe: 17-21 Jahre
Niveau: mittel
Dauer: ca. 1 Jahr
Zu verwendende Werkzeuge: TwinSpace, Präsentations-Software, Video, Bilder und Zeichnungen, Forum, Videokonferenz
Autorin: Beate Vollmer

Startet einen DateidownloadProjektkit zum Download [PDF, 206 KB]

Praxisbericht

Susanne Zieglmeier berichtet von ihrem Projekt am Comenius-Gymnasium Deggendorf (Bayern)

Projektbeschreibung

Der Titel des Projektes „transire: Grenzen interaktiv überschreiten – superare i confini cooperativamente“ trägt bereits die gesamte Dimension unserer Arbeit in sich.

Seit November 2009 arbeiten wir daran, uns mithilfe der uns zur Verfügung stehenden eTwinning-Plattform und der darin verfügbaren Werkzeuge näher kennen zu lernen, aufeinander zuzugehen und dadurch Grenzen zu überschreiten. Am Ende soll eine virtuelle Achse Bulgarien – Deutschland – Italien entstanden sein.

An dem Projekt sind drei Schulen beteiligt:

  • Bulgarien: Finanz-Wirtschaftsgymnasium Vassil Levski in Dobrich, Svetlana Varbanova
  • Deutschland: Comenius-Gymnasium in Deggendorf, Susanne Zieglmeier
  • Italien: ISIS Polo "Rizzarda" e "Colotti" in Feltre, Nicolò Raffone

Partner finden

Ab Schuljahresanfang bediente ich mich der Hilfsmittel, die eTwinning zur Verfügung stellt.

Suche auf der europäischen eTwinning-Seite

  • auf der Homepage www.eTwinning.net
    Mit meinem Versuch, Stichpunkte anzuklicken oder gezielt nach Themen bzw. Ländern oder über die Landkarte nach Orten zu suchen, war ich nicht sehr erfolgreich. Die Flut an Ergebnissen lähmte mich erst einmal.
  • im eTwinning-Desktop im Reiter "Partnersuche"
    Durch Eingeben eines griffigen Stichwortes (ich hatte mich für "interkulturelles Lernen" bzw. "interkulturelle Kompetenz" entschieden) konnte ich das Suchergebnis eingrenzen. Jetzt begann die eigentliche Suche, und da ich keine konkreten Projektideen hatte, sondern nur wusste, dass meine Schüler über ihre Fremdsprache Italienisch mit jungen Europäern kommunizieren sollten, hielt ich das Thema eher vage. Ich las mir viele Profile durch, überlegte  zwischenzeitlich auch, ob ich das Projekt nicht in einer anderen Sprache durchführen sollte als auf Deutsch und Italienisch, und stieß dann per Zufall auf Svetlana Varbanova. Ende September fragte ich bei ihr an, ob ich sie in meine Kontaktliste aufnehmen dürfe. Svetlana bejahte, seit Anfang Oktober steht sie in meiner Kontaktliste.

Als nächstes setzte ich eine kleine Nachricht für Svetlana auf deren Schwarzes Brett: "Hallo, Svetlana, deine Projekte interessieren mich, ich würde mich über einen Gedankenaustausch freuen." Gleichzeitig schrieb ich sie mit ähnlichem Wortlaut über die eTwinning-Mailfunktion an und erhielt erfreulicherweise sofort eine Antwort.

eTwinning-Mailfunktion

Die eTwinning-Mailfunktion bietet einige Vorteile, ist jedoch recht sachlich und einfach gehalten, sodass Svetlana und ich uns schnell darauf einigten, dass weiterer Mailaustausch über unsere privaten Mailaccounts laufen sollte.

Die gemeinsame Projektidee entstand nach und nach, anfangs tauschten wir unsere Ideen und Erfahrungen aus und erläuterten uns gegenseitig unsere Lernziele. Das erfolgte in der Regel über privaten Mailkontakt, wenn die Antwort zu lange auf sich warten ließ, auch über das Mailprogramm des Desktops. Parallel dazu standen wir in regem Kontakt mit unseren Schülern, die von Anfang an aktiv beteiligt werden sollten. Es dauerte aber doch insgesamt zwei Monate, bis aus unseren Ideen ein Konzept für ein gemeinsames Projekt entstanden war. Nun galt es noch, zu klären, wer den Antrag auf Genehmigung des Projektes stellt. Im konkreten Fall übernahm ich diese Aufgabe. Mitte November war uns schließlich klar, wie wir die Ziele formulieren würden, sodass das Projekt erst am Monatsende von der Koordinierungsstelle genehmigt werden konnte.

Tipps von Susanne Zieglmeier

  • Von Anfang an sollte für Sie und Ihre Projektpartner klar sein, dass es sich um ein eTwinning- und nicht ein Comenius-Projekt handelt.

  • Rechnen Sie mit einigen Wochen bzw. Monaten Vorlauf, bevor das Projekt starten kann. Planen Sie dies bei der Jahresplanung mit ein.

  • Bedenken Sie, dass Ihre Projektpartner vielleicht nicht regelmäßig den eigenen Desktop besuchen, um nach Nachrichten im Mailprogramm oder auf dem Schwarzen Brett zu suchen. Es ist daher sinnvoll, auch über eine private Mailadresse Kontakt zu Ihren Partnern zu halten.

  • Einigen Sie sich von Anfang an darüber, ob neue Partnerschulen dazukommen sollen.

  • Binden Sie Ihre Schüler aktiv in den Entstehungsprozess ein: Diskussion über mögliche Interessensschwerpunkte, Gedankenaustausch u.ä.

Projektplanung

Da wir uns auf ein Sprachtandem geeinigt hatten mit den Brückensprachen Deutsch und Italienisch, war klar, dass ich nun verstärkt nach einer italienischen Partnerschule suchen musste. Dies gestaltete sich jedoch weitaus schwieriger, als ich gedacht hatte: Entweder das Alter der Schüler passte nicht, oder die italienischen eTwinner antworteten nicht oder waren nicht an eTwinning-, sondern an Comenius-Projekten interessiert.

Erkunden der eTwinning-Plattform

Unsere Schüler jedoch waren schon ganz neugierig und wollten unbedingt zu arbeiten anfangen, also beschlossen Svetlana und ich, dass wir uns erst einmal über die Plattform kennenlernen sollten.

Der TwinSpace  war für meine Schüler und mich eine Herausforderung,  wir verbrachten anfangs die meiste Zeit damit, die Möglichkeiten der einzelnen Werkzeuge auszuprobieren. Dafür trafen wir uns im Rahmen des Unterrichts zweimal pro Monat im Informatikraum der Schule und probierten einfach alles aus. Die Schüler konnten dann auch ihre eigenen Profile bearbeiten, Fotos einstellen und sich gegenseitig kleine Nachrichten schicken. Parallel dazu sammelten wir in der Vorweihnachtszeit Ideen dazu, worüber die Schüler sich unterhalten können.

Folgende Themen kristallisierten sich dabei auf deutscher Seite heraus:

  • Jugend und Subkulturen

  • Jugend und Musik

  • Festivalkultur

  • Studienreise nach Italien

  • Schule allgemein: Belastung durch die neue Oberstufe, Schülerrechte und –pflichten,

  • Schülerstreiks

  • Feste und Traditionen

  • Bedeutung der sozialen Netzwerke

  • Stellenwert des Handys im Leben

Zu diesem Zeitpunkt konnten wir auch noch keinen Zeitplan für unser Projekt erstellen, wir hatten ja noch gar nicht richtig mit der Projektarbeit angefangen. Klar war meinen Schülern und mir nur, dass wir als Vermittler fungieren sollten zwischen den bulgarischen und den italienischen Projektpartnern. Also verständigten sich meine Schüler mit den bulgarischen Partnern über mögliche Gemeinsamkeiten bei den Themen. Kurz vor Weihnachten kam dann endlich die feste Zusage von unserem italienischen Projektpartner Nicolò Raffone.

Tipps von Susanne Zieglmeier

  • Binden Sie schon in der Planungsphase Ihre Schüler mit ein. Das kann über Gespräche oder über konkrete Aktivitäten (z.B. Kennenlernen der Werkzeuge, Ausprobieren des Chatrooms ohne Beteiligung der Projektpartner u.ä.) erfolgen.
  • Verzagen Sie nicht, wenn das Projekt anfangs nur sehr träge läuft; alle Beteiligten benötigen eine Warmlaufphase.
  • Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihren Partnern, wann das Schuljahr zu Ende ist, und berücksichtigen Sie dies, sollte Ihr Projekt einen  begrenzten Zeitraum umfassen.
  • Geben Sie Ihren Schülern die Chance, möglichst viel selbst zu machen.
  • Vermeiden Sie zu viel Lenkung!

Projektdurchführung

Der wichtigste Schritt war für uns, dass die beteiligten Schüler sich gegenseitig kennen lernen. Generell kann man davon ausgehen, dass junge Menschen neugierige und versierte Nutzer von sozialen Netzwerken sind, sich daher auch mit Foto vorstellen und die Partner kennen lernen wollen.

Also sollte man genau hier anfangen:

  • Einstellen von Fotos der beteiligten Gruppen in den TwinSpace: Dafür haben wir die Aktivitätenordner "Die bulgarischen/ deutschen/ italienischen Teilnehmer" geschaffen.

  • Erstellen der persönlichen Profile mit Fotos von den Schülern  oder einem Stellvertreter, wie z.B. bei einer meiner Schülerinnen, die, um ihre Privatsphäre zu schützen,  relativ schnell ihr nettes Foto wieder aus dem Profil entfernte und durch das Schweinchen „Piggeldi“ ersetzte.

  • Ausprobieren der Werkzeuge und Möglichkeiten im TwinSpace: Bevor wir unsere Arbeit mit unseren europäischen Partnern aufnahmen, probierten meine Schüler erst untereinander die Möglichkeiten des Chattens im TwinSpace und des Bloggens aus.  Parallel dazu diskutierten wir Möglichkeiten und Grenzen des Projektes, ich informierte die Schüler zusätzlich über die Benimmregeln im Netz, die sogenannte „Netiquette".

Curriculare Einbindung

Ende Januar konnten wir dann so richtig arbeiten, der TwinSpace war eingerichtet, und auch unser öffentlicher Blog funktionierte. Die Arbeit im Projekt sollte für die deutschen Schüler lehrbuchbegleitend stattfinden, was  bedeutet, dass die Einträge bzw. Kommentare meiner Schüler in den folgenden Wochen auch sprachlich anspruchsvoller werden würden.

Außerdem standen nun die Lernziele fest:

Grobziele:

  • freier Umgang mit der Fremdsprache, ohne Leistungs- und Korrekturdruck

  • langsames Vertrautwerden der Jugendlichen mit den Möglichkeiten der eTwinning-Werkzeuge bis hin zum selbst gesteuerten Einsatz

  • Stärkung des Selbstvertrauens der beteiligten Jugendlichen und damit einhergehend Förderung des kreativen Umgangs mit der Fremdsprache und des selbst gesteuerten Arbeitens im TwinSpace

Feinziele (orientiert am Bayerischen Lehrplan für Italienisch als spät einsetzende Fremdsprache Q 11:)

Sprache

aktiver Einsatz der neu gelernten grammatischen Formen und Strukturen, Fähigkeit, auch komplexere Strukturen zu verstehen

Kommunikative Fertigkeiten

  • Leseverstehen: authentische Texte über vertraute, alltagsnahe Themen global und im Detail verstehen, Lesestrategien anwenden
  • Schriftliche Ausdrucksfähigkeit: Personen und alltagsnahe Sachverhalte in einfacher Form beschreiben, alltagsnahe Ereignisse und Erlebnisse in einfacher Form erzählen, Gefühle ausdrücken können, Meinungen artikulieren, Stellung beziehen, einfach alltagsnahe Schreibanlässe bewältigen
  • Sprachmittlung: alltagsnahe Schreibanlässe bewältigen (also hier konkret: Übertragen in die und aus der Fremdsprache)

Umgang mit Texten und Medien

Kennenlernen authentischer Texte unterschiedlicher Art, Erschließung von Texten, auch mit Hilfe von Strategien

Interkulturelles Lernen und Landeskunde

Erfolgt hier über das Bearbeiten schülerrelevanter Themen, Erfahren des Nachbar- bzw. Partnerlandes über die Sicht der Jugend, Erkennen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Methodenkompetenz

Selbstständiges Arbeiten (z.B. Einsatz von Hilfsmitteln wie Wörterbüchern, Einsatz von Web2.0-Werkzeugen, Methoden der Selbstkorrektur, Präsentationstechniken, Lernprozesse selbst organisieren, z.B. bei der Gruppenarbeit), Kontakt mit Muttersprachlern.

IKT-Einsatz

Einsatz der TwinSpace-Web2.0- Werkzeuge

Nachdem sich meine Schüler und ich mit allen verfügbaren Werkzeugen vertraut gemacht hatten, kristallisierten sich bald zwei Lieblingswerkzeuge heraus: Chat und Blog.

Chatten

Bei unseren zwei großen Chat-Terminen hatten wir alle sehr viel Spaß, wir mussten viel lachen, besonders beim ersten Mal, weil es ziemlich chaotisch lief: Alle angemeldeten Teilnehmer tippten wild gleichzeitig ihre Kommentare ein, sodass die Antworten nicht zusammenpassten. Also mussten wir erst lernen, dass es wichtig ist, ein festes Thema zu haben, über das man chatten kann. Vielleicht sollte man auch eine Art Diskussionsleiter bestimmen. Wir Lehrer versuchten beim zweiten Mal, die Kommunikation zu lenken, doch wäre es sicher sinnvoller, wenn jeweils ein Schüler die Leitung übernimmt.

Gerade die stillen und schüchternen Schüler, die sich in der Sprache nicht so sicher fühlen, chatten gerne, weil sie merken, dass auch mit ein paar Wort- und Satzfetzen, die man mit Icons oder Emoticons versieht, echte Kommunikation in der Fremdsprache möglich ist.

Tipps von Susanne Zieglmeier

  • Festen Chat-Termin mit den Partnern ausmachen, dabei auch die Dauer festsetzen und
  • diesen Termin in den Kalender im TwinSpace eintragen
  • Am Tag des Chats noch einmal alle Beteiligten erinnern (Erinnerungsfunktion im Kalender aktivieren!)
  • Bei einem Chat am Abend: damit rechnen, dass nicht alle Schüler gleichzeitig online sein können, weil nicht jedes Elternhaus über die gleichen technischen Mittel verfügt
  • Anfang und Ende des Chat klar definieren, etwa mit einer Einleitungs- oder Schlussformel

Blog im TwinSpace

Je vertrauter die Schüler mit der Plattform sind, desto aktiver wird ihre Beteiligung im Blog. Mir ging und geht es vor allem darum, dass meine Blogger etwas auf Deutsch und Italienisch einstellen bzw. auf einen deutschen oder italienischen Beitrag antworten. Da die jungen Menschen mit Begeisterung bloggen, finden sie hier einen geschützten Raum, in dem sie sich mit ihren bulgarischen und italienischen Partnern austauschen können.

Tipps von Susanne Zieglmeier

  • Gängeln Sie Ihre Schüler nicht! Lassen Sie ihnen Freiraum! Trauen Sie ihnen viel zu!
  • Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, die Blogeinträge Ihrer Schüler zu verbessern. Sollten die Einträge aufgrund von sprachlichen Fehlern unverständlich sein, werden sich die europäischen Partner schon melden. Ziel: Autokorrektur!

Webinhaltsanzeige

Eine besondere Herausforderung stellte für uns anfangs das Erstellen einer Webinhaltsanzeige dar. Die Schüler mussten sich dieses Werkzeug zusammen mit mir erarbeiten, es galt ja auch, die entsprechenden, dafür nötigen externen Hilfen auf ihre Qualität zu testen z.B. blip.tv oder youtube. Deshalb steht nun ein kleiner Hilfsfilm in unserem TwinSpace, damit jeder Interessierte immer mal wieder nachsehen kann, wie das Einbetten funktioniert.

Projekterlebnisse

Frustrationen aushalten

Immer wieder werden Sie in Situationen geraten, in denen Sie überfordert sind mit der Aufgabe, die Sie sich selbst gestellt haben, in denen Ihnen nichts mehr einfällt, in denen Sie oder Ihre Schüler Probleme egal welcher Art haben.

Für diese Momente haben wir unsere Kummerecke eingerichtet. Nina hat nach ihrer Italienreise folgendes Dokument eingestellt:

„Sono frustrata perché…

  • ...vorrei tornare in Italia dove sono stata la settimana scorsa e é stato cosí stupendo!
  • ...domani devo andare a scuola!
  • ...dopo la scuola ho un appuntamento dal dentista e odio questo!
  • ...il weekend é stato troppo breve!
  • ...ho sempre cosí tanto stress e devo imparare cosí molto che quasi non posso fare qualcosa bello!
  • ...devo scrivere un articolo tedesco fino a domani e non ho ancora cominciato!

La sola cosa bella oggi é il tempo meraviglioso!
Spero che resta cosí!

Aber auch wir Lehrer haben hier die Gelegenheit, unsere persönlichen Frustrationen zu verbalisieren, was ich unbedingt einmal tun musste, weil nichts funktionieren wollte:

"22. Januar 2010, 12.05 bis 13 Uhr im Computerraum der Schule…

Frust-Dokumentation:

  • Die LAN-Verbindung (IKT-Glossar) ist zu langsam!
  • Christine hat immer noch keinen Account ( IKT-Glossar) !
  • Ich kann nicht auf die Workstation umschalten!
  • Wo ist der Knopf für die Lautsprecher?
  • Muss ich wirklich wieder einen google-Account einrichten?"
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