Einblicke in die Zeit als Fremdsprachenassistenz
Wie würdest du deine Zeit als FSA beschreiben?
Mein Jahr als FSA war sehr prägend. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, neue Interessen entwickelt und soziale Kompetenzen erworben, die ich an der Universität in England nicht erworben hätte. Diese Erfahrungen haben mir die Augen für andere Kulturen und Perspektiven geöffnet. Durch meine Arbeit an der Schule habe ich mich entschieden, nach dem Studium als Fremdsprachenlehrerin zu arbeiten. Ich würde dieses Programm auf jeden Fall anderen Leuten empfehlen, weil man so viel lernen kann und gleichzeitig Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, eine Fremdsprache mit einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler praxisnah zu erlernen und etwas über andere Kulturen zu lernen.
Wie sah ein gewöhnlicher Tag an der Schule aus?
Im Vergleich zu den Schultagen in England, die später beginnen und enden, haben die ersten Stunden an meiner deutschen Schule bereits um 7:50 Uhr begonnen. Mein Arbeitstag endete allerdings bereits am frühen Nachmittag. Normalerweise habe ich drei bis fünf Stunden pro Tag ausgeholfen. Dazwischen hatte ich immer wieder freie Stunden, die ich für die Vorbereitung und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen genutzt habe. Da ich mit allen Altersgruppen von der 5. bis zur 10. Klasse gearbeitet habe, war jede Stunde unterschiedlich, was für mich toll war! In den 5. und 6. Klassen haben die Lehrerinnen manchmal eine Aktivität vorbereitet, die ich mit den Schülerinnen und Schülern durchführen konnte. Manchmal haben sie mich auch gebeten, ein kurzes Spiel zu erstellen, um Vokabular oder Grammatik zu üben. Die Lehrerinnen der 7. bis 10. Klassen haben mir die Möglichkeit gegeben, die ganze Stunde vorzubereiten und zu unterrichten, da ich erwähnt hatte, dass ich nach dem Studium als Fremdsprachenlehrerin arbeiten möchte. Die Lehrerinnen haben mich stets dabei unterstützt, mich und meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Deshalb waren diese Stunden eine wertvolle Gelegenheit für meine Arbeitserfahrung.
Hannah
Ort: Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim (Deutschland)
Schulform: Sekundarstufe
Dauer: sieben Monate
„Excellent“
Ich habe gar nicht gemerkt, wie oft ich englische Ausdrücke wie zum Beispiel „excellent“ verwende, bis meine Schülerinnen und Schüler diese Wörter gelernt und nachgesprochen haben. Einmal hat eine Schülerin mich gefragt: „Frau Wiggers, ist „excellent“ Ihr Lieblingswort?“ Bevor ich antworten konnte, hat meine Mentorin „ja“ gesagt und wir haben viel gelacht. Vielleicht würden die Schülerinnen und Schüler der Englisch-AG sagen, dass ihr Lieblingsausdruck „wey aye man“ oder „propa canny“ ist, weil wir einige Ausdrücke meines Geordie-Dialekts gelernt haben. Diese Ausdrücke bedeuten „ja“ und „wirklich gut“.
Wie viele Stunden arbeitest du an der Schule?
Ich hatte einen Stundenplan mit zwölf Stunden pro Woche und konnte den Großteil meiner Vorbereitung in der Schule erledigen. Die restliche Vorbereitung konnte ich unterwegs im Zug oder am Abend erledigen. Es gab viele Möglichkeiten, an anderen Schulveranstaltungen teilzunehmen, diese waren jedoch freiwillig. Deshalb konnte ich meine Arbeit an der Schule sowie meinen Aufenthalt in Deutschland wirklich genießen, da ich nie zu viel Arbeit hatte.
Wie lief eine gewöhnliche Woche bei dir ab?
Ich hatte von Dienstag bis Donnerstag Unterricht, also hatte ich von Freitag bis Montag frei. Mit meinem Deutschlandticket war ich oft unterwegs und habe viele Städte und Orte besucht. So habe ich auch viele neue Interessen entwickelt und neue Freundschaften geschlossen. Ich habe Wanderungen unternommen und Freunde besucht, mit denen ich viele tolle Konzerte besucht habe. Auch wenn ich etwas für die Schule vorbereiten musste, konnte ich dies oft unterwegs im Zug erledigen, sodass ich meine Freizeit in Deutschland gut nutzen konnte.
Welche Aktivitäten hast du durchgeführt?
Zweimal pro Woche arbeitete ich bei kleineren Schülergruppen, um Gespräche auf Englisch zu üben, und einmal pro Woche organisierte ich eine englische Arbeitsgruppe für die 10. Klasse. Dabei hatten wir viel Spaß! An der Bonfire Night sind wir der britischen Tradition gefolgt, einen sogenannten Guy zu erstellen. Kurz vor Weihnachten haben wir Minzkuchen und Terry’s Chocolate Orange gegessen und Knallbonbons geöffnet, währenddessen haben die Schülerinnen und Schüler auf Englisch gesprochen. Neben dem Schulalltag gab es manchmal Besprechungen sowie freiwillige Veranstaltungen, wie zum Beispiel den Tag der offenen Tür und ein Kennenlernfrühstück bei der 5. Klasse. Ich habe es immer wirklich genossen, mitzumachen. Es hat mir wirklich gut gefallen, dass jeder Tag etwas Neues gebracht hat.
Mehr über das Programm
Hier gibt es alle Informationen über das Programm für Fremdsprachenassistenz.
„Man kann so viel lernen“
Ich würde das Fremdsprachenassistenzkräfteprogramm (FSA) auf jeden Fall anderen Leuten empfehlen, weil man so viel lernen kann und gleichzeitig Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, eine Fremdsprache mit einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler praxisnah zu erlernen und etwas über andere Kulturen zu erfahren.
Hoch hinaus
Eine besondere Gelegenheit bot Hannah ihren Schülerinnen und Schülern mit dem britischen Politiker - Councillor Alex Neil, der live per Videoanruf direkt ins Klassenzimmer geschaltet wurde. Dabei hatte die Klasse die Gelegenheit viele Fragen zu stellen. Hier gibt es weitere Infos.
In einem Interview mit der Schwetzinger Zeitung hat Hannah über ihre Zeit als Fremdsprachenassistentin und ihre Pläne nach ihrer Zeit in Deutschland erzählt. Hier nachlesen.
Mehr über das Programm
Hier gibt es alle Informationen über das Programm für Fremdsprachenassistenz.
