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Für Studierende aus Deutschland

Für mindestens fünf Monate praktische Unterrichtserfahrung im Ausland sammeln und auch noch dafür bezahlt werden? Das geht: Bewerben Sie sich einfach beim Pädagogischen Austauschdienst als Fremdsprachenassistenzkraft, kurz: FSA. Je nach Einsatzland unterstützen Sie für fünf bis 11 Monate die Deutschlehrkräfte an ausländischen Schulen, in einigen Zielländern an Hochschulen. Als authentisches Vorbild begeistern Sie die Lernenden für die deutsche Sprache und für Deutschland.

Als FSA erhalten Sie wertvolle Einblicke in das Bildungswesen und die Unterrichtsmethoden Ihres Gastlandes. Diese Praxisphase ist damit für Sie als angehende (Fremdsprachen-)Lehrkraft eine intensive sprachliche und methodisch-didaktische Fortbildung. Zur Finanzierung: Ihren Einsatz von ca. 12 Wochenstunden unterstützt das aufnehmende Land mit einem monatlichen Unterhaltszuschuss, der in der Regel die Lebenshaltungskosten abdeckt.

Die Bewerbungsphase für das Austauschjahr 2021/2022 ist abgeschlossen. Informationen zur nächsten Bewerbungsphase finden Sie hier voraussichtlich ab August 2021.

  • Voraussetzungen

    Wer kann sich für eine Assistenzzeit im Ausland bewerben?

    Das Programm richtet sich vor allem an Lehramtsstudierende der fremdsprachlichen Fächer Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Für einige Zielländer können sich auch Diplom- und Lehramtsstudierende anderer Fächerverbindungen mit entsprechenden Sprachkenntnissen bewerben.

    Alle wichtigen Informationen rund um das FSA-Programm haben wir in unserer Broschüre "Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten" zusammengefasst; Hinweise zur Bewerbungsphase für das Austauschjahr 2022/2023 stellen wir ab August 2021 zur Verfügung.

  • Bewerbung

    Wie kann ich mich als FSA bewerben?

    Allgemeine Informationen zum Programm finden Sie in unserer  Informationsbroschüre "Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten" (Stand Juli 2020).

    Informationen zur nächsten Bewerbungsphase finden Sie hier voraussichtlich ab August 2021.

  • Finanzierung

    Wie ist das mit der Finanzierung der Assistenzzeit?

    Das aufnehmende Land unterstützt Ihren Einsatz als Assistenzkraft mit einem monatlichen Unterhaltszuschuss; in der Regel deckt dieses Stipendium die Lebenshaltungskosten ab.

    Die Reisekosten (und ggf. Kosten für Visa/Aufenthaltsgenehmigung/Arbeitserlaubnis) müssen von den FSA selbst getragen werden. Für die USA und Norwegen gelten besondere Regelungen.

  • Erfahrungen

    Welche Erfahrungen sammeln Studierende als FSA im Praktikum an einer ausländischen Schule?

    Wir bauen um für Sie! Nach und nach stellen wir hier Erfahrungsberichte und Links zu Blogs von Programmteilnehmer*innen ein, die von ihrem Auslandspraktikum an einer Schule oder Hochschule berichten. Schauen Sie einfach immer mal wieder vorbei - es lohnt sich.

    FSA in Zeiten von Corona

    Ihren Aufenthalt in Irland musste sie abbrechen, die Loreto Secondary School in Ballynagee unterstützt Louisa wie viele andere FSA jedoch weiterhin online. Lesen Sie Berichte von Studierenden, wie sie mit der aktuellen Situation in der Corona-Krise umgehen. [PDF, 725 kb]

     

    Irland

    Irland, Land der Sehnsucht

    Meine Zeit als FSA im County Dublin

    Céad Míle Fáilte – A Hundred Thousand Welcomes– ist ein Satz, der in Irland oft die Eingänge der Häuser schmückt. Wer die Grüne Insel schon einmal besucht hat, der weiß auch, was gemeint ist. Man betrete einen beliebigen Pub, bestelle ein Guinness und spätestens, wenn das gezapfte Getränk vor einem steht, ist man schon in ein Gespräch verwickelt. Die Gastfreundlichkeit der irischen Bevölkerung ist weithin bekannt und Irland spätestens seit Heinrich Bölls berühmtem Irischen Tagebuch ein Sehnsuchtsland der Deutschen. Böll warnt zu Beginn des Buchs: „Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor“ (Heinrich Böll: Irisches Tagebuch, dtv 1961). Dennoch hat mich das Land in den acht Monaten, in denen ich als FSA im Norden Dublins war, immer wieder mit seiner atemberaubenden Landschaft beeindruckt. Éire, wie die Insel in der ersten Amtssprache Gaeilge (Irisch-Gälisch) heißt, hat auch mich in seinen Bann gezogen.

    Dublin und Umgebung

    Besucht hatte ich Irland schon mehrmals. Umso glücklicher war ich, als ich vom PAD die Zusage für den Aufenthalt 2018/19 bekommen habe – und dazu war ich noch im Großraum Dublin eingesetzt. Genauer in den Küstenorten Rush und Skerries. Diese liegen im Norden der Stadt, sind aber noch an den Dublin Bus angeschlossen. Die Nähe zu Dublin war für mich ein besonderes Highlight, hatte ich doch die Stadt bei meinen früheren Besuchen schon ins Herz geschlossen. In der Nähe von Dublin wohnen heißt: Spaziergänge am Fluss Liffey, Besuche im altehrwürdigen Abbey Theatre, Flanieren auf der O’Connell Street, in (irischen) Büchern stöbern und Kaffee trinken in Books Upstairs in 17 D’Olier Street, ein bisschen Universitätsluft schnuppern auf dem Campus des Trinity College. Und selbstverständlich Eintauchen in die unzähligen Pubs, die man auch gerne schon ab nachmittags besuchen kann. Über meine Mentorin vor Ort hatte ich auch unkompliziert ein Zimmer zur Untermiete in Rush gefunden, nur zwei Minuten vom Strand entfernt und in der Nähe einer der Schulen, St Joseph’s Rush. Zweimal die Woche war ich auch am Skerries Community College eingesetzt, welches mit dem Bus in 15 Minuten zu erreichen war.

    „Ich finde Deutsch klasse!“

    Zwölf Stunden die Woche war ich in den Schulen tätig, meist als Assistentin der Lehrperson im Unterricht. In Irland gibt es an fast allen Schulen Schuluniformen, und auch ich hatte bestimmte Kleiderregeln zu beachten. Während die Schülerinnen und Schüler in Königsblau erschienen (die Mädchen mit Rock und Kniestrümpfen, die Jungen mit grauen Hosen), durfte ich zwar die Farben meiner Wahl tragen, aber keine Jeanshosen und keine Schuhe aus Stoff. Eine Umstellung für meine Garderobe! Meine Aufgaben an den Schulen waren vielfältig: Sätze vorsprechen, Spiele vorbereiten, über landeskundliche Themen sprechen und mit einzelnen Schülerinnen und Schülern oder Kleingruppen üben. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich im irischen Lehrplan zurechtzufinden, den Ablauf der Stunden zu verstehen und meine Rolle im Klassenzimmer zu finden. Die genauen Aufgaben einer FSA sind nicht festgelegt, sondern werden mit den jeweiligen Lehrpersonen ausgehandelt. Das lässt einem auf der einen Seite viel Freiraum bei der Gestaltung der Zusammenarbeit und bietet die Möglichkeit, eigene Vorschläge und Vorstellungen in die Arbeit als FSA einzubringen. Auf der anderen Seite können dadurch Unsicherheiten in Bezug auf die eigene Rolle im Klassenraum entstehen – und leider kann auch die Absprache mit den FSA in einer für die Lehrpersonen sehr vollen Schulwoche zeitlich schwierig sein. Bei mir gab es dadurch manchmal Unklarheiten bei der Vorbereitung und ich musste dann spontan auf den Unterricht und die Anforderungen reagieren. Nicht immer eine leichte Aufgabe, aber auf jeden Fall eine gute Vorbereitung auf den späteren Schulalltag als Lehrperson. Wenn man selbst schon ein wenig Erfahrung im DaF-Unterricht gesammelt hat oder jemanden kennt, kann es sich lohnen, schon vorher ein bisschen (digitales) Material zu sammeln. Besonders landeskundliche Informationen sind für die Schülerinnen und Schüler interessant, zum Beispiel die Traditionen rund um Weihnachten. Ich selbst habe viel mit PowerPoint-Präsentationen gearbeitet, bei denen ich die Vokabeln direkt mit Bildern verbinden konnte. Außerdem habe ich ab und zu in den Mittagspausen einen „Deutsch-Klub“ angeboten, der gerade bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern gut ankam. Dort konnten wir uns lockerer Atmosphäre auf Deutsch unterhalten, Vokabeln üben oder Spiele spielen.

    Schule in Irland

    Das irische Schulsystem funktioniert ganz anders als das, was ich von Deutschland kenne. Das Schuljahr beginnt im September und geht bis Mai, dann sind drei Monate Sommerferien. Die Secondary School, also die weiterführende Schule beginnt mit dem First Year und endet mit dem Sixth Year, an dessen Ende die Schülerinnen und Schüler das Leaving Certificate (vergleichbar dem deutschen Abitur) schreiben. Da die irischen Schulen Gesamtschulen sind, gibt es für die Prüfung am Ende verschiedene Level, denen die Schülerinnen und Schüler je nach Leistung und Fach zugeordnet sind. Der Unterricht erfolgt aber gemeinsam, was eine spannende Herausforderung darstellt. Neben dem Leaving Certificate gibt es nur eine weitere benotete Prüfung: das Junior Certificate nach dem Third Year, also nach drei Jahren weiterführende Schule. Diese Certificates sind irlandweit gleich und werden nicht von der eigenen Lehrperson korrigiert, sondern anonym von anderen Lehrpersonen in Irland. Auch wenn es zwischendrin Schulaufgaben gibt, sind diese als Rückmeldung an die Schülerinnen und Schüler gedacht und zählen nicht in die letztliche Note. Das hat zur Folge, dass es viel ‚teaching to the test‘ gibt. Die Vorbereitung auf die Themen und Aufgabenformen dieser zwei Certificates steht meistens im Vordergrund des Unterrichts. Dieses System war für mich anfangs irritierend, gerade auch der Punkt, dass die Lehrpersonen keinen Einfluss auf die letztendlichen Noten ihrer jeweiligen Schülerinnen und Schüler haben. Die zwei Lehrerinnen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sahen darin kein Problem, im Gegenteil. Die Begründung war besonders interessant: Da Irland ein sehr kleines Land ist (knapp fünf Millionen Einwohner in 2019), kennen sich gerade in den ländlichen Regionen die Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern der Schülerinnen und Schüler meistens oder sind sogar verwandt. Dadurch könnten die Lehrpersonen in Interessenskonflikte bei der Benotung kommen. Diese Problematik wird umgangen, indem die Klausuren anonym in einem anderen Teil Irlands korrigiert werden.

    Wild Atlantic Way, Geschichtliches, und immer wieder traumhafte Landschaften

    Von Montag bis Donnerstag war ich an der Schule, am Freitag war mein freier Tag. Das bedeutete: ein langes Wochenende, in dem ich die Emerald Isle, wie der poetische Name Irlands lautet, entdecken konnte. Über das Goethe-Institut in Dublin habe ich auch schon früh die anderen in Irland eingesetzten FSA kennengelernt und so schnell Leute gefunden, die mit mir reisen wollten. Oft hat es mich an die Westküste gezogen, wo die Wellen des Atlantiks um einiges stürmischer sind als die meist ruhige Irische See im Osten. Ich hatte mir vorgenommen, während meiner Zeit in Irland einmal den Wild Atlantic Way abzufahren. Das ist eine 2500 Kilometer lange Küstenstraße, die sich von Kinsale im Süden der Insel immer an der Atlantikküste entlang über die Counties Kerry, Clare, Galway, Mayo, Sligo und Donegal bis zum nördlichsten Punkt Irlands, Malin Head, schlängelt. Sie ist durchgängig ausgeschildert und am besten mit dem Auto zu erkunden. Ein eigenes Auto hatte ich zwar nicht dabei, aber dank des nahen Dubliner Flughafens konnte ich für die Wochenenden und die Ferien Autos mieten.

    An der Westküste lassen sich sogenannte Gaeltachts finden, Gebiete, in denen noch vorrangig Irisch-Gälisch gesprochen wird. Wie schon erwähnt, ist das die erste Amtssprache der Republik Irland. Sie ist auch die erste Fremdsprache, die irische Schülerinnen und Schüler in der Schule lernen, ist aber bis auf wenige Begriffe und Wendungen aus dem Alltag verschwunden. Die traditionelle irische Kultur wird in den Gaeltachts aufrechterhalten, neben der Sprache findet man dort auch viel traditionelle irische Musik und den Ceílí, irischen Volkstanz. Und dazu natürlich atemberaubende Landschaften. Ein Ausflug an die Westküste lohnt sich also immer!

    Es gibt aber auch andere Ecken rund um die Insel, die jederzeit einen Besuch wert sind. Südlich von Dublin gibt es die Wicklow Mountains mit vielen Wanderwegen und dem Tal Glendalough mit See und einer tausend Jahre alten Klostersiedlung. Geschichtlich interessant (und mit dem Brexit wieder in der Diskussion) ist das Verhältnis der Republik Irland zu den sechs Counties Nordirlands mit der Hauptstadt Belfast. In Belfast lassen sich nach wie vor die Mauern besichtigen, die früher die katholischen und die protestantischen Stadtviertel trennten. Auch in Dublin finden sich zahlreiche Orte, an denen man sich über Irlands Weg in die Unabhängigkeit informieren kann. Wer Natur sucht, wird immer fündig. Mein Tipp: Noch beeindruckender als die berühmten Cliffs of Moher sind meiner Meinung nach die Klippen von Slieve League im County Donegal. Sie gehören zu den höchsten Seeklippen Europas und bieten in der Tat einen beeindruckenden Anblick! Der oben genannte Heinrich Böll hingegen hat Achill Island vorgezogen, eine mit dem Festland durch eine Brücke verbundene Insel vor der Küste des County Mayo, wo er ab den 1950er Jahren mit seiner Familie die Sommer verbrachte.

    Geht also selbst auf Entdeckungsreise nach Irland! Es lohnt sich in jedem Fall. Ich habe von meinem Aufenthalt dort viele unvergessliche Erinnerungen mitgenommen, von denen ich noch immer zehre. Irland ist auch mein Sehnsuchtsland geworden – ich werde wiederkommen.

    Allen, die sich für einen Aufenthalt dort entscheiden, wünsche ich: Good craic and an chuid is fearr!

    Deborah

  • Termine

    Termine und Fristen

    Alle Termine von der Bewerbung bis zur Teilnahme am FSA-Programm finden Sie auf folgenden Seiten:

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