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Für Studierende aus Deutschland

Für mindestens fünf Monate praktische Unterrichtserfahrung im Ausland sammeln und dafür bezahlt werden? Das geht: Bewerben Sie sich einfach beim Pädagogischen Austauschdienst als Fremdsprachenassistenzkraft, kurz: FSA. Je nach Einsatzland unterstützen Sie für fünf bis elf Monate die Deutschlehrkräfte an ausländischen Schulen, in einigen Zielländern an Hochschulen. Als authentisches Vorbild begeistern Sie die Lernenden für die deutsche Sprache und für Deutschland.

Als FSA erhalten Sie wertvolle Einblicke in das Bildungswesen und die Unterrichtsmethoden Ihres Gastlandes. Diese Praxisphase ist damit für Sie als angehende (Fremdsprachen-)Lehrkraft eine intensive sprachliche und methodisch-didaktische Fortbildung. Zur Finanzierung: Ihren Einsatz von ca. 12 Wochenstunden unterstützt das aufnehmende Land mit einem monatlichen Unterhaltszuschuss, der in der Regel die Lebenshaltungskosten abdeckt.

Alle wichtigen Informationen rund um das FSA-Programm finden Sie in unserer Infobroschüre "Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten" (Stand Juli 2022).

Die Bewerbungsfrist für das FSA-Programm 2023/24 ist abgelaufen.
Voraussichtlich ab August 2023 können Sie sich für das Austauschjahr 2024/25 bewerben.

Allgemeine Informationen zum FSA-Programm

Zielgruppe

Das Programm richtet sich vor allem an Lehramtsstudierende der fremdsprachlichen Fächer Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Für einige Zielländer können sich auch Lehramtsstudierende anderer Fächerverbindungen mit entsprechenden Sprachkenntnissen bewerben.

Alle wichtigen Informationen rund um das FSA-Programm haben wir in unserer Infobroschüre "Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten" zusammengefasst.

Finanzierung

Das aufnehmende Land unterstützt Ihren Einsatz als Assistenzkraft mit einem monatlichen Unterhaltszuschuss, der in der Regel die Lebenshaltungskosten einer Person abdeckt.

In unserer Infobroschüre "Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten" fnden Sie Details zu den einzelnen Zielstaaten und Hinweise darauf, welche Kosten ggf. von den FSA selbst zu tragen sind.

Termine und Fristen

Hier finden Sie alle Termine von der Bewerbung bis zur Teilnahme am FSA-Programm:

Fragen und Antworten zum FSA-Programm

Bewerbungsvoraussetzungen, Fremdsprachenkenntnisse

Muss ich für die Teilnahme am FSA-Programm immatrikuliert sein?
Nein. Grundsätzlich können Sie auch teilnehmen, wenn Sie bereits exmatrikuliert sind und noch nicht als festangestellte Lehrkraft arbeiten (z.B. zwischen Bachelor und Master, zwischen Master und Referendariat oder nach dem Referendariat).

Ich habe mich früher schon einmal für das FSA-Programm beworben: was muss ich beachten?
Die folgenden Regelungen gelten für alle, die sich erneut bewerben, unabhängig vom Grund für eine erneute Bewerbung:

  • Es gelten die formalen und inhaltlichen Kriterien wie in der Infobroschüre "Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten" angegeben.
  • Die Details tragen Sie im Online-Bewerbungsbogen ein.
  • Die erneute Teilnahme am Bewerbungsgespräch ist aus organisatorischen Gründen in aller Regel verpflichtend. Dessen ungeachtet soll es niemandem zum Nachteil gereichen, falls das Ergebnis des erneuten Bewerbungsgesprächs schwächer ausfällt als das vorherige.
  • Alle geforderten Anlagen müssen erneut eingereicht werden, und zwar in einer aktuellen bzw. aktualisierten Version. Ausnahme: Bewerber*innen entscheiden selbst, ob sie ihr Hochschulgutachten des Vorjahres erneut einreichen.

Wie gut müssen meine Fremdsprachenkenntnisse sein? Brauche ich einen Nachweis?
In der Regel müssen Kenntnisse der Landessprache mindestens dem Niveau B1 Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER) entsprechen. Ausnahmen:

  • Frankreich: Ihre Französischkenntnisse sollten dem Niveau A2 GER oder höher entsprechen.
  • Norwegen: Ihre Englischkenntnisse sollten dem Niveau B1 GER oder höher entsprechen.

Nachweise werden nicht gefordert. Hinweis: Ein Teil des Bewerbungsgesprächs wird in der Fremdsprache geführt.

Zielland, Programmlaufzeiten und mehr

Warum kann ich mich nur für ein Zielland bewerben?
Ihre Bewerbung ist dann authentisch und stimmig, wenn Sie Ihre Motivation und Ihre Eignung für Ihr Traumland und Ihre Wunschsprache glaubhaft vermitteln. Neben formalen und inhaltlichen Kriterien ist das ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Begutachtung durch den PAD, durch die Gremien der Bewerbungsgespräche und die ausländische Partnerorganisation. Das potenzielle Gastland und die Gastinstitutionen freuen sich, wenn die zukünftigen Stipendiatinnen und Stipendiaten sich bewusst für ihre Sprache und ihr Land entschieden haben.

Warum kann man Frankreich, Italien oder Spanien als „Zweitwunsch“ angeben?
Wichtig zu wissen: Jede Bewerbung wird zunächst ausschließlich in Bezug auf den „Erstwunsch“ begutachtet (s. auch nächste Frage/Antwort).
Für Frankreich, Italien und Spanien gab es in den vergangenen Jahren in der Regel mehr Stellen als geeignete Kandidatinnen und Kandidaten. Wenn wir nun Studierende, die bei ihrem Erstwunsch nicht erfolgreich waren, über den „Zweitwunsch“ doch noch vermitteln können, gewinnen alle Beteiligten!
Voraussetzung ist, dass alle formalen und inhaltlichen Kriterien erfüllt sind. Ihre ursprüngliche Bewerbung würden Sie in einem solchen Fall auf das neue Zielland anpassen, s. oben. Eine Garantie für eine Vermittlung gibt es allerdings nicht.

Hat es Nachteile für meinen Erstwunsch, wenn ich einen „Zweitwunsch“ angebe?
Nein. Der „Zweitwunsch“ wird überhaupt erst relevant, wenn ein Bewerber/eine Bewerberin
(1) z. B. nicht die formalen Voraussetzungen für den „Erstwunsch“ erfüllt oder abzusehen ist, dass keine FSA-Stelle vermittelt werden kann und
(2) die formalen Kriterien für das zweite Zielland erfüllt. Eine Garantie für eine Vermittlung gibt es allerdings nicht.

Kann die Programmlaufzeit individuell angepasst werden?
Nein. Die Gastländer geben die Programmlaufzeiten vor; in der Regel orientieren sich die Programmlaufzeiten an den Terminen des Schuljahres bzw. des akademischen Jahres.

Wie viele Stellen für deutsche FSA gibt es in den jeweiligen Zielländern? Wie hoch sind die Vermittlungschancen?
Leider ist weder die Anzahl der FSA-Stellen im Ausland noch die Anzahl der Bewerbungen für ein bestimmtes Austauschjahr vorhersehbar. Dies gilt umso mehr für die andauernde Pandemiezeit. Unser Tipp: überprüfen Sie, ob Sie die Teilnahmevoraussetzungen für Ihr Wunsch-Zielland erfüllen und lassen Sie sich gerne durch die PAD-Mitarbeitenden und durch ehemalige FSA, die für uns als Campusbotschafterinnen und Campusbotschafter an zahlreichen Hochschulen beraten. Vor allem: Stellen Sie richtig gute Unterlagen zusammen und bewerben Sie sich - Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Anerkennung, finanzielle Fördermöglichkeiten (einschl. Erasmus+)

Kann ich mir die Fremdsprachenassistenzzeit als Studienleistung anerkennen lassen?
Das hängt von Ihrer Heimat-Hochschule ab. Klären Sie dort frühzeitig, ob bzw. in welchem Umfang Ihnen der FSA-Einsatz z. B. als Praxisphase, Auslandsaufenthalt o. ä. anerkannt werden kann.

 

Kann ich während des FSA-Einsatzes weitere Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen?
Das aufnehmende Land unterstützt den Einsatz der Assistenzkräfte mit einem monatlichen Unterhaltszuschuss, der in der Regel die Lebenshaltungskosten abdeckt.

Zusätzliche Fördermöglichkeiten gibt es u. a. über

  •     öffentliche/staatliche Stellen (z. B. Auslands-BaföG)
  •     Heimat-Hochschule (Deutschlandstipendium, Erasmus+, PROMOS, etc.)
  •     Stiftungen (parteinahe, konfessionelle oder private Stiftungen)

Recherchieren Sie hierzu online oder lassen Sie sich an Ihrer Hochschule beraten (Akademisches Auslandsamt/International Office, Career Center, Zentrum für Lehrerbildung, Seminar/Institut, Fachschaften, etc.)
Wenn Sie bereits ein Stipendium erhalten, erkundigen Sie sich bei Ihrem Stipendiengeber, ob eine Teilnahme am FSA-Programm Auswirkungen hat.
(Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit, keine Haftung für Irrtum oder Änderungen.)

 

Wer kann meine Fragen zu einem Eramus+ Stipendium / zum Erasmus+ Learning Agreement beantworten?
Die Erasmus+ Hochschul- und Projektkoordinatoren an Ihrer Heimathochschule können Ihnen Auskunft geben.

Bitte beachten Sie: Der PAD ist nicht berechtigt, das Learning Agreement zu unterschreiben. Zuständig und berechtigt sind ausschließlich die entsendende Organisation (Heimatuniversität) bzw. die aufnehmende Einrichtung (Bildungseinrichtung im Zielland).

Erfahrungen von FSA und zielstaatenspezifische Hinweise

Welche Erfahrungen sammeln FSA?

Hier stellen wir nach und nach Erfahrungsberichte und Links zu Blogs von Programmteilnehmerinnen und Programmteilnehmern ein, die von ihrem Auslandspraktikum an einer Schule oder Hochschule berichten. Schauen Sie einfach immer mal wieder vorbei - es lohnt sich.

FSA in Zeiten der Pandemie

Ihren Aufenthalt in Irland musste sie abbrechen, die Loreto Secondary School in Ballynagee unterstützt Louisa wie viele andere FSA jedoch weiterhin online. Lesen Sie Berichte von Studierenden, wie sie mit der aktuellen Situation in der Corona-Krise umgehen. [PDF, 725 kb]

 

Norwegen

Republik Irland

Hinweise zum Unterhaltszuschuss

Bitte beachten Sie, dass die Lebenshaltungskosten in der Republik Irland hoch sind und der Wohnungsmarkt sehr angespannt ist. Dies hat zur Folge, dass Angebote an preisgünstigen Wohnungen gering sind. In vielen Städten übersteigen die Mietkosten sogar die Höhe des gesamten monatlichen Stipendiums!

Im Kasten "Fragen und Antworten zum FSA-Programm" weiter oben finden Sie Tipps für zusätzliche Fördermöglichkeiten. Zudem gibt es teilweise auch die Möglichkeit, dass Sie an der irischen Einsatzschule eigenverantwortlich als Vertretungslehrkraft arbeiten und für diese Stunden dann über das Stipendium hinaus bezahlt werden.

 

Erfahrungen einer FSA in der Republik Irland

Irland, Land der Sehnsucht

Meine Zeit als FSA im County Dublin

Céad Míle Fáilte – A Hundred Thousand Welcomes– ist ein Satz, der in Irland oft die Eingänge der Häuser schmückt. Wer die Grüne Insel schon einmal besucht hat, der weiß auch, was gemeint ist. Man betrete einen beliebigen Pub, bestelle ein Guinness und spätestens, wenn das gezapfte Getränk vor einem steht, ist man schon in ein Gespräch verwickelt. Die Gastfreundlichkeit der irischen Bevölkerung ist weithin bekannt und Irland spätestens seit Heinrich Bölls berühmtem Irischen Tagebuch ein Sehnsuchtsland der Deutschen. Böll warnt zu Beginn des Buchs: „Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor“ (Heinrich Böll: Irisches Tagebuch, dtv 1961). Dennoch hat mich das Land in den acht Monaten, in denen ich als FSA im Norden Dublins war, immer wieder mit seiner atemberaubenden Landschaft beeindruckt. Éire, wie die Insel in der ersten Amtssprache Gaeilge (Irisch-Gälisch) heißt, hat auch mich in seinen Bann gezogen.

Dublin und Umgebung

Besucht hatte ich Irland schon mehrmals. Umso glücklicher war ich, als ich vom PAD die Zusage für den Aufenthalt 2018/19 bekommen habe – und dazu war ich noch im Großraum Dublin eingesetzt. Genauer in den Küstenorten Rush und Skerries. Diese liegen im Norden der Stadt, sind aber noch an den Dublin Bus angeschlossen. Die Nähe zu Dublin war für mich ein besonderes Highlight, hatte ich doch die Stadt bei meinen früheren Besuchen schon ins Herz geschlossen. In der Nähe von Dublin wohnen heißt: Spaziergänge am Fluss Liffey, Besuche im altehrwürdigen Abbey Theatre, Flanieren auf der O’Connell Street, in (irischen) Büchern stöbern und Kaffee trinken in Books Upstairs in 17 D’Olier Street, ein bisschen Universitätsluft schnuppern auf dem Campus des Trinity College. Und selbstverständlich Eintauchen in die unzähligen Pubs, die man auch gerne schon ab nachmittags besuchen kann. Über meine Mentorin vor Ort hatte ich auch unkompliziert ein Zimmer zur Untermiete in Rush gefunden, nur zwei Minuten vom Strand entfernt und in der Nähe einer der Schulen, St Joseph’s Rush. Zweimal die Woche war ich auch am Skerries Community College eingesetzt, welches mit dem Bus in 15 Minuten zu erreichen war.

„Ich finde Deutsch klasse!“

Zwölf Stunden die Woche war ich in den Schulen tätig, meist als Assistentin der Lehrperson im Unterricht. In Irland gibt es an fast allen Schulen Schuluniformen, und auch ich hatte bestimmte Kleiderregeln zu beachten. Während die Schülerinnen und Schüler in Königsblau erschienen (die Mädchen mit Rock und Kniestrümpfen, die Jungen mit grauen Hosen), durfte ich zwar die Farben meiner Wahl tragen, aber keine Jeanshosen und keine Schuhe aus Stoff. Eine Umstellung für meine Garderobe! Meine Aufgaben an den Schulen waren vielfältig: Sätze vorsprechen, Spiele vorbereiten, über landeskundliche Themen sprechen und mit einzelnen Schülerinnen und Schülern oder Kleingruppen üben. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich im irischen Lehrplan zurechtzufinden, den Ablauf der Stunden zu verstehen und meine Rolle im Klassenzimmer zu finden. Die genauen Aufgaben einer FSA sind nicht festgelegt, sondern werden mit den jeweiligen Lehrpersonen ausgehandelt. Das lässt einem auf der einen Seite viel Freiraum bei der Gestaltung der Zusammenarbeit und bietet die Möglichkeit, eigene Vorschläge und Vorstellungen in die Arbeit als FSA einzubringen. Auf der anderen Seite können dadurch Unsicherheiten in Bezug auf die eigene Rolle im Klassenraum entstehen – und leider kann auch die Absprache mit den FSA in einer für die Lehrpersonen sehr vollen Schulwoche zeitlich schwierig sein. Bei mir gab es dadurch manchmal Unklarheiten bei der Vorbereitung und ich musste dann spontan auf den Unterricht und die Anforderungen reagieren. Nicht immer eine leichte Aufgabe, aber auf jeden Fall eine gute Vorbereitung auf den späteren Schulalltag als Lehrperson. Wenn man selbst schon ein wenig Erfahrung im DaF-Unterricht gesammelt hat oder jemanden kennt, kann es sich lohnen, schon vorher ein bisschen (digitales) Material zu sammeln. Besonders landeskundliche Informationen sind für die Schülerinnen und Schüler interessant, zum Beispiel die Traditionen rund um Weihnachten. Ich selbst habe viel mit PowerPoint-Präsentationen gearbeitet, bei denen ich die Vokabeln direkt mit Bildern verbinden konnte. Außerdem habe ich ab und zu in den Mittagspausen einen „Deutsch-Klub“ angeboten, der gerade bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern gut ankam. Dort konnten wir uns lockerer Atmosphäre auf Deutsch unterhalten, Vokabeln üben oder Spiele spielen.

Schule in Irland

Das irische Schulsystem funktioniert ganz anders als das, was ich von Deutschland kenne. Das Schuljahr beginnt im September und geht bis Mai, dann sind drei Monate Sommerferien. Die Secondary School, also die weiterführende Schule beginnt mit dem First Year und endet mit dem Sixth Year, an dessen Ende die Schülerinnen und Schüler das Leaving Certificate (vergleichbar dem deutschen Abitur) schreiben. Da die irischen Schulen Gesamtschulen sind, gibt es für die Prüfung am Ende verschiedene Level, denen die Schülerinnen und Schüler je nach Leistung und Fach zugeordnet sind. Der Unterricht erfolgt aber gemeinsam, was eine spannende Herausforderung darstellt. Neben dem Leaving Certificate gibt es nur eine weitere benotete Prüfung: das Junior Certificate nach dem Third Year, also nach drei Jahren weiterführende Schule. Diese Certificates sind irlandweit gleich und werden nicht von der eigenen Lehrperson korrigiert, sondern anonym von anderen Lehrpersonen in Irland. Auch wenn es zwischendrin Schulaufgaben gibt, sind diese als Rückmeldung an die Schülerinnen und Schüler gedacht und zählen nicht in die letztliche Note. Das hat zur Folge, dass es viel ‚teaching to the test‘ gibt. Die Vorbereitung auf die Themen und Aufgabenformen dieser zwei Certificates steht meistens im Vordergrund des Unterrichts. Dieses System war für mich anfangs irritierend, gerade auch der Punkt, dass die Lehrpersonen keinen Einfluss auf die letztendlichen Noten ihrer jeweiligen Schülerinnen und Schüler haben. Die zwei Lehrerinnen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sahen darin kein Problem, im Gegenteil. Die Begründung war besonders interessant: Da Irland ein sehr kleines Land ist (knapp fünf Millionen Einwohner in 2019), kennen sich gerade in den ländlichen Regionen die Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern der Schülerinnen und Schüler meistens oder sind sogar verwandt. Dadurch könnten die Lehrpersonen in Interessenskonflikte bei der Benotung kommen. Diese Problematik wird umgangen, indem die Klausuren anonym in einem anderen Teil Irlands korrigiert werden.

Wild Atlantic Way, Geschichtliches, und immer wieder traumhafte Landschaften

Von Montag bis Donnerstag war ich an der Schule, am Freitag war mein freier Tag. Das bedeutete: ein langes Wochenende, in dem ich die Emerald Isle, wie der poetische Name Irlands lautet, entdecken konnte. Über das Goethe-Institut in Dublin habe ich auch schon früh die anderen in Irland eingesetzten FSA kennengelernt und so schnell Leute gefunden, die mit mir reisen wollten. Oft hat es mich an die Westküste gezogen, wo die Wellen des Atlantiks um einiges stürmischer sind als die meist ruhige Irische See im Osten. Ich hatte mir vorgenommen, während meiner Zeit in Irland einmal den Wild Atlantic Way abzufahren. Das ist eine 2500 Kilometer lange Küstenstraße, die sich von Kinsale im Süden der Insel immer an der Atlantikküste entlang über die Counties Kerry, Clare, Galway, Mayo, Sligo und Donegal bis zum nördlichsten Punkt Irlands, Malin Head, schlängelt. Sie ist durchgängig ausgeschildert und am besten mit dem Auto zu erkunden. Ein eigenes Auto hatte ich zwar nicht dabei, aber dank des nahen Dubliner Flughafens konnte ich für die Wochenenden und die Ferien Autos mieten.

An der Westküste lassen sich sogenannte Gaeltachts finden, Gebiete, in denen noch vorrangig Irisch-Gälisch gesprochen wird. Wie schon erwähnt, ist das die erste Amtssprache der Republik Irland. Sie ist auch die erste Fremdsprache, die irische Schülerinnen und Schüler in der Schule lernen, ist aber bis auf wenige Begriffe und Wendungen aus dem Alltag verschwunden. Die traditionelle irische Kultur wird in den Gaeltachts aufrechterhalten, neben der Sprache findet man dort auch viel traditionelle irische Musik und den Ceílí, irischen Volkstanz. Und dazu natürlich atemberaubende Landschaften. Ein Ausflug an die Westküste lohnt sich also immer!

Es gibt aber auch andere Ecken rund um die Insel, die jederzeit einen Besuch wert sind. Südlich von Dublin gibt es die Wicklow Mountains mit vielen Wanderwegen und dem Tal Glendalough mit See und einer tausend Jahre alten Klostersiedlung. Geschichtlich interessant (und mit dem Brexit wieder in der Diskussion) ist das Verhältnis der Republik Irland zu den sechs Counties Nordirlands mit der Hauptstadt Belfast. In Belfast lassen sich nach wie vor die Mauern besichtigen, die früher die katholischen und die protestantischen Stadtviertel trennten. Auch in Dublin finden sich zahlreiche Orte, an denen man sich über Irlands Weg in die Unabhängigkeit informieren kann. Wer Natur sucht, wird immer fündig. Mein Tipp: Noch beeindruckender als die berühmten Cliffs of Moher sind meiner Meinung nach die Klippen von Slieve League im County Donegal. Sie gehören zu den höchsten Seeklippen Europas und bieten in der Tat einen beeindruckenden Anblick! Der oben genannte Heinrich Böll hingegen hat Achill Island vorgezogen, eine mit dem Festland durch eine Brücke verbundene Insel vor der Küste des County Mayo, wo er ab den 1950er Jahren mit seiner Familie die Sommer verbrachte.

Geht also selbst auf Entdeckungsreise nach Irland! Es lohnt sich in jedem Fall. Ich habe von meinem Aufenthalt dort viele unvergessliche Erinnerungen mitgenommen, von denen ich noch immer zehre. Irland ist auch mein Sehnsuchtsland geworden – ich werde wiederkommen.

Allen, die sich für einen Aufenthalt dort entscheiden, wünsche ich: Good craic and an chuid is fearr!

Deborah

Frankreich

Als FSA in Frankreich

Unser langjähriger Kooperationspartner, Réunir l’Europe/Europa verbinden e.V.,besteht seit 1954 und setzt sich für die deutsch-französische Zusammenarbeit für die Welt von morgen ein. Fremdsprachenassistenzkräfte unterstützt der Verein mit Fortbildungen, Veranstaltungen und pädagogischen Materialien. Ein Blick auf die Webseite des Vereins lohnt sich für aktuelle Fremdsprachenassistenzkräfte und die, die es gerne werden möchten!

Simone, Lisa und Verena berichten über ihre Erfahrungen als FSA in der Normandie (auf Deutsch, Youtube-Video).

Simone, Lisa und Verena berichten über ihre Erfahrungen als FSA in der Normandie (auf Französisch, Youtube-Video).

USA - Hinweise zu Bewerbung und Teilnahme

Sehnsuchtsziel USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind für viele ein Sehnsuchtsziel. Wer bereits USA-Erfahrung hat, sucht nach einer Möglichkeit zurückzukehren. Und wer dem Mythos USA bisher nur aus der Ferne begegnet ist, möchte sich endlich selbst ein authentisches Bild machen. „Warum USA?“ – diese Frage stellte sich dann gar nicht erst. Vielmehr lautete die Frage: Wie in die USA?“

Unsere Antwort: mit dem PAD, und zwar als Assistenzkraft im Deutschunterricht einer amerikanischen Hochschule!

Als Fremdsprachenassistenzkraft in die USA!
Wichtig zu wissen: in den USA sind die Fremdsprachenassistenzkräfte (FSA) an einem College oder einer Hochschule eingesetzt. Die bilaterale Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland legt fest, dass die FSA als German Language Teaching Assistants (GLTA) an ihren Gasthochschulen den Deutschunterricht vertiefen und bei den Studierenden das Interesse für die deutsche Sprache und Kultur wecken sollen. Zurück in Deutschland werden die FSA als Lehrkräfte die Qualität des Englischunterrichts verbessern und ihre Lernenden durch ihr authentisches Vorbild motivieren.

Welche Voraussetzungen gelten?
Für die Programmteilnahme gelten formale Kriterien (s. auch „Info-broschüre“ in der jeweils aktuellen Ausgabe):

  • Bewerberinnen und Bewerber absolvieren ein Lehramtsstudium Englisch, American Studies, o. ä. an einer deutschen Hochschule; Priorität haben zukünftige Fremdsprachenlehrkräfte; angehende GS-Lehrkräfte, die alle Voraussetzungen erfüllen, können sich ebenfalls bewerben; Studierende mit einem abweichenden Profil können sich gerne beraten lassen.
  • Studierende in einem Bachelor-Studiengang müssen mit der Bewerbung, spätestens jedoch bis zum 1. Dezember 2022 ein BA/BEd-Zeugnis vorlegen.
  • Für Studierende, deren Studiengang mit dem Staatsexamen abschließt, reicht der Nachweis von mindestens sechs Fachsemestern im Fach Englisch über die Immatrikilationsbescheinigung.
  • Sie müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und Bildungsinländerin/Bildungsinländer sein; bitte lassen Sie sich ggf. beraten.
  • Die Englischkenntnisse sollen mindestens GER B2 (gemäß Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen) entsprechen.
  • Ebenfalls teilnahmeberechtigt ist, wer den Vorbereitungsdienst absolviert hat oder bereits eine ausgebildete Lehrkraft ist (Hochschulabschluss zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als zwei Jahre; noch keine Festanstellung im Schuldienst).

Welche amerikanischen Colleges und Universitäten nehmen FSA auf?
Es sind zumeist kleinere Hochschulen, sogenannte Liberal Arts Colleges, die angehende Englischlehrkräfte als German Language Teaching Assistant aufnehmen. Viele der Einsatzinstitutionen liegen in eher ländlichen Ostküstenregionen. In den vergangenen Jahren haben u. a. diese Colleges und Universitäten deutsche Fremdsprachenassistenzkräfte aufgenommen:

Bard College, NY
Bethany College, WV
Bowling Green State University, OH
Gettysburg College, PA
Hobart and William Smith Colleges, NY
Juniata College, PA
Pacific University, OR
Simpson College, IA
Sonoma State University, CA
St. Mary’s College of Maryland, MD
Susquehanna University, PA
University of Notre Dame, IN
University of Scranton, PA
University of St. Thomas, MO
Wabash College, IN

Die zuständige US-Partnerinstitution vermittelt die vorgeschlagenen deutschen Kandidatinnen und Kandidaten an die Einsatzhochschulen. Einige Institution sind jedes Jahr dabei, andere dagegen eher unregelmäßig. Der PAD und die Deutsch-Amerikanische Fulbright Kommission, die das Programm gemeinsam koordiniern, können keine Garantie geben, welche Institutionen im betreffenden Austauschjahr dabei sein werden. Auch aus diesem Grund ist seitens der Bewerbenden größtmögliche geographische Flexibilität gefragt.

Wie sind meine Chancen für ein Stipendium?
Erfahrungsgemäß werden von der amerikanischen Seite je Austauschjahr zwischen 12 und 14 Plätze zur Verfügung gestellt.

In den Jahren vor der Pandemie war in etwa jede dritte Bewerbung erfolgreich. Bitte beachten Sie: weder die Anzahl der FSA-Stellen in den USA noch die Anzahl der Bewerbungen für ein bestimmtes Austauschjahr sind vorhersehbar. Unser Tipp: überprüfen Sie, ob Sie dem Profil der GLTA entsprechen, lassen Sie sich von uns beraten, stellen Sie richtig gute Unterlagen zusammen, und bewerben Sie sich  - frei nach dem Motto Nothing ventured, nothing gained.

Welche Stipendienleistungen gibt es?

Die Gasthochschulen stellen in der Regel eine kostenfreie Unterkunft und Verpflegung auf dem Campus. Sie übernehmen zudem die Kosten für zwei akademische Kurse pro Semester.

Fulbright Germany bietet ergänzende Leistungen, z. B. Finanzierung der transatlantischen Hin- und Rückreise, Teilnahme an einem Vorbereitungstreffen (in Berlin, ggf. virtuell).

 

Tipps:

  • Klären Sie frühzeitig mit Ihrer Heimathochschule bzw. Ihrem Zentrum für Lehrerbildung ab, ob und in welchem Umfang der FSA-Einsatz als Praxisphase, als Auslandsaufenthalt o. ä. anerkannt werden kann.
  • Recherchieren Sie Möglichkeiten für ergänzende Stipendienleistungen. Hinweise finden Sie auf unserer Webseite unter „Fragen und Antworten zum FSA-Programm".

Ihnen fehlen noch Informationen? Melden Sie sich gerne per E-Mail oder telefonisch:
Mechthild Drzisga
mechthild.drzisga@kmk.org
Tel. 0228 501 371
Mo - Do 8:30 - 14:30 Uhr

 

Änderungen vorbehalten; keine Haftung für Irrtümer. 

#fsa_pad

Fremdsprachenassistenzkräfte (FSA) berichten auf Instagram von ihren Erfahrungen.

FSA in Frankreich

Bewerben Sie sich als FSA an einer französischen Schule. Mehr Infos in unserem Flyer Deutsch vermitteln – Frankreich entdecken [PDF, 433 KB]

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