Erfahrungsbericht einer GAPP-Schulpartnerschaft
Vor einigen Monaten wurde das Hochwald-Gymnasium Wadern (Saarland) in ungewöhnlicher Weise an seine Geschichte erinnert: Eine ehemalige Schülerin brachte ein altes Jahrbuch der amerikanischen Partnerschule vorbei, das sie 1975 von ihrer Austauschpartnerin geschenkt bekommen hatte – und seitdem aufbewahrte. „Das zeigt sehr schön, wie lange solche Erinnerungen nachwirken“, sagt Daniela Hans, die seit 2011 Biologie, Erdkunde und Englisch an der Schule unterrichtet. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Reiner Vogel koordiniert sie am Hochwald-Gymnasium das German American Partnership Program (GAPP), das inzwischen selbst Teil der Schulgeschichte ist. „An Tagen der Offenen Tür, an denen wir unsere Schule vorstellen, werde ich gelegentlich von Eltern angesprochen, die während ihrer Schulzeit selbst an dem Austausch teilgenommen haben“, fügt sie hinzu.
Der Kontakt zur damaligen Partnerschule besteht heute zwar nicht mehr, nachdem dort das Deutschprogramm eingestellt werden musste. An ihre Stelle ist jedoch vor vier Jahren die Hollidaysburg Area Senior High School in Pennsylvania getreten. Gefunden haben sich beide Schulen über das „Teacher Forum“ auf Facebook, das vom GAPP-Büro in New York eingerichtet wurde.
„Wir haben mit großer Beharrlichkeit gesucht...
Hochwald-Gymnasium Wadern (Saarland) - Hollidaysburg Area Senior High School (Pennsylvania, USA)
Themen: Auf Spurensuche - Zeugnisse des Zweiten Weltkrieges in Pennsylvania und dem Saarland
Zeitraum: April 2025
Anzahl Schülerinnen und Schüler: 18 Schülerinnen und Schüler
Altersstufe: 15 bis 18 Jahre
Gefördert durch das Auswärtige Amt im Rahmen des German American Partnership Program (GAPP).
Mehr über das Programm
Hier gibt es alle Informationen über das German American Partnership Program (GAPP).
Kennenlernen per VR-Brille
Ein erstes Treffen, geprägt noch von den Nachwirkungen der Coronapandemie, fand im Herbst 2022 virtuell statt. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler ihre Austauschpartner kennen, die sie ein halbes Jahr später bei der Begegnung in Hollidaysburg wiedertrafen. Eindrücke von der neuen Schule und ihrer Umgebung vermittelten ihnen außerdem die 360-Grad-Brillen, die seinerzeit aus Sondermitteln des Pädagogischen Austauschdiensts angeschafft werden konnten.
Für eine Verbindung und Gesprächsanlässe unter den Schülerinnen und Schülern sorgt zudem das Projektthema „Spurensuche“, in dem es um Zeugnisse und Zeugen zum Zweiten Weltkrieg in beiden Staaten geht. So konnte die Saarländer Schülergruppe beim Besuch in Pennsylvania mit Mitgliedern des Vereins „Unter uns“ sprechen, von denen viele während ihrer Armeezeit in Westdeutschland stationiert waren oder deren Angehörige im Zweiten Weltkrieg in der US-Armee gekämpft hatten. „Solche Bezüge gab es auch in einigen Gastfamilien, sodass es oft zu einem regen Austausch kam“, hat Daniela Hans beobachtet.
Für die Schülerinnen und Schüler aus Hollidaysburg dagegen waren während ihres Besuchs in Wadern Exkursionen zum Militärflughafen nach Ramstein, seit Jahrzehnten das Drehkreuz der amerikanischen Luftwaffe in Europa, oder zu den Relikten des Westwalls interessant. „Viele Schülerinnen und Schüler in Hollidaysburg belegen gerade auch wegen dieser Historie Kurse in Deutsch als Fremdsprache“, sagt Daniela Hans. Das Projektthema, das die Verbindungen zwischen Deutschland und den USA betont, half zudem ihrer Kollegin in Hollidaysburg bei der Werbung für GAPP: „Gerade Eltern, die wenige Bezugspunkte zu Europa haben, fragen, warum ihr Kind an diesem Austausch teilnehmen soll. Unsere Partnerschule muss deshalb richtige Überzeugungsarbeit leisten.“
Die Noten sind nicht alles
Erschwerend hinzu kommen die Kosten für Flüge und Transport, die in beiden Ländern in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen sind. „Man muss akribisch planen und immer schauen, wo sich etwas einsparen lässt“, sagt Daniela Hans. Am Hochwald-Gymnasium ist das Interesse an GAPP aber dennoch weiterhin groß. Wer am Austausch teilnehmen will, muss nicht nur passable Noten mitbringen, sondern auch durch sein Sozialverhalten überzeugen. „Unsere Schülerinnen und Schüler tragen beim Besuch in Hollidaysburg schließlich eine große Verantwortung“, sagt Daniela Hans. Erwünscht ist zudem die Teilnahme an einer Arbeitsgemeinschaft, die auf den Austausch vorbereitet.
Austausch mit den USA
Alle unsere Programme mit den USA, Erfahrungsberichte und weitere Informationen im Schwerpunkt „Austausch mit den USA“.
Dass dieser fortgeführt werden soll, steht für Daniela Hans nicht in Frage:
„Die Offenheit und Gastfreundschaft...
Der nächste Besuch ist für kommendes Jahr geplant. Was ihre Schülerinnen und Schülern dort erleben, halten sie zwar vermutlich nicht in einem handgeschriebenen Tagebuch fest, wie das früher der Fall war, sondern eher auf Instagram – aber doch hoffentlich so, dass sie sich noch lange und gerne daran erinnern.
