Logo des pädagogischen Austauschdienst

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße zurücksetzen

schließen

German American Partnership Program (GAPP)

Beispiele aus der Praxis

Das German American Partnership Program (GAPP) fördert seit 1983 langfristige Schulpartnerschaften zwischen Schulen in Deutschland und den USA durch eine Förderung gegenseitiger Austauschbegegnungen von Schülergruppen. Erfahren Sie hier, wie Schulpartnerschaften mit den USA gelingen können.

Beispiele aus der GAPP-Praxis

How media work – how to work with media

Gymnasium im Kannenbäckerland in Höhr-Grenzhausen (Rheinland-Pfalz) und Shakopee High School in Shakoppee (Minnesota). Die GAPP  Schulpartnerschaft besteht seit 1984.

Projekt: „How media work – how to work with media“

  • Projektlaufzeit: 12. bis 23. Juni 2017
  • Schulstufe 11 für drei Wochen
  • 20-25 Schüler

Seit über 30 Jahren besuchen sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasium in Höhr-Grenzhausen und der Shakopee High School im Rahmen ihrer GAPP-Schulpartnerschaft. Für diese langjährigen Freundschaften sollten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Projekts ein eigenes Logo gestalten und dieses für Broschüren und weitere Materialien nutzen.  Um ein erstes Verständnis für die Geschichte der Medienwelt zu erhalten, unternahmen die Schulen während der Begegnung zwei Ausflüge. Zuerst ging es in die WDR-Studios nach Köln, um die Arbeitsabläufe in einer modernen Medienanstalt kennenzulernen. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler hinter die Kulissen der Fernsehstudios schauen und  in den Studios bei der Aufnahme von Hörspielen zuhören. Der zweite Ausflug führte die internationale Schülergruppe in die Vergangenheit: In Mainz besuchten sie gemeinsam das Gutenberg-Museum. In den USA konnten sie eine Radiostation und ein Druckunternehmen besichtigen.

Was in  Zeiten der digitalen Medien oft vergessen wird, wurde den Jugendlichen hier bewusst: Die revolutionäre  Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks. Zudem konnten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in eine alte Druckwerkstatt und das Leben von Johannes Gutenberg gewinnen.

Mit diesem Wissen über die alte und neue Medienkultur waren die deutschen und US-amerikanischen Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet, um ihre eigenen Logos in einem Workshop zu entwerfen. Eine Medienpädagogin unterstützte die Jugendlichen bei der Erstellung der ersten Entwürfe. Im weiteren Verlauf überarbeiteten sie ihre Logos und lernten dabei den Umgang mit verschiedenen Computerprogrammen kennen. Durch diese gemeinsame Projektarbeit kam der wichtigste Aspekt, die interkulturelle Zusammenarbeit, ganz von  alleine auf den Stundenplan. Die fertigen Logos benutzten die Jugendlichen auf Broschüren, erstellten Präsentationen und druckten sie auch auf Jutebeutel. Diese internationale Teamarbeit half den Schülern,  sich stärker mit dem Austausch zu identifizieren und auch auf ihre Arbeit stolz zurückblicken zu können. In ihrer Broschüre fassten die Partnerschulen das Erlebnis so zusammen: "Jeder Tag ist ein neues Abenteuer, das ihr und eure Austauschpartner bewältigen dürft, wodurch eure Verbindung gestärkt wird."

Musikalische Spurensuche nach dem “Summer of Love”

Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg (Hessen) und  Pajaro Valley High School in Watsonville (Kalifornien). Die GAPP Schulpartnerschaft besteht seit 2010.

Projekt: „50 Jahre Summer of Love, ein Streifzug durch die kalifornische Musikgeschichte“

  • Projektlaufzeit: September 2017 bis Dezember 2017
  • 17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10

Simon & Garfunkel, Janis Joplin und Jimi Hendrix: Viele berühmte Stars der Musikgeschichte wurden Ende der 1960er Jahre durch Popfestivals und Konzerte bekannt, insbesondere dem legendären Woodstock-Festival. Dessen Vorläufer und gewissermaßen der Auftakt für die Hippie-Kultur und den „Summer of Love“ war das „Monterey Pop Festival“  an der kalifornischen Küste. Nur eine Autostunde davon entfernt befindet sich die Pajaro Valley High School in Watsonville.

Genau ein halbes Jahrhundert nach dem „Monterey Pop Festival“  begaben sich Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule gemeinsam mit einer Gruppe von der US-amerikanischen Partnerschule auf Spurensuche. Auf der Suche nach Zeitzeugen, Material, Spuren und Hinweisen wurden die Jugendlichen schnell fündig: Sie führten ein Interview mit dem Konzertfotografen Fred Arellano, sprachen mit dem Radiomoderatoren Mark Mooney vom lokalen Radiosender KPIG und besuchten die Fotoausstellung „Who shot Monterey Pop?“ im Monterey Museum of Art und das Museum of Art and History in Santa Cruz. In San Francisco erkundeten sie den berühmten Stadtteil Haight-Ashbury, Wohnsitz vieler berühmter Musiker der Flower-Power-Ära. Dazu drehten die Jugendlichen Musikvideos mit Schülerinnen und Schülern sowie Angestellten der Pajaro Valley High School. 

Die Austauschbegegnung wurde im Vorfeld gut vorbereitet: die deutschen Schülerinnen und Schüler sahen den Film zum Musical „Hair“, diskutierten über den historischen und politischen Kontext des Vietnamkriegs und machten sich im Musikunterricht mit den Rhythmen der 1960er Jahre vertraut. Die Ergebnisse des Projekts wurden im Rahmen eines Elternabends vorgestellt und durch eine kleine Ausstellung auch der Schulgemeinschaft zugänglich gemacht. Aber nicht nur die 17 deutschen Jugendlichen profitierten von der Begegnung: Der Großteil der Schülerinnen und Schüler der Pajaro Valley High School hat hispanische Wurzeln. Viele kamen durch das Projekt zum ersten Mal mit der Musik und der Geschichte der Hippie-Bewegung in Berührung.

Den beruflichen Horizont in den USA erweitern

GAPP-Schulpartnerschaft des Thomas-Morus-Gymnasiums in Daun (Rheinland-Pfalz) mit der Lomira High School und Grafton High School (Wisconsin). Die Schulpartnerschaft besteht seit 2000 (Grafton High School) bzw. seit 2006 (Lomira High School)

Projekt: „Berufswege – Chancen im Ausland erkunden“

  • Projektlaufzeit: August 2016 bis November 2017
  • 5. Klassen (Brieffreundschaft) und 8. Klasse (Austausch + Job-Shadowing)

"Eine gute Berufsorientierung an den Schulen ist sehr wichtig. Man übt einen Beruf schließlich sein ganzes Leben lang aus, da muss er ja Spaß machen“, meint die 16-jährige Mona vom Thomas-Morus-Gymnasium (TMG). Reine Wissensvermittlung – das reicht in Schulen schon längst nicht mehr aus. Auch Gymnasien versuchen immer häufiger, bei Schülerinnen und Schülern das Interesse an einer Berufsausbildung zu wecken.

Das Thomas Morus Gymnasium,  eines von 20 G8 Ganztagsgymnasien in Rheinland-Pfalz, hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen. Im Rahmen von drei Modulen unterstützt sie ihre Schülerinnen und Schüler bei der beruflichen Orientierung und nutzt dafür ihre internationalen Kontakte: Das TMG pflegt gleich zwei  GAPP-Schulpartnerschaften im Bundesstaat Wisconsin.  Unter dem Motto „Career Pathways – Exploring Opportunities abroad“ legte eine der Austauschbegegnungen eine Schwerpunkt auf das Thema Berufsfindung. Die US-amerikanischen und die deutschen Jugendlichen konnten während des Schüleraustauschs ein sogenanntes „Job-Shadowing“  absolvieren. Dabei „beschatteten“  sie eine Person einen Tag lang und lernten so den Arbeitsalltag etwa einer Homecare-Pflegekraft, eines Metallurgen oder eines Maklers kennen. Einige der Jugendlichen begleiten auch ihre Gasteltern an deren Arbeitsplatz. Unterstützung bekamen die Schulen durch die Deutsch-Amerikanische Handelskammer und die Agentur für Arbeit. Die deutschen Austauschschülerinnen und -schüler konnten zudem an den Berufsorientierungsprogramm der Partnerschulen sowie des Career Centers der University of Wisconsin teilnehmen, führten Expertengespräche und erarbeiteten selbst Präsentationen zu berufsbezogenen Themen auf Englisch. Doch damit nicht genug: Wer nach dem Abitur gerne ein Auslandspraktikum in den USA machen möchten, der kann nun entweder seine Kontakte aus dem Schüleraustausch nutzen oder auf einer extra vom TMG angelegten Datenbank nach einem passenden Praktikumsplatz suchen. Auch die Jüngsten am Thomas-Morus-Gymnasium wurden mit einbezogen: Die Klassenstufen 5 und 6 schlossen Brieffreundschaften im Fach Englisch und tauschten sich mit Gleichaltrigen zum Thema „My parents at work“ aus. Eine Evaluation am Ende zeigte, dass die Schule mit ihrem Projekt ins Schwarze getroffen hat: Die Jugendlichen wünschten sich vertieften Englischunterricht (Business Englisch) und einige waren sogar interessiert daran, nach dem Abitur in den USA zu arbeiten oder zu studieren.

Das innovative Projekt des Thomas-Morus-Gymnasiums wurde mehrfach ausgezeichnet (Nikolaus-Koch-Stiftung und Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und sowohl in der Lokal- als auch in der Bildungsfachpresse vorgestellt. Auch im Rahmen des Projektwettbewerbs „Bilaterale Schulpartnerschaften“, der jährlich vom Pädagogischen Austauschdienst ausgeschriebenen wird, belegte das Projekt „Career Pathways – Exploring Opportunities abroad“ den ersten Platz.

Multikulturelle Gesellschaft in Berlin und Texas

Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Berlin und LASA Liberal Arts and Science Academy in Austin (Texas). Die  GAPP Schulpartnerschaft besteht seit 2003.

Projekt: „Multicultural Texas – A Success Story?“

  • Projektlaufzeit: November 2016 bis 14. Dezember 2017
  • 25 Schülerinnen und Schüler der 11./12. Klasse

Die Metapher von den USA als „Melting Pot“ der Kulturen hat wohl jeder schon einmal im Schulunterricht gehört – aber wie funktioniert die multikulturelle Gesellschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika tatsächlich? Dieser Frage gingen 25 Schülerinnen und Schüler der „Texas AG“ am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium direkt vor Ort nach. Die Schule bietet ab der 8. Klasse einen bilingualen Zweig an, in dem die Fächer Politik, Geschichte und Geografie auf Englisch unterrichtet werden. Um dieses sprachliches Profil zu unterstützen und zu stärken, unterhält das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium eine GAPP-Schulpartnerschaft zum „LASA“, der renommierten Liberal Arts and Science Academy in Austin. Alle zwei Jahre gibt es einen Austausch zwischen den Berlinern und ihrer texanischen Partnerschule.

Als Vorbereitung auf den thematischen Schwerpunkt besuchten die Berliner Schülerinnen und Schüler das Auswanderer-Museum in Bremerhaven und lernten so die historischen Hintergründe der deutschen Migration in die USA kennen. Außerdem bereiteten sie Präsentationen zur Latino-Kunst in den USA, zur Afroamerikanischen Community oder zum Einfluss der mexikanischen Kultur in den USA vor, die sie ihren Austauschpartnern in Texas vorstellten. Durch Besuche des Blanton Kunstmuseums an der Universität von Texas, der ehemaligen Bergarbeiterstadt Terlingua, des Barrientos Mexican American Cultural Center und des Bullock Texas State History Museum konnten die deutschen Jugendlichen viele Informationen über die Geschichte des Bundesstaates Texas und seiner Einwohner sammeln. Die US-amerikanische Gruppe erwartete in Berlin ebenfalls ein volles Programm: Neben einer Tour durch den Reichstag und einer Besichtigung des Holocaust-Mahnmals erlebten die Austauschschülerinnen und Austauschschüler auf einem türkischen Markt und bei einem Moscheebesuch die kulturelle Vielfalt in Deutschland.

nach oben Seite drucken