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Medizintechnik in der Zukunft

Technik im Dienste der Gesundheit - bei der Begegnung der deutschen und ungarischen Schülerinnen und Schüler in Bonn standen vielfältige Experimente und praktische Einblicke in den Laboralltag im Mittelpunkt.

Gesundheit im technologischen Fokus

Die Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule Bonn und der Audi Hungaria Schule Györ standen vor einer ziemlich spannenden Frage: Welche Möglichkeiten bietet die Medizintechnik zur Optimierung der Versorgung der Bevölkerung und welche nachhaltigen Methoden können angewendet werden? Das klingt zunächst einmal sehr anspruchsvoll, aber die Schülerinnen und Schüler machten sich im Rahmen ihrer Schülerbegegnung im September 2023 in Bonn mit Neugierde an die Sache und die Austauschbegegnung wurde alles andere als langweilig. Da das Thema „Medizintechnik in der Zukunft“ für die deutschen Teilnehmenden ohnehin das schulische Halbjahresthema war, erhielten die Schülerinnen und Schüler durch das Technikprojekt eine exklusive Einführung in die Thematik, die über ihren typischen Schulalltag hinaus ging. 

Forschung an Alternativen zu Tierversuchen: Besuch an der Universität Bonn

Schon nach den ersten theoretischen Einblicken wurde klar, dass es hier um mehr geht als nur Fakten und Theorie. Die Schülerinnen und Schüler tauchten in die Welt der bioregenerativen Systeme ein, führten selbst Experimente durch und begaben sich, ausgestattet mit weißen Kitteln, in die Rolle der Forscher. Eines der Highlights war der Besuch der Universität in Bonn. Dort lernten sie ein Projekt kennen, das Alternativen zu Tierversuchen erforscht – ein hochaktuelles und relevantes Thema. Dabei ging es um die Erzeugung von Organen aus Zellen, was zu regen Diskussionen unter den Schülerinnen und Schülern führte. Das Projekt verdeutlicht, dass Forschung nicht nur Wissenschaft ist, sondern auch ethische Fragen aufwirft, so nach Überzeugung und Verantwortung.

Partnerschaft Liebfrauenschule Bonn (Nordrhein-Westfalen) - Audi-Hungaria-Schule Györ (Ungarn)


Thema: Medizintechnik in der Zukunft

Zeitraum: 9. bis 16. September 2023 in Bonn

Anzahl Schülerinnen und Schüler: 30

Förderung durch die Deutsche Telekom Stiftung

Physikalische Verfahren und Hightech-Labore

Medizintechnik bleibt relevant für die Zukunft

In den schuleigenen Laboren führten die Schülerinnen und Schüler genetische und immunologische Experimente selbst durch. Dabei versuchten sie sich am ELISA-Test – ein immunologisches Verfahren zum Nachweis von Molekülen in Körperflüssigkeiten. Damit war es aber noch nicht getan – die medizintechnische Entdeckungsreise ging noch weiter. Neben der Universität Bonn öffneten weitere Forschungseinrichtungen, wie die Hochschule in Koblenz und die Klinik für Epilepsie der Uniklinik Bonn, ihre Türen für die Austauschgruppe und gaben Einblicke in verschiedene Fachrichtungen der Medizintechnik, die auch mögliche zukünftige Studienfelder darstellen. Die Schülerinnen und Schüler konnten in eine völlig neue Welt voller Experimente und medizinischen Untersuchungen eintauchen, die sie ohne diesen Austausch nicht kennengelernt hätten. Auf ihrer Reise durch die Welt der Medizintechnik entdeckten die Schülerinnen und Schüler in Koblenz physikalische Verfahren wie bildgebende Technologien und durften sich mit Augmented Reality (AR) sowie Virtual Reality (VR) befassen und den Laboralltag hautnah miterleben. 

In der Uniklinik in Bonn hörten sie einen Vortrag zum Thema „Was tun bei einem epileptischen Anfall?“ und bekamen einen Einblick in verschiedene Methoden der Epilepsieforschung. Egal ob im Labor, während der Workshops, bei Diskussionen oder während der Pausen, der Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern lief hervorragend und sorgte dafür, dass die Arbeit an den gemeinsamen Projekten nicht nur lehrreich war, sondern auch Spaß bereitete. Da die Schülerinnen und Schülern die Freiheit hatten, ihr Projekt selbstverantwortet durchzuführen und auszuwerten, konnten sie Eigenständigkeit und Verantwortung unter Beweis stellen und weiter ausbauen. Die Konstellation in den deutsch-ungarischen Arbeitsgruppen kurbelte den Austausch kräftig an und ließ eine fruchtbare Zusammenarbeit entstehen.

Natürlich wollten die Schülerinnen und Schüler all ihre spannenden Erkenntnisse nicht für sich behalten: Jede Menge Experimente, Forschungsergebnisse, Mitschriften und natürlich auch das ein oder andere Foto wurden während der Woche für die Abschlussveranstaltung am letzten Abend der Begegnung gesammelt. Eine Präsentation, die vor Eltern, Lehrkräften und weiteren Gästen stattfand, rundete die Begegnung ab. Die deutsch-ungarischen Gruppen zeigten begeistert ihre Ergebnisse. Letztendlich war dieses Projekt kein einmaliges Abenteuer. An beiden Schulen wird das Thema auch in Zukunft weitergeführt, was zeigt, wie nachhaltig und wichtig die Auseinandersetzung mit Medizintechnik und ihren Möglichkeiten ist.

JIA an der Liebfrauenschule Bonn

Die Liebfrauenschule bietet die Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) als Wahlpflichtfach an. Sie umfasst vier Schulhalbjahre, in denen vier Schwerpunktthemen behandelt werden: Energietechnik, Produktions- und Entsorgungstechnik, Fahrzeugtechnik sowie Medizintechnik. Diese Themen lernen die teilnehmenden Schülerinnen größtenteils in Laboren (auch im Schullabor) und Einrichtungen von Partnern aus Forschung und Industrie kennen. Sie arbeiten vor Ort an Projekten und experimentieren. Die Partner im Rahmen der JIA sind unter anderem die Universität Bonn, die Technische Universität Györ, die Hochschule Bonn Rhein-Sieg, die Hochschule Koblenz, die FH Köln, die RFH Köln, Bayer, Covestro, die Dr. Reinhold Hagen Stiftung, Bonn Orange, AUDI, die Audi-Akademie Györ und MS Westfalia. Mit der ungarischen Audi-Hungaria-Schule, die ebenfalls Teil des JIA-Netzwerks ist, führt die Liebfrauenschule jährlich gemeinsame Technikprojekte in Györ und in Bonn durch.