Eine deutsch-ungarische Schülerbegegnung
Anfang September 2024 wurde in Halle ein großes Jubiläum begangen: Seit 10 Jahren können Schülerinnen und Schüler des Georg-Cantor-Gymnasiums in der 8. und 9. Klasse eine Junior-Ingenieur-Akademie besuchen. Hier beschäftigen sie sich in zwei Wochenstunden mit technischen Aufgaben. Dabei wird nicht nur der Technikraum der Schule als Lernort genutzt, sondern es werden auch Partnerunternehmen besucht und es wird an der Hochschule gelernt.
Eines der Highlights der Junior-Ingenieur-Akademie ist für das Georg-Cantor-Gymnasium die Zusammenarbeit mit ihrer Partnerschule in Budapest. Seit 2016 findet zwei Mal jährlich in der 8. Klasse ein Schüleraustausch statt, anfangs mit dem Deutschen Nationalitätengymnasium, seit 2021 mit der Deutschen Schule Budapest. Durch diese Kooperation gelingt es den Schulen, technische Bildung länderübergreifend zu initiieren und einen beiderseitigen Erfahrungsaustausch zu realisieren.
Gemeinsam an regenerativen Lösungen basteln
So ging es in der Schülerbegegnung im September 2023 um Smart Homes und regenerative Energien. Ein hochaktuelles Thema, das die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch untersuchten, sondern auch praktisch in die Tat umsetzten. Während der Begegnung wurde in deutsch-ungarischen Teams fleißig getüftelt, programmiert und gebaut, was sowohl die sprachlichen als auch technischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler erweitern sollte.
Partnerschaft Georg-Cantor-Gymnasium (Halle, Sachsen-Anhalt) und Deutsche Schule Budapest (Ungarn)
Thema: Smart Home mit grüner Energie
Zeitraum: 20.09.2023 bis 26.09.2023
Anzahl Schülerinnen und Schüler: 30
Altersstufe: 8. Klasse
Förderung durch die Deutsche Telekom Stiftung
Mehr über das Programm
Hier gibt es alle Informationen über das Programm für JIA-Schulpartnerschaften
Technologische Grundlagen der Windkraft und Solartechnik
Alles rund um Smart Homes
Zunächst hieß es für die Schülerinnen und Schüler, sich Grundlagenwissen zu verschaffen. Windkraftanlagen und Solartechnik standen dabei im Vordergrund. Diese Technologien bildeten die Basis, um später eigene Smart Home-Teile mit Arduino, einer Plattform für Elektronik- und Mikrocontroller-Projekte, zu programmieren und zu bauen. Die Teams konnten ihrer Experimentierfreudigkeit und ihrer Begeisterung für den eigenständigen Umgang mit Bausätzen freien Lauf lassen. Sie erweiterten dabei ihr Wissen über Arduino und konnten neu Erlerntes ergebnisorientiert in ihre Projekte integrieren. Für die, die noch tiefer in die Technik eintauchen wollten, gab es eine weitere Herausforderung: der 3D-Drucker. Einige Schülerinnen und Schüler waren bereit, sich mit der entsprechenden Software vertraut zu machen.
Die Zusammenarbeit verlangte eine Menge unterschiedlicher Fähigkeiten - von technischer Affinität bis hin zu Teamwork. Die Gruppendynamik war bemerkenswert: In der Austauschwoche wurde gelernt, ausprobiert und an den Projekten gearbeitet, die sich sehen lassen konnten. Die Schülerinnen und Schüler setzten LEDs, Motoren, Lautsprecher, Solarzellen sowie Temperatur- und CO2-Sensoren in ihren Smart Homes ein. Sogar Messwerte und die Energieversorgung ihrer Smart Homes nahmen die Schülerinnen und Schüler genauer unter die Lupe.
Die Projektergebnisse boten ideale Lösungen für nachhaltige Energienutzung: Das Licht wird nur angeschaltet, wenn ein Ultraschallsensor meldet, dass jemand kommt. Die Jalousien schließen, wenn der Tropfensensor Regen erkennt. Und die Blumen werden nur gegossen, wenn der Feuchtigkeitssensor Trockenheit in der Erde erkennt. Der Strom dafür wird mit Fotovoltaik oder Windturbinen erzeugt. Klingt beeindruckend, oder? Die Arbeiten gingen definitiv über einfache Bastelarbeiten hinaus. Leider war die Zeit zu knapp, um die am Computer konstruierten Teile auch tatsächlich mit dem 3D-Drucker zu drucken. Ein Anlass mehr, die technische Reise fortzusetzen und mit Arduino auch 2024 weiterzuarbeiten. Insgesamt konnten die Schülerinnen und Schüler praktisch zum Thema Smart Home arbeiten und sich mit Wissen ausstatten, wie der Energieproblematik entgegenwirkt werden kann.
Kulturprogramm als Brücke zum Thema
Neben den ganzen Tüftelarbeiten gab es ausreichend Gelegenheit, sich mit Land und Leuten im Partnerland vertraut zu machen. Die Schülerinnen und Schüler wohnten in den Gastfamilien ihrer Austauschpartner und planten selbständig die gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Ein Highlight war der Ausflug nach Berlin, wo sie neben anderen Besichtigungen auch die Reichstagskuppel erklommen. Sie besuchten das Futurium, eine perfekte Ergänzung zum Thema Energiekrise und gleichzeitig Inspiration für die Schülerinnen und Schüler für weitere Ideen in ihren Projekten. Dazu kamen weitere Exkursionen wie der Besuch des BMW-Standortes in Leipzig oder des Halloren-Schokoladenmuseums.
Nachhaltigkeit des Projekts in Schule und Stadt
Zum Abschluss der Woche präsentierten alle Gruppen ihre Projekte – in der Schulgemeinschaft, in Schaukästen und auf der Schulwebsite. Und darüber hinaus: Die Projekte fanden ihren Weg auf die Schulmesse der Stadt, wodurch ganz Halle die Ergebnisse bestaunen konnte.
Insgesamt war es eine Woche, die wohl keiner so schnell vergessen wird. Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur technisches Wissen erweitert, sondern auch gelernt, Lösungen im Zusammenhang der Energieproblematik zu finden, um ihren ganz eigenen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft zu leisten.
