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Ein Filmprojekt in Griechenland

Schülerinnen und Schüler des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums Kulmbach (Bayern) und des Gymnasio Hortiati in Griechenland haben gemeinsam ein Filmprojekt über das Dorf Chortiatis auf die Beine gestellt.

Das griechische Märtyrerdorf Chortiatis: Geschichte wird greifbar

Bei der Begegnung des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums Kulmbach und dem Gymnasio Hortiati bei Thessaloniki im Februar 2023 in Griechenland ging es den Schülerinnen und Schülern nicht nur um das klassische „Land und Leute kennenlernen“. Sie hatten ein gemeinsames Ziel: Der Öffentlichkeit die vielseitige Geschichte des griechischen Märtyrerdorfs Chortiatis zu zeigen – und das mithilfe eines Imagefilms, jeder Menge Kreativität, moderner Technik und einer großen Portion Teamwork. Das Dorf ist heute ein Symbol für den Widerstand gegen die deutsche Besatzung und das Leiden der Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs.

Von der Idee über Drehbuch und Schnitt zum finalen Imagefilm

Für den Film ließen sich die Beteiligten einiges einfallen: Interviews mit anderen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften standen genauso auf dem Programm wie eindrucksvolle Drohnenaufnahmen, die das Dorf und die Stadt Thessaloniki aus der Luft in Szene setzten. Und als wäre das noch nicht genug: Mithilfe eines 3D-Druckers bauten sie das Schulgebäude des griechischen Gymnasiums als Modell nach, wobei die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse aus dem Projektkurs der Junior-Ingenieur-Akademie einbringen konnten. 

Vom Drehbuch bis zum finalen Schnitt waren die Schülerinnen und Schüler in alle Produktionsschritte einbezogen und durften das meiste eigenständig durchführen. So wurde die Austauschgruppe über die Woche zu einem kleinen professionellen Filmteam. Sie lernten, wie man Szenen plant, Interviews führt und Videoclips bearbeitet. Alles wurde durch die Linse eingefangen: Die Dreharbeiten begannen im Dorf Chortiatis, wurden dann über zahlreiche Exkursionen durch die griechische Umgebung ausgeweitet, immer mit der Kamera im Gepäck. Ob bei der Wanderung auf den Berg Chortiatis, im Jüdischen Museum, wo die Schülerinnen und Schüler zufällig eine „echte“ Rabbinerin trafen, oder auch bei ihrem Besuch der historischen Grabkammer in Vergina. Die Eindrücke waren vielfältig und fanden alle Platz in dem Kurzfilm. Ein sehr emotionaler Moment der Woche war der Dokumentarfilm über das NS-Massaker im Dorf, den sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der Schule anschauten. Die tragische Vergangenheit des Ortes wurde dabei mehr als deutlich.

Partnerschaft Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach (Bayern) - Gymnasio Hortiati (Chortiatis, Thessaloniki, Griechenland)


Thema: Produktion eines Imagefilms, Anfertigung eines 3D-Modells des Schulhauses

Zeitraum: 10. bis 19. Februar 2023 

Anzahl Schülerinnen und Schüler: 17

Förderung durch die Deutsche Telekom Stiftung

Ein Beitrag zur Erinnerungskultur

Von A bis Z selbst produziert: Das Video entstand in Chortiatis und Thessaloniki als griechisch-bayerische Zusammenarbeit.

Mehrsprachigkeit als Herausforderung

Bemerkenswert in diesem Projekt war seine Mehrsprachigkeit. Der Film wurde auf Englisch und auch auf Griechisch synchronisiert. Für die Schülerinnen und Schüler stellte dies eine besondere Herausforderung dar, die Synchronisation in zwei verschiedene Sprachen erforderte eine noch intensivere Zusammenarbeit. So konnte der Film nicht nur in Griechenland, sondern auch in Deutschland genutzt werden, unter anderem als Info-Film auf der Schulhomepage des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums. 

Natürlich kam auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz. Der Aufenthalt in den griechischen Gastfamilien wie auch die gemeinsame Zeit in der Schule sorgten für Einblicke in neue Lebensweisen. Schnell verloren die deutschen wie auch die griechischen Schülerinnen und Schülern ihre Scheu, Freundschaften bahnten sich an. Auch die intensive Auseinandersetzung mit dem Film trug dazu bei, dass unter den Jugendlichen ein besonderer Zusammenhalt entstand.

Die Begegnung in Chortiatis endete mit einem würdigen Abschluss: der Präsentation des selbst produzierten Films. Sechs Minuten lang, gefüllt mit abwechslungsreichen Szenen, wurde das Werk der Schülerinnen und Schüler im Dorftheater vor allen Mitwirkenden und ihren Angehörigen vorgeführt.

Der Abschluss dieser Begegnung bedeutete jedoch keinesfalls ein Ende des Kontakts zwischen den Schulen. Ganz im Gegenteil – die seit 2019 bestehende Partnerschaft wurde durch den Austausch einmal mehr bekräftigt. Mit Hilfe digitaler Medien tauschen sich die Schülerinnen und Schüler auch zwischen den Besuchen aus. Und die nächsten Begegnungen ließen nicht auf sich warten: Während des Gegenbesuchs 2023 in Kulmbach produzierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Radiobeiträge. Danach waren es die erneuerbaren Energien beziehungsweise der Bau einer Sonnenstandsnachführung für Solarzellen, zu dem sich die Jugendlichen einmal in Kulmbach und einmal Chortiatis trafen. Über den letzten Besuch der griechischen Schülergruppe in Kulmbach im Oktober 2024 berichtet das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium auf seiner Website.

Slide von 
  • JIA-Schulpartnerschaft

    Für ihren Projektfilm stehen den Schülerinnen und Schülern verschiedene Lehrkräfte der griechischen Schule in Interviews Rede und Antwort.

  • JIA-Schulpartnerschaft

    Eindrücke des Besuchs bei der griechischen Partnerschule: vor dem Aquädukt in Chortiatis/ Griechenland

  • JIA-Schulpartnerschaft

    Dreharbeiten zum Projektfilm auf dem Aquädukt des Dorfes

  • JIA-Schulpartnerschaft

    Herr Tokalatsidis von der griechischen Partnerschule führt die Gruppe aus Kulmbach durch das Dorf Chortiatis mit seiner bewegten Geschichte.

  • JIA-Schulpartnerschaft

    Vor der Heimfahrt versammelt sich die Gruppe noch einmal zu einem gemeinsamen Foto vor dem Berg Chortiatis.