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Schulaustausch

In Verbindung bleiben

Wie geht es weiter mit deutsch-israelischen Schulpartnerschaften und außerschulischen Begegnungen nach dem 7. Oktober? Darum ging es auf einer Tagung in Berlin.

Im Rahmen der Initiative WE ARE CONNECTED., der sich auch der PAD angeschlossen hat, werden deutsche Partnerorganisationen und junge Menschen aus Jugend-, Schul- und Freiwilligenaustauschprojekten eingeladen, mit ihren israelischen Partnern und Freunden in engem Kontakt zu bleiben.

Die Bedeutung von Austausch betont auch die Kultusministerkonferenz. In ihren Beratungen im Dezember befasste sie sich intensiv mit den Auswirkungen des Terrorangriffs der Hamas auch auf unsere Gesellschaft. Gewaltakte und Hassäußerungen gegen Jüdinnen und Juden, Anschläge auf jüdische Einrichtungen nehmen zu. Solidaritätsbekundungen mit Hamas-Aktionen beherrschen die Straßen mehr als Demonstrationen, die sich an die Seite Israels stellen. Nicht zuletzt dadurch fühlen sich Jüdinnen und Juden auch in Deutschland massiv bedroht. Ausdrücklich sprechen sich die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder in dem Zusammenhang dafür aus, dass Begegnungen, Austauschprogramme und Schulpartnerschaften eine Chance sind, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal stehen dabei vor großen Herausforderungen.

Eine Deutsch-Israelische Arbeitsgruppe hat sich in Berlin damit befasst, wie eine künftige Zusammenarbeit der Partner nach dem 7. Oktober aussehen kann. Das Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ConAct, die Israel Youth Exchange Authority und der Rat der Jugendbewegungen in Israel brachten dafür vom 22. bis 24. Januar 2024 Expertinnen und Experten aus dem Bereich Jugendaustausch und Bildung zusammen. Sie sammelten erste Ideen für den pädagogischen Umgang mit den Folgen des Angriffs der Hamas auf Israel mit den Fragestellungen:

  • Wie gehen wir mit den Ereignissen und Auswirkungen des 7. Oktobers im Rahmen des deutsch-israelischen Austauschs um?
  • Wie können wir diese Themen mit jungen Menschen in Deutschland und in Israel angemessen behandeln?
  • Wie können wir in diesen herausfordernden Zeiten jungen Menschen in Deutschland die Stimmen und Erfahrungen von Jugendlichen aus Israel näherbringen?

Im Rahmen dieses bilateralen Arbeitstreffens fand auch eine Gesprächsrunde in Präsenz statt. Sprecherinnen und Sprecher waren Augenzeugen der Terrorangriffe der Hamas am 7. Oktober 2023 sowie Verantwortliche für den Jugendaustausch aus Israel, die darüber berichteten, wie sie die Terrorangriffe des 7. Oktobers erlebt haben, welche Rolle die Zivilgesellschaft und die Jugendbewegungen bei der Bewältigung dieser Krise spielen und wie sie in die Zukunft schauen. Weitere, zunächst digitale, Treffen sind geplant, um Module zum Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung von Austauschbegegnungen zu erarbeiten.

Materialsammlung für Lehrkräfte

Eine hilfreiche Materialsammlung, um mit jungen Menschen zum Thema Antisemitismus zu arbeiten, hat ConAct mit der Publikation „Sichtbar handeln gegen Antisemitismus“ erstellt. Die Methodensammlung für die antisemitismussensible Vor- und Nachbereitung deutsch-israelischer Jugendaustauschprogramme enthält praktische Übungen sowie zahlreiche Methoden und Anregungen. Auch wenn kein Austausch mit Israel ansteht, kann mit dieser Publikation jungen Menschen Wissen zur Geschichte und heutigen Erscheinungsformen von Antisemitismus vermittelt sowie konkrete Handlungsspielräume eröffnet werden.

Foto © Ruthe Zuntz